Full text: Die Hohenzollern und ihr Werk.

100 Wiederherstellung der Mark 1412—1499. 
Sesselmann, und dieses verurteilte die Städte zur Zahlung der Zölle. Aber die 
Städte blieben bei ihrem Widerstand. Sie stellten nun auch die Zahlung der 
Bede, die zur Schuldentilgung bewilligt worden war, em, und der Adel folgte 
natürlich diesem Beispiel sofort. Ein allgemeiner Widerstand erhob sich im 
Lande. Während nun der Kurfürst Albrecht sich an den Hof des Kaisers begab, 
um von ihm das Urteil gegen die widerspenstigen Städte bestätigen zu lassen, 
geriet der Hof seines Sohnes, des Markgrafen Johann, in die außerste Not. 
Der Kanzler Sesselmann, der eigentlich die Regentschaft führte, wußte nicht 
mehr Rat zu schaffen und bat den Kurfürsten um seinen Abschied. Im Mai 1473 
kam Albrecht nach der Mark zurück; er brachte die kaiserliche Bestätigung jenes 
Urteils mit, aber er vermochte den Widerstand der Städte nicht zu brechen. Es 
gelang ihm nur, den Kanzler zum Bleiben zu bewegen. Er selbst verließ dann 
die Mark bald wieder, und der wackere „Sesselmann hat nun inig Jahre lang 
Geld war von Albrecht nicht zu bekommen: sein Grundsatz war, daß der Hof in 
der Mark aus märkischen Mitteln sich erhalten müsse. Als danni im Jahre 1476 
die neuen kriegerischen Verwicklungen drohten, war Albrecht wieder fünf Monate 
etwa in der Mark. Damals kam es zu einer Einigung mit den Städten wegen 
der Zölle. Albrecht hielt im Prinzip seine Forderung aufrecht, aber im einzelnen 
gab er nach. Auch dann hat es noch viele Schwierigkeiten gegeben, bis die 
früher versprochenen Zahlungen geleistet wurden. Noch bis 1486 ist die Tilgung 
der Schuldsumme nicht ganz gelungen. Inzwischen aber war durch die Kriege, 
namentlich den gegen Pommern, eine neue Landbede notwendig geworden. 
Auf dem Landtage von 1480 ist sie zunächst von Prälaten, Herren und Ritter- 
schaft bewilligt worden, während sich die Städte noch dagegen sträubten. Sie 
haben sich dem Beschluß erst später gefügt (1483). Der Grundsatz, daß der Beschluß 
zweier Stände, als der Mehrheit, den dritten ebenfalls binde, ist zwar niemals 
anerkannt worden: aber wenn die beiden Oberstände einig waren, so war es 
doch für die Städte immer schwer, ihren Widerstand aufrecht zu echelien, zumal 
wenn der Landesherr so cnergtsch auftrat wie Albrecht 1488 
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der 1480 ausgeschriebenen „Türkenhilfe“ führte ihn gegenüber der Geistlichkeit 
zu so rücksichtslosem Durchgreifen, daß er noch einmal der Exkommunikation 
verfiel (1482). Seine stille Hoffnung, daß diese Mittel statt gegen die Türken 
vielmehr gegen König Matthias von Ungarn Verwendung finden würden, 
erfüllte sich uicht. Die Macht des Ungarkönigs blieb im Wachsen und war auch 
für ihn eine beständige Gefahr. Am 1. Juni 1485 nahm Matthias Wien ein, 
die Residenzstadt Kaiser Friedrichs III. Das Verhältuis Albrechts zum Kaiser 
war gerade in diesen Jahren wieder durch mauche Interessengegensätze getrübt. 
Er hatte das Gefühl, daß der Kaiser ihm nicht so entgegenkomme, wie er es 
durch die Beförderung seiner Sache verdient habe. Doch hat er sich noch dafür 
gewinnen lassen, zu Frankfurt im Februar 1486 der Wahl des Erzherzogs 
Maximilian zum kömischen Konis zuzustimmen- Es war der erte —