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halber Welttheil gezittert hatte, die Spitze zu bieten vermöge. Jetzt
war der Tag gekommen, wo Heinrich den Schimpf, 9 Jahre lang
den Barbaren Tribut gezahlt zu haben, vollständig wieder auszulöschen
vermochte, und wo die Rechtfertigung ihm in die Hände gelegt
ward, daß um so hohen Preis die Waffenruhe von ihm erkauft
worden. Dieser einzige Sieg über die Ungarn war es, der allen
andern, gegen früher erfochtenen, die Krone aufsetzen, oder mit Einem
furchtbaren Schlage ihn der Vortheile wieder berauben sollte, die
jene ihm eröffnet hatten.
Ruhig und ernst, wie er es that, konnte Heinrich diese entscheidende
Stunde herankommen sehen: die überlegene Tapferkeit des Heeres,
das er gebildet hatte, das große Verlangen, welches er in aller Herzen
entzündet, endlich einmal das Vaterland zu befreien, vor allen
aber der begeisterte Glaube, mit dem er die Gemüther durchflammte
und auf die Allmacht hinwies, die der gerechten Sache eines bedrängten
Volks den Sieg nicht entstehen lassen werde ½), waren ihm sichere
Bürgen für den glücklichen Ausgang.
Heinrich erfocht den berühmten Sieg bei Merseburg im J. 933,
der seinem Namen den Kranz der Unsterblichkeit verschaffte. Eine
That war jetzo geschehn, welche den Ruhm der Deutschen glänzend
wieder verherrlichte vor den Augen des gesammten Europa's, die alle
Völker mit Bewunderung hinblicken ließ auf den gewaltigen König,
dessen Arm einen unbezwinglich scheinenden Feind zu Boden geworfen,
die in dem zerrissenen Frankreich und in dem blutenden Italien zuerst
wieder die frohe Ahnung aufsteigen ließ, daß aus dem Herzen Deutschlands
auch für sie die langersehnte Rettung hervorgehen werde.
Auf beide Länder, in denen noch immer die größte Zerwürfniß
herrschte, waren des Königs Augen fortwährend gerichtet gewesen:
Frankreich verdankte seiner Vermittlung die friedliche Beilegung eines
gefährlichen Streits zwischen seinem Könige Rudolf und dem Grafen
Heribert von Vermandois, einem seiner mächtigsten Vasallen ?),
der Zug nach Rom, das Heinrich zum Patricius erwählt hatte ?),
war schon beschlossen “): aber der Ewige rief ihn mitten in den Vorbereitungen
dazu, in der Nacht vom 1. zum 2. Juli 936, von seiner
glorreichen Laufbahn. Er entrückte ihn einem Schauplatze, den er in
1) S. die Rede Heinrich's an sein Heer vor der Schlacht bei Wittechind B. J.
S. 640. 2) Wittechind daselbst S. 641. „) Urk. vom 3. Junius 932 geg. zu
Erfurt in Schannat. Tradit. Fuld. n. 570. Hier lautet der Titel: Heinricus
divina concedente clementia Rex et Advocatus Romanorum Augustus. ) Wittechind
a. a. O.
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