Keine deutsche Einmischung in Staliens Konflikct mit Papst. 455
werde, kann dagegen nicht in Betracht kommen. Diese Bitterkeit wird ganz in demselben
Maße stattfinden, wenn sie ohne Landabtretung aus dem Kriege berauskommen. Wir haben
Osterreich, wesentlich mit aus jener Rücksicht, keine Gebietsabtretung angesonnen; haben
wir irgendeinen Dank davon gehabt? Schon unser Sieg bei Sadowa hat Bitterkeit in
den Granzosen geweckt; wieviel mehr wird es unser Sieg über sie jselost tun! Rache für
Metz, für Wörth wird auch ohne Landabtretung länger das Kriegsgeschrei bleiben als
Nevanche für Sadowa oder Waterlool Die einzig richtige Politik ist unter solchen Um-
ständen, einen Feind, den man nicht zum aufrichtigen Freunde gewinnen Kkann, wenigstens
etwas unschädlicher zu machen und uns mehr gegen ihn zu sichern, wozu nicht die Schleifung
seiner uns bedrohenden VFestungen, sondern nur die Abtretung einiger derselben genügt.
Sw. pp. darf ich ergebenst anheimstellen, diese Gesichtspunkte in der Besprechung in der
englischen Presse in der Weise, wie es den dortigen Verhältnissen entspricht, möglichst zur
Geltung zu bringen“.
12556. Telegramm an den Gesandten in Florenz
Grafen von Brassier de St. Sfmon.
[KCigenhändiges Konzept.]“
Am 21. August batte Graf Brassier das Solgende gemeldet: „Minister Sella kam letzte
Vacht mu mir und bat mich. in Berlin ganz vertraulich anzufragen, ob, falls eine Veranlassung
sich biete, den Klrchenstaat zum perfönlichen Schutz des Papstes und Aufrechterbaltung der
Ordnung zu besetzen, unsere Regierung dagegen Einspruch erbeben würde.“
Pont-à -Moufson, den 22. August 1870.
Tellegramm) 31 erbhalten. Wir sind in der Unmöglichkeit, in italiänische Angelegen-
beiten uns zu mischen. Wenn Sie veranlaßt sind, diese zweifellose Thatsache mu besprechen,
so thun Sie es derartig, daß Sie falschen Freunden nicht eine Handbabe bieten, um uns mit
dem Papste ulnd) dessen Anhängern in Deutschland Händel zu bereiten.
*1252. Telegramm an den Gesandten in Detersburg
Helnrich VII. Drinzen Reuß.
lKonzept von der Hand des Vortragenden BRats von Keudell.]
Nach einem Bericht des Prinzen Reuß vom 12. August hatte der Tags zuvor von elner
Reise nach Frankreich und Deutschland zurückegekehrte Generoladsutant Graf Peter Schuwalow
alsbald Gelegenheit erhalten, dem Kaiser Alexander II. über seine unterwegs gemachten Beob-
» «Am22.AugultließBis-marckcdurchAbelkenVetaltokffquchaochsutVektoektangsahn-ag-
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am Tage vor der Schlacht von Weihenburg dem russischen Geschäftsträger als Minimum bezeichnet, und
die Kaiser Alexander li. dem preußischen Militärbevollmächtigten Oberst v. Werder mitgeteilt batte.
ie Bedingungen waren folgende: 1. Aeduktion Dreußens auf seine Grenjen von 1866; 2. Abtretung des
Saarkohlenbeckens an Grankreich: 3. Jahlung der Kriegskosten an Frankreich und Nestituierung der
Kriegskosten von 1866 an ÖSsterreich; c. Wiederberstellung der Depofssedierten; . Vergröherung der Mittelstaaten
auf Kosten Preußens; 6. Konstituierung von Staatengruppen in Deutschland, welche die preuhische Supre-
matie ein für allemal brechen würden; 7. Abtretung Danzigs an Auhland als Preis für dessen Aeutralität.
Vgl. K. Abeindorf, England und der Deutsch-Französische Krieg. S. 134 .
1756.1 Das Konzept trägt den Vermerk von der Hand Adbekens: „Von Seiner Majestät genebmict".