Contents : Der Preußische Staat.

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den  wohlerhaltenen  früheren  Rechtsansprüchen,  namentlich  dem  auf
das  Herzogthum  Preußen  13),  auf  seinen  Sohn  Joachim  Friedrich
(1598  bis  18.  Juli  1608).  Dieser  incorporirte  dem  Lande  die  Bisthümer
  Havelberg,  Lebus,  Brandenburg,  zu  deren  Bischof  er  resp.  1553,
1555  und  1571  gewählt  war  16),  und  sicherte  die  Zukunft  der  Herrschaft
  durch  Erneuerung  und  Erweiterung  des  Hausgesetzes  von  1473;
auch  erhöhte  er  durch  die  Ehe  seines  Sohnes  Johann  Sigismund  mit
Anna,  Tochter  des  blödsinnigen  Herzogs  Albrecht  Friedrich  von  Preußen,
die  Aussicht  auf  die  Succession  in  das  Herzogthum,  zumal  da  er  selbst,
nach  dem  Tode  des  1569  coinvestirten  Markgrafen  Georg  Friedrich
von  Ansbach-Baireuth  (26.  April  1603),  an  dessen  Stelle  am  11.  März
1605  die  Vormundschaft  über  Albrecht  Friedrich,  die  Administration
und  das  Gubernium  in  Preußen  übernommen  hatte  13).  Unter  Johann
  Sigismund  (1608  bis  23.  Oecember  1619)  wuchs  das
bisherige  Territorium  von  672  Queilen  bis  auf  1450,  durch  den
Erwerb  der  durch  des  Kurfürsten  Gattin,  Tochter  der  altesten  Schwester
Marie  Eleonore  des  (am  25.  März  1609  kinderlos  verstorbenen)
Herzogs  Johann  Wilhelm  von  Jülich-Cleve-Berg,  ererbten  rheinischwestphälischen
  Besitzungen  16),  sowie  durch  die  Uebernahme  des  erblichen
Lehensbesitzes  von  Preußen,  nach  dem  Tode  des  Herzogs  Albrecht  Friedrich
am  27.  August  161817).  Die  Herrschaften  Schwedt  und  Vierraden
wurden  als  eröffnete  Lehen  eingezogen.  Während  unter  Georg
Wilhelm  (1619  bis  1.  December  1640)  nur  mit  Noth  der  Kurstaat
zusammen  gehalten  wurde,  Ravenstein  und  die  Hälfte  von  Ravensberg
aus  der  westphälischen  Erbschaft  an  Pfalz-Neuburg  verloren  gingen
(Vergleich  zu  Düsseldorf  am  19.  Mäcz  1629),  die  Anspruüche  auf
Jägerndorf  und  auf  Pommern  keine  Berücksichtigung  fanden,  gelang
es  dem  großen  Kurfürsten  Friedrich  Wilhelm  (1640  bis  9.  Mai
1688)  nicht  nur,  das  preußisch-brandenburgische  Land  zu  befestigen,

13)  Die  Renovationen  der  Investitur  von  1578  und  1389  bei  Doziel  lbc.
389  und  403  f.

14)  S.  Wohlbrück,  Geschichte  des  ehemaligen  Bisthums  Lebus  und  des
Landes  dieses  Namens.  Berlin  1829—1832.  3  Bde.  8.  Schröder,  Zur
Geschichte  des  Bisthums  Brandenburg.  Brandenburg  1849.  4.

15)  Doziel  l.  c.  T.  IV.  fol.  413  sq.

16)  Das  ganze  Erbe,  die  Herzogthümer  Jülich,  Cleve,  Berg,  die  Grafschaften
  Mark  und  Ravensberg,  die  Herrschaft  Ravenstein,  theilten  das  Haus
Brandenburg  und  Pfalz  Neuburg,  nach  mehreren  vorläufigen  Vergleichen  (zu
Dortmund  am  31.  Mai  1609,  zu  Kanten  am  12.  November  1614  u.  a.)  desinitiv
am  19.  September  1666.  S.  Lünig,  spicilegium.  Pars  specialis.  Contin.
III.  fol.  69  3fa.  Du  Mont,  corps  diplomatique  Tom.  V.  P.  II.  fol.  193  sg.,
259  sq.  u.  a.  Vergl.  überhaupt  Waddigen,  Handtuch  der  historisch-geographischen
  Literatur  Westphalens  S.  16  flg.  Erhard,  Geschichte  des  Jülich-Cleve'schen
  Erbfolgestreites,  in  der  Zeitschrift  für  Geschichte  und  vaterländische
Alterthumskunde  Bd.  IX.  (Münster  1846.  S.)  Nr.  III,  vergl.  Anm.  23.  .

17)Bergl.dieBelehnungsukkundevom16.November1611beiDoziel
l.c.T.lV.fols.4-468q.