1322 Abschnitt XXVI. Abraupen der Bäume.
Anlagen, Schulen und Gärten mittheilen, welche regelmäßigen Untersuchungen
in angemessener Jahreszeit unterliegen und amtlich als den Anforderungen der
internationalen Reblaus-Konvention entsprechend erklärt worden sind.
§. 8. Der Eigenthümer oder Nutzungsberechtigte eines Grundstücks, auf
welchem die Reblaus auftritt oder Anzeichen für das Vorhandensein des In-
sekts sich finden, ist verpflichtet, hiervon der Ortspolizeibehörde unverzüglich
Anzeige zu machen.
§. 9. Die Kosten der nach Maßgabe dieses Gesetzes auf obrigkeitliche An-
ordnung ausgeführten Vernichtung von Rebpflanzen und Unschädlichmachung
des Bodens fallen demjenigen Bundesstaate zur Last, in dessen Gebiete die in-
fizirte Rebpflanzung belegen ist.
§. 10. Derjenige, dessen Rebpflanzungen von den in §#§. 1 bis 3 bezeich-
neten Maßregeln betroffen worden, ist befugt, den Ersatz des Werthes der auf
obrigkeitliche Anordnung vernichteten und des Minderwerthes der bei der Unter-
suchung beschädigten gesunden Reben zu verlangen.
Die Bestimmungen darüber:
1. von wem diese Entschädigung zu gewähren und wie dieselbe aufzu-
bringen ist,
2. nach welchen Normen die Entschädigung zu ermitteln und festzustellen ist,
sind von den einzelnen Bundesstaaten zu treffen.
§. 11. Der Anspruch auf Entschädigung (§. 10) geht verloren, wenn der
Eigenthümer oder Nutzungsberechtigte der im §. 8 ihm auferlegten Verpflichtung
wissentlich oder aus einem vertretbaren Versehen nicht nachgekommen ist.
§. 12. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften der §§. 4 und 8 dieses
Gesetzes, gegen die auf Grund desselben erlassenen Anordnungen oder gegen die
zur Verhütung der Verbreitung der Reblauskrankheit erlassenen Einfuhr= und
Ausfuhrverbote werden mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mit Haft bestraft y.
§. 13. Durch dieses Gesetz werden die Bestimmungen des Gesetzes, Maß-
regeln gegen die Reblauskrankheit betreffend, vom 6. März 1875 (R. G. Bl.
S. 175) nicht berührt.
Loi qui ordonne I'’éSchenillage des arbres. Du 26. vent. IV.
16. März 1796. (v. Dan. III. 333.)
Art. 1. Dans la décade de la publication de la présente loi, tous propriè-
taires, fermiers, locataires ou autres faisant valoir leurs propres héritages o
ceux d’autrui, seront tenus, chacun endroit scit, d’écheniller ou faire Scheniller
les arbres étant sur les dits héritages, à peine d’amende qui ne pourra étre
moindre de trois journées de travail, et plus forte de dir.
2. Ils sont tenus, sous les memes peines, de brüler sur-le-champ les
bourses et toiles qui sont tirées des arbres, haies ou buissons, et ce dans un
lieu ou il ’y aura aucun danger de communication de feu, soit pour les bois,
arbres et bruyeères, soit pour les maisons et batiments.
3. Les administrateurs de departement feront écheniller, dans le méme
délai, les arbres étant sur les domaines nationaux non affermés.
4. Les agens et adjoints des communes sont tenus de surveiller T’exécution
de la présente loi dans leurs arrondissements respectifs; ils sont responsables
des négligences qui y sont découvertes.
5. Les commissaires du directoire exécutif près les municipalitées, sont
tenus, dans la deuxieme décade de la publication, de visiter tous les terrains
garnis d’arbres, d’arbustes, haies ou buissons, pour 'assurer qdue Techenillage
aura été fait exactement, et d'’en rendre compte au ministre chargé de cette-
partie.
1) Vergl. Vd., betr. Verbot der Einfuhr und Ausfuhr von Pflanzen und sonstigen
Gegenständen des Wein= und Gartenbaues 4. Juli 1883 (R. G. Bl. S. 153);
Bek. 16. Sept. 1886 (R. G. Bl. S. 233); Vd. 7 April und Bek. 25. Aug. 1887
(R. G. Bl. S. 155 und 431); vergl. Vd. 11. Febr. 1873 (R. G. Bl. S. 43);
31. Okt. 1879 (R. G. Bl. S. 303).