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mit heiligen Bildern zu fehmüden, aber nur gemalte waren geftattet.
Später kamen ah gefehnigte und gehauene Bilder hinein, wie man
fie in den heidnifchen Tempeln gehabt hatte, und wie c8 zur Heibens
zeit gewefen, man fehrieb allmählihhiefen Bildern Wunderfräfte zu,
al8 ob fie heilen, helfen konnten, al® ob das vor ihnen ausgeiprochene
Gebet Fräftiger und Kefonder8 werbienftlich jei. Huch die Reliquien
(Überbleibjel Heiliger Berfonen) wurden Oegenftände ungpriftlicher Ber:
ehrung. Schon Muhamed fonnte die Chriften, und nicht mit Unrecht,
der Göbendienerei zeihen. Die Geiftlicheit Tieß e3 geichehen, benn
ihon hatte Das Salz angefangen, dumm zu merben. Derftändige
Priefter wollten dem abergläubifchen Unfug fteuern; da brachen Furcht
bare Empörungen aus; man fehrie, al8 jet dag Chriftenthum in Gefahr,
Die Chriften wütheten gegen einander, wie e8 faum je bie Heiden
gegen fie gethan, Bi8 enblich der Bilderbienft ben Sieg davon trug,
und zu Ehren dieje8 Sieges ein Felt Der „NRechtgläubigkeit” eingefebt
wurde (842). Das fam daher, weil weder Das Volk, nach aud, Die
Geiftlichkeit im Allgemeinen ihre Nahrung aus der heiligen Schrift
ichöpften, und das Volk fi) ganz der Leitung Der ©eiftlichfeit überlieh,
Diefe aber nur darauf bedadht war bie unmiffende Menge Durd) einen
prunfvolfen Gotteödienft an fich zu fefleln, und aus ihrem Überglauben
den möglichften WVortheil zu ziehen. Für die Oeiftesbildung De8 Volfes
geichah fat gar nichts mehr; wenn c3 nur treulich Die Heiligen Gere:
monien mitmachte und vor Prieftern und Mönchen fie) verneigte, fo
war's genug. Der edle Raijer Karl der Große wollte ed gern anders
haben; aber was er für den Volfdunterricht that, verfefiwand mieder
nach feinem XTode. Denn nun murde der Gottesdienft im ganzen
Abendlande in lateinifcher Sprache gehalten, die felbft manche Geiftliche
nicht verftanden, und Die Predigt fiel allmählich ganz aus, da man
an Deren Stelle das fogenannte Meßopfer fekte.
Unter den Geiltlihen im Abendlande erfreute fih ver Bifchof
von Mom eined vorgüglichen Anfehend. Denn derjelbe behauptete,
er jet der Nachfolger Des Upoftel3 Petrus, und den h. Petrus habe
der Herr zum Fürsten der Apoftel eingefeßt, und darum fei er ber
vornehmfte unter allen Bilchöfen; er nannte fih Deshalb Papa
Papft), D. 5. Vater (Der Chriftenheit). Das glaubte man leicht, weil
man die 5. Schrift nicht Fannte, Die ja folchen Behauptungen geradezu
widerjpricht (Quc. 9, 46—48). AZuden war der Bilhof von Nom
von den riftlihen Kaifern immer fehr begünftigt worden, weil fein
Anjehen ihrer Herrichaft Fehr fürberlih fein Eonnte. MB nun Pipin
auf de8 Papfted Nath feinen König des Throne beraubt und fich
zum Könige der Franken gemacht hatte, da ehrten ihn die fränkischen
Könige auf alle Weife und fchenkten ihm Den ganzen Kirchenftaat.
Endfih erfannten England, Deutfchland und die ffanbinmijchen Reiche
ihn al8 ihren geiftlichen Oberherrn an, da fie in feinen Namen befehrt
worden waren. Unfangd war in jener rohen „Beit die8 Hohe
UAnjehen des Papftes der Kirche ein mächtiger Schuß; aber e8 marhte