Full text: Handbuch für Preußische Verwaltungsbeamte. Erster Band. (1)

1236 Abschnitt XXV. Fischerei-Gesetz. 
§. 2. Zu dem Fischfange im Sinne dieses Gesetzes gehört auch der Fang 
von Krebsen, Austern, Muscheln und anderen nutzbaren Wasserthieren, soweit 
sie nigt Gegenstand des Jagdrechts sind. 
o in diesem Gesetz der Ausdruck „Fisch“ gebraucht ist, sind darin die 
vorbezeichneten Thiere mitbegriffen. 
S§. 3. Unter Küstenfischerei im Sinne dieses Gesetzes ist diejenige 
Fischerei verstanden, welche in den Unserer Hoheit unterworfenen Theilen der 
Nord= und Ostsee, in den offenen Meeresbuchten, den Haffen und in den 
größeren Strömen vor ihrer Einmündung in das Meer betrieben wird!½). 
Zu Anmerkung 1 auf S. 1235. 
Bestimmungen des Dekr. 16. Dez. 1811 wo solches Gesetzes-Kraft hat, durch Polizei- 
Verordnungen abznändern. 
Hiernach sind alle Schaureglements rc., welche die K. Regierung hinsichtlich der 
zum Abfluß der inneren Gewässer der Deichschau-Distrikte dienenden Kanäle und 
Fließe — erlassen hat, im Bezirk des Dekr. 16. Dez. 1811 nur insoweit gültig, als 
sie nicht mit dem letzteren im Widerspruch stehen. 
2) Das Fischereiges. 30. Mai 1874 ist auf den Kreis Herzogthum Lauenburg 
ausgedehnt durch Ges. 4. April 1877 (G. S. S. 122). Zu dem Gesetze sind für 
die einzelnen Landestheile folgende Ausf. Vd. auf Grund des §. 22 des Ges. er- 
angen: Vd. 23. Juli 1886 (G. S. S. 189) für die Rheinprovinz — 23. Juli 
886 (G. S. S. 197) für den Reg. Bez. Wiesbaden — 8. Aug. 1887 (G. S. 
S. 337) für die Prov Ostpreußen — 8. Aug. 1887 (G. S. S. 348) und 10. Mai 
1893 (G. S. S. 87) für die Prov. Westpreußen — 8. Aug. 1887 (G. S. S. 360) 
für die Prov. Pommern — 8. Aug. 1887 (G. S. S. 376) und 4. April 1894 
(G. S. S. 29) für die Prov. Schleswig-Holstein -— 8. Aug. 1887 (G. S. S. 385) 
und 4. April 1894 (G. S. S. 29) für die Prov. Hannover — 8. Aug. 1887 (G. 
S. S. 397) für die Prov. Brandenburg und Stadt Berlin — 8. Aug. 1887 (G. 
S. S. 406) für die Prov. Schlesien — 8. Aug. 1887 (G. S. S. 414) für die 
Prov. Sachsen — 8. Aug. 1887 (G. S. S. 423) für die Prov. Westfalen — 
8. Aug. 1887 (G. S. S. 433) für die Hohenzollernschen Lande — 8. Aug. 1887 
(G. S. S. 441) für den Reg. Bez. Kassel — 12. Mai 1888 (G. S. S. 105) für 
die Prov. Posen. 
Außer diesen im Wesentlichen gleichlautenden Vd. kommen noch in Berracht: 
Für die Prov. Ost. und Westpreußen: Fischereiordnung für die Binneugewässer 
der Prov. Preußen 7. März 1845 (G. S. S. 107); für das Frische Haff und für 
das Kurische Haff vom gleichen Tage (G. S. 1845 S. 121, 139; 1850 S. 363); 
Stromordnung 14. April 1806 (G. S. S. 1); westpr. Prov. Necht 19. April 1844 
(G. S. S. 103) 88. 3, 72. 
Für die Proo. Pommern: die Fischereiordnungen a) für die in Pommern be- 
legenen Theile der Oder, das Haff und dessen Ausflüsse 2. Juli 1859 (G. S. S. 453), 
berichtigt G. S. 1859 S. 582, 1863 S. 125; b) für den Reg. Bez. Stralsund 
30. Aug. 1865 (G. S. S. 941), bezw. 22. April 1869 (G. S. S. 649); vergl. 
auch Ges. 4. Aug. 1865 (G. S. S. 870). 
Für die Prov. Posen: Fischereiordnung 7. März 1845 (G. S. S. 107). 
Für das vorm. Kurfürstenthum Hessen-Kassel: 1. Ausschreiben 8. April 1788 
(abgedruckt bei Seelig, Entsch. in Fischereisachen, Leipzig 1889 S. 60 Nr. 60); 
kurhess. Fischereistraftarif 31. Dez. 1822 (kurh. G. S. S. 108) Pos. 1—4, 9— 11, 
13— 15, 17; Fischereiordnung 18. April 1777 (bei Seelig S. 55 Nr. 60). 
Ueber das Fischereirecht vergl. A. L. R. I. 9, S§. 170—183, 187, 191, 
192. Das Obertrihunal erkennt auch dem Uferbesitzer eines Privatflusses das 
Fischereirecht als Ausfluß des Eigenthums, soweit sich sein Ufer erstreckt, zu, Erk. 
23. Sept. 1845 und 31. Aug. 1846 (E. XV. 361). 
Ueber das Fischereirecht in öffentlichen Flüssen vergl. A. L. R. II. 15, 58. 73—78, 
wo es als Regal angesehen wird. Abweichend Westp. Prov. Recht 19. April 1844 
(G. S. S. 103) §. 72; dagegen ebenso franz. Ges. 4. März 1802. 
2) Die Landeshoheit erstreckt sich an der Meeresküste über das Gebiet innerhalb 
3 Seemeilen von der niedrigsten Wasserstandsgrenze und über alle Buchten mit 
Oeffnungen von höchstens 10 Seemeilen. 
1) Die Hochseefischerei ist Gegenstand internationaler Vereinbarungen Vertrag
	        
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