Metadata : Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) vom 18. August 1896 nebst dem Einführungsgesetze vom 18. August 1896.

1280  Fünftes  Buch.  Erbrecht.

Nachlasse  hinzugerechnet,  soweit  dieser  den  Miterben  zukommt,
unter  denen  die  Ausgleichung  stattfindet.

Der  Werth  bestimmt  sich  nach  der  Zeit,  zu  der  die  Zuwendung
  erfolgt  ist.374

1  2163,  II  a  1928,  IIb  2032,  111  2080.  M.  V,  708.  Prot.  V,  xs3  5
D.  280,  281.  —  Vgl.  8  1501  A.  2,  8  2815  f.

1.  Spätere  Geltendmachung  der  Ausgleichung  s.  8  2050  A.  1.

2.  Der  (von  der  RTh.  eingeschaltete)  Schlußsatz  stellt  klar,  daß  die
Abkömmlinge  nur  untereinander  zur  Ausgleichung  verpflichtet  sind  und
daß  daher  der  Wert  der  Zuwendungen,  die  sie  einzuwerfen  haben,  nur
demjenigen  Teil  des  Nachlasses  hinzugerechnet  wird,  der  auf  sie  entfällt.
Beispiel:  A  stirbt  mit  Hinterlassung  seiner  Frau  B,  eines  Sohnes  (C.
einer  Enkelin  D  von  seinem  vorverstorbenen  Sohne  E  und  einer  Enkelin  F
von  seiner  verstorbenen  Tochter  G;  reiner  Nachlaß  16000.  C  hat  vor
seiner  Verheiratung  eine  Ausstattung  von  2000,  C  bei  ihrer  Verheiratung
von  1000  erhalten.  B  erhält  ¼4  =  4000;  C  vom  Reste,  wozu  die  Zuwendungen
  kommen  (also  von  12000—2000—+  1000=  15000  ,  1  8.  alfo
5000  abzüglich  des  Vorempfangs  von  2000,  mithin  noch  3000,  D  erbält
5000,  Ferhält  5000  abzüglich  des  Vorempfangs  von  1000,  sonach  40%
(s.  auch  das  Beispiel  zu  §  2051  A.  2).

3.  Spätere  Wertsveränderungen  sowie  die  Erträgnisse  seit  der
Zuwendung  bleiben  unberücksichtigt.  Die  Gefahr  der  Wertsverminderung
oder  des  Unterganges  trägt  anderseits  der  Empfänger.

4.  Der  Wert  einer  Forderung  bestimmt  sich  im  allgemeinen  nach
ihrem  Verkaufswert  im  Zeitpunkte  der  Zuweisung  (E.  Rspr.  11  1.

8.  2056.

Hat  ein  Miterbe  durch  die  Zuwendung  mehr  erhalten,  als
ihm  bei  der  Auseinandersetzung  zukommen  würde,  so  ist  er  zur
Herauszahlung  des  Mehrbetrags  nicht  verpflichtet.  Der  Nachlaß
  wird  in  einem  solchen  Falle  unter  die  übrigen  Erben  in
der  Weise  getheilt,  daß  der  Werth  der  Zuwendung  und  der
Erbtheil  des  Miterben  außer  Ansatz  bleiben.

19164  u,  1Ia  1989,  IID  2038,  II1  2081.  M.  v.  7vo9,  710.  Vrot.  v#
8993  f.  D.  281.

1.  Keine  Herauszahlung  seitens  des  Erben,  auch  nicht  soweit  dae
Pflichtteilsrecht  in  Frage  kommt  (§  232051  4:.  R.  v  „  JW.  12  6.  Z.  B.
Nachlaß:  28000;  Erben  sind  A  (Sohn  des  Erblassers)  und  B,  (  Söhne
eines  verstorbenen  Sohnes).  B  hat  12000  Vorempfang.  A  #hat  Anspruch
  auf  ½  (¾4),  B,  C  auf  je  ¼  des  Nachlasses  (8  1924..  Nach
§*  2055  würde  von  dem  Betrage  von  40  000  (der  sich  nach  Hinzurechnung
der  12000  Vorempfang  zum  Nachlaßwert  ergibt:  dem  B  ¼  mit  10½
zufallen;  da  aber  die  zur  Ausgleichung  zu  bringende  Zuwendung  um
20000  mehr  beträgt,  so  bleibt  sein  Erbteil  und  der  Wert  der  Zuwendung
außer  Betracht;  der  Nachlaß  wird  im  Verhältnisse  von  2:1  zwicchen
A  und  C  geteilt:  A  erhält  18110|0½,  B  933-3  14.