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Nach einem telegraphischen Bericht des Gouverneurs von Kamerun sind Anfang März d. J.
bei einzelnen Stämmen, welche sich bisher ruhig verhalten hatten, Anzeichen von Unruhen aufgetreten.
Da die auf den Stationen im Innern befindlichen Teile der Schutztruppe von dort nicht fort-
genommen werden können, hat der Gouverneur, um allen Eventualitäten gewachsen zu sein, telegraphisch
eine vorübergehende Verstärkung der Schutztruppe um 2 Kompagnien beantragt. Die Mittel für diese
Verstärkung sind in den einmaligen Ausgaben bewilligt worden.
Die Verstärkung beträgt für europäische AngehPrige:
2 Hauptleute 1. Klasse,
1 Hauptmann 2.
3 Oberleutnants,
4 Leutnants,
1 Stabsarzt,
1 Oberarzt,
1 Assistenzarzt,
1 Zahlmeisteraspirant,
1 Büchsenmacher,
2 Feldwebel,
8 Unteroffiziere,
2 Sanitätsunteroffiziere.
Hierbei ist folgendes berücksichtigt:
Nach Vermehrung der Schutztruppe um 2 Kompagnien mußte dem Kommandeur
zu seiner Unterstützung ein älterer Hauptmann beigegeben werden, der erforderlichenfalls
auch seine Vertretung zu übernehmen in der Lage ist.
Der dritte Oberleutnant ist als Adjutant beim Stabe erforderlich.
Die bisher neben dem Oberstabsarzt vorhandenen 7 Arzte können bei der Aus-
breitung der Truppe über das ganze Schutzgebiet den an sie gestellten Anforderungen nicht
mehr gerecht werden. Neben den beiden Arzten für die beiden Kompagnien ist daher noch
eine dritte Stelle neu geschaffen worden.
Die beiden Kompagnien sind mit Maschinengewehren ausgerüftet; es ist daher ein
Bächsenmacher in Zugang gekommen.
Das farbige Personal ist vermehrt um:
2 Feldwebel,
4 Sergeanten,
6 Untrroffiziere,
16 Cefreite,
8 Spielleute,
214 Mann.
260 Farbige.
Die Verstärkung an Europäern gelangte am 10. April von Hamburg aus zur Absendung. An
Stelle der 3 vorgesehenen Arzte konnte zunächst nur 1 Arzt abgesandt werden, da weitere augenblick-
lich nicht zur Verfügung standen.
Zur Ausstattung der beiden Kompagnien sind
300 Gewehre 71 und Seitengewehre 71 (84,
2—8 mm Maschinengewehre mit Munition,
2 zweiteilige Faltboote
beschafft worden. ·