152 Verhandlungen mit dem Augustenburger. Die Telegraphenbeamten in Frankfurt.
rung gegen vorzeitige Veröffentlichung des Schreibens zu finden glaubte. Außerdem habe
ich gesucht, das amtliche Schreiben lediglich in dem Charakter einer einfachen Mitteilung
der dänischen Anerbietungen zu halten, und des von Sr. M. dem König dem Herzog erteilten
Rates nur in meinem privativen und eigenhändigen Begleitschreiben gedacht, auch
in letzteres die mündlichen Erläuterungen aufgenommen, welche der Graf Bille über die
Tragweite der von dem Herrn Herzoge zu verlangenden Versichtleistung in Berlin gegeben
hat. Herr von Bülow, mit dem ich auch hier über diesen Punkt gesprochen habe, scheint
die Auffassung des Grafen Bille nicht vollständig zu teilen, obschon er keinen ausdrücklichen
Widerspruch dagegen erhob, als ich ihm sagte, daß ich dem Herrn Herzog in der
Art, wie geschehen, geschrieben und mich dabei auf die mündlichen Erläuterungen des
Grafen Bille bezogen habe. Bei einem Besuche, den ich dem Herrn Herzog heut gemacht
habe, vermied derselbe, auf den Inhalt meines Schreibens und auf seine politischen Beziehungen
überhaupt einzugehen, auch dann, als ich den Gegenstand ausdrücklich zur
Sprache brachte. S. Dl. erklärte vielmehr, sich darüber schriftlich gegen mich
äußern zu wollen. Im übrigen fand ich den Herrn Herzog heiterer und unbefangener
gestimmt, als zur Zeit meiner letzten Unterredung mit ihm, woraus ich
aber weder nach der einen wie nach der anderen Seite hin einen Schluß auf
die Dispositionen Sr. Dl. in bezug auf die gemachten Anerbietungen zu ziehn
wage. In Privatgesprächen gegen andere soll der Herr Herzog sich dahin geäußert
haben, daß alle Mitglieder seiner Familie auf ausdrückliches Befragen sich bereit erklärt
hätten, lieber die Entbehrungen einer beschränkten Lage auf unbestimmte Zeit hin zu
tragen, als die von Gott verliehenen Rechte sich abkaufen zu lassen. S. Dl. hat auf
mehrere hiesige Häuser gehandelt, in der Absicht, sie auf 6 Monat zu mieten, demnächst
aber eine Wohnung in Homburg für 2 Monat genommen und beabsichtigt, dahin zu
gehen, sobald die Witterung wärmer wird. In bezug auf ein kleines, aber schön gelegenes
hiesiges Landhaus, für welches auf die 6 Sommermonate 3000 Gulden gefordert waren,
erklärte S. Dl., daß es für Ihre jetzigen Verhältnisse zu teuer sei. ·
Herrn von Bülow habe ich Abschrift meines amtlichen Schreibens an den Herrn
Herzog zugehen lassen, und werde ihm den Inhalt des Privatbriefes mündlich mitteilen.
139. Bericht vom 2. April 1852 an Minister v. Manteuffel, betr.
die schlechte pekuniäre Stellung der Telegraphenbeamten in Frankfurt a. M.
Antrag auf Verbesserung derselben. — Vgl. Poschinger, Neue Berichte S. 20 f.
140. Bericht vom 3. April 1852 an Minitter v. Manteuffel, betr.
den Kongreß der Eisenindustriellen des Zollvereins. — Vgl. Poschinger 1 Nr. 61.
*141. Privatschreiben an Minister v. Manteuffel.
[Eigenhändig.] 4. April 1852.
Indem ich den einliegenden Bericht von Canitz, der mir eben zugeht, befördere,
füge ich im Drange des Postschlusses nur hinzu, daß der Kurhessische Minister v. Baum-