Metadata : Kronprinz Wilhelm. Meine Erinnerungen aus Deutschlands Heldenkampf.

um  700  nachmittage  hatten  sie  Rosslgnol,  St.  Vincent  und  Belle-Fontaine  in
Besitz,  nachdem  gegen  letzteren  Ort  auch  die  meinem  Jerzen  besonders
nahestehenden  Oelser  Jäger  der  3.  R.  D.  von  Ste.  Marie  her  aus  eigenem
Antrleb  treue  Waffenhilfe  geleistet  hatten.  Das  VI.  A.  R.  hatte  den  Feind
überall  geschlagen.  Abgesprengte  Teile  von  ihm  machten  sich  übrigene
abends  im  Rücken  dee  V.  A.  R.  unliebsam  bemerkbar.  Sie  überfielen
nach  6%  abende  in  Etalle  das  Generalkommando  des  V.  A.  K.,  dessen
erster  Generalstabesoffizier  eine  Meldung  an  das  Armee-Oberkommando
mit  den  Worten  abbrach:  „Winen  Augenblick,  wir  werden  hier  gerade  von
Franzosen  angegriffen!"“  Die  Jeinde  wurden  gefangengenommen,  und
die  verwunderlich  blingende  Meldung  des  Majors  Dove  erfuhr  damit  sehr
bald  eine  erfreuliche  Aufklärung.

Im  übrigen  hatte  der  rege  Vachrichtenaustausch  mit  dem  V.  A.  SZ.
des  Generale  der  Infanterie  v.  Strantz  den  gleichen  Lindruck  wie  überall
ergeben,  daß  unsere  Truppen  durch  den  Nebel  stark  behindert  waren.  Die
9.  J.  D.  des  Generals  v.  Below  auf  dem  rechten  Flügel  stieß  unter  Ein—
raffung  ihrer  zuvor  als  Stütze  für  die  3.  R.  D.  bei  Ste.  Marie  dienenden
Teile  auf  eine  starke  feindliche  Front  an  den  Zöhen  zwischen  Robelmont
und  Dirton.  Dae  Armee-Oberkommando  lenkte  wiederholt  die  Aufmerksamkeit
  dee  Generalkommandos  auf  die  angesichts  des  ausgedehnten  Waldgeländes
  von  der  3.  K.  D.  alleln  schwer  zu  schützende  rechte  Armeeflanke,
aus  der  die  Straße  von  Meir  devant  Virton  gefahrdrohend  heranführte.
Nach  Entsendung  dee  Infanterie-Regiments  58  mit  einer  Batterie  in  Richtung
auf  den  Vordrand  von  Robelmont  griff  die  Dioksion  mit  dem  Rönigs-Grenadier-Regiment
  als  Dorhut  unter  Führung  meines  Bruders  Oekar,
der  bel  dieser  Feuertaufe  seiner  schlesischen  Grenadiere  Umsicht  und  Raltblütigkeit
  bewies,  aus  dem  Bois  de  Dirton  heraus  beiderseits  der  großen
Thaussee  an.  Auch  hier  entbehrte  die  stürmisch  zufassende  Infanterie
lange  Zeit  ihrer  wertvollsten  Silfe.  Der  Artillerte  fehlte  im  dichten  Nebel
jegliche  Beobachtung.  Dennoch  sprangen  die  Schützen  überall,  wo  sie  oft
erst  aus  nächster  Entfernung  des  Feindes  ansichtig  wurden  oder  in  seine
überraschenden  Feuersalven  gerteten,  diesem  todesmutig  an  die  Gurgel.
Mit  dem  Gesang:  „Deutschland,  Deutschland  über  allee  !“  entfaltete  sich
das  Gros  und  stand  bald  nach  105  vormittags,  als  der  Nebel  hellem
Sonnenschein  gewlchen  war,  in  schwerstem  Rampfe  schon  westlich  der
Straße  zwischen  Bellevue  und  Virton.  Mühsam  und  unter  dem  Toben

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