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Leinwand, Köper (Zwillich und Drillich) und Damast. Durch die Einwirkung der
Sonnenstrahlen bei der „Bleiche“ erhält die Leinwand die schneeige Weiße.
54. Schmarotzer.
Wenn wir im Sommer ein Flachs-, Klee= oder Luzernenfeld besuchen, so können
wir nicht selten beobachten, daß einzelne der dort angebauten Pflanzen von einem
fadenartigen Gewächse spiralförmig umschlungen sind. Dieses
Gewächs ist entweder die Klee= oder die Flachsseide. Beide —
sind sehr gefährliche Feinde der genannten Futterkräuter und 16
des Flachses. Im Volksmunde führen sie auch den Namen
„Teufelszwirn“. Bei den Futterkräutern kommt nur de
Kleeseide vor, beim Flachse auch die Flachsseide. Ihr Keim
dringt unten ein wenig in die Erde und klebt sich hier fest.
Oben verlängert er sich fadenförmig und klammert sich an eine
benachbarte Pflanze, z. B. an einen Leinstengel. Bald dringen
an der Berührungsstelle Saugwurzeln aus ihm hervor. Diese
durchbohren die Rinde des Leinstengels, saugen ihm die Nah-
rung aus und zerstören ihn. Pflanzen, die ihre Nahrung andern
Pflanzen (oder deren verwesenden Teilen) entziehen, nennt man
Schmarotzer,. Zu ihnen gehört auch die Mistel, die aus Pappeln v
und Obstbäumen wächst und selbstim Winter, wenn ihr Wirt kahl Junge Mistel.
dasteht, lustig weitergrünt. Auch Klappertops, Wachtelweizen und Augentrost (S. 193)
treiben ein schmarotzerartiges Leben. Ganz besonders aber gehören hierher die Pilze.
55. Die Kartofeel.
1. Geschichtliches. Vor 300 Jahren war die Kartoffel noch ein Wildling
auf den Gebirgen Perus und Chiles. Ums Jahr 1596 wurde sie von dort durch
Franz Drake einem Freunde in England zugesandt. Bei einem Mahle wollte
dieser seine Gäste mit dem neuen Gerichte überraschen. Aber statt der Knollen
hatte man die Beeren zubereitet, und die schmeckten ganz abscheulich. Schon glaubte
man, in England gedeihe das neue Gewächs nicht. Da sah eines Morgens der Gast-
geber gebratene Knollen in der Asche eines Gartenfeuers liegen. Er nahm eine davon
und zerdrückte sie. Ihr lieblicher Duft fiel ihm auf. Vom Gärtner erfuhr er, daß sie an
der Wurzel des fremden Gewächses gesessen hätten. Bald darauf wurden die Gäste wieder
geladen. Diesmal erschienen die gekochten Knollen auf dem Tische, und sie schmeckten allen
ganz vorzüglich. — Wahrscheinlich ist aber die Kartoffel schon früher (1560) nach
Europa gekommen und zwar über Spanien nach Italien. Hier erhielt sie wegen ihrer
Ahnlichkeit mit den Trüffeln den Namen „Tartufolo“, waraus später das Wort
„Kartoffel“ emstanden ist. In Deutschland fanden die Kartoffeln erst mehr und
mehr Eingang durch den großen Kurfürsten und namentlich durch Friedrich d. Gr.
2. Knollen. Aus den unterirdischen Stengelteilen entspringen sowohl Neben-
wurzeln als auch mit Niederblättern versehene Ausläufer (unterirdische Zweige).
Nur an diesen Ausläufern — nicht an den Wurzeln — sitzen die fleischigen Knollen.
Jede Knuolle ist ein unterirdischer, fleischig verdickter Stengel, dessen Knospen wir
in den „Augen“ wiederfinden. Pflanzt man eine solche Knolle, so sprossen aus
den „Augen“ die Stengel hervor. An dem untern Teile der Stengel bilden sich
wieder Ausläufer. Diese aber verdicken sich an ihrem Ende sowie an den Enden
ihrer Aste zu Knollen. Damit die Ausläufer reichlich Erdreich erhalten und recht
zahlreiche Zweige bilden können, werden die Kartoffeln „behäufelt“. Der Nähr-
wert der Kartoffel beruht auf ihrem reichen Vorrate an Stärkemehl. (S. 376.)
Im Sandboden werden die Knollen am mehlhaltigsten. Sie verschaffen aber dem
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