Volltext : Die Gefahren des Geburtenrückganges.

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weist,  daß  der  Volkskörper  von  den  mannigfachsten
Übeln  bedenklich  angegriffen  ist.  Der  Mittelpunkt
des  Übels  aber  ist  folgender:  Früher  war  der
Zeugungsakt  für  die  Menschen  ein  Naturvorgang,
dem  die  Empfängnis  und  später  die  Geburt
eines  Kindes  naturnotwendig  folgte.  Eine  Frau
bekam,  sobald  sie  verheiratet  war,  soviel  Kinder  als  die
Natur  zuließ.  Bis  auf  einen  gewissen  Grad  wenigstens.
Meist  gönnte  man  ihr  allerdings  etwas  Schonzeit.  Das
Stillen  des  Kindes,  sagt  man,  bildet  von  selbst  einen
gewissen  Schutz  gegen  die  nächste  Empfängnis.  Aber
mindestens  alle  zwei  Jahre  ein  Kind  zu  bekommen,  war
für  eine  Ehefrau  in  alter  Zeit  fast  die  Regel.  Frauen,
die  zehn  bis  zwölf  Kinder  gebaren,  wenn  sie  leidlich  gesund
  waren,  waren  fast  der  Durchschnitt.  Trotzdem  sic  oft
hart  und  schwer  arbeiten  mußten  und  sich  auch  während
der  Schwangerschaft  zuweilen  nur  wenig  schonen  konnten,
sobald  die  Gattin  eine  Bäuerin  oder  eine  Handwerkerfrau
  oder  eine  Krämerin  war,  sahen  es  die  Ehefrauen
doch  als  gottgewollte  Schickung  an,  sich  hinsichtlich  der
Zahl  der  Kinder,  denen  sie  das  Leben  schenkten,  keinen
Zwang  aufzuerlegen.  Selbst  wenn  sie  durch  die  häufigen
  E##wabgerschaften  sehr  geschwächt  waren  und  eine
neue  Empfängnis  für  sie  lebensgefährlich  werden
konnte,  nahmen  sie  das  als  unabänderlich  hin.  Nur  auf
den  Dörfern  sahen  in  manchen  Gegenden  die  Frauen
darauf,  daß  sie  nicht  zu  viel  Kinder  bekamen.  Der
Bauernhof  sollte  nicht  zu  sehr  zerteilt  werden.  Man  erzählt
  da  bekanntlich  auch,  daß  solche  Bauernfrauen
mancherlei  Volksmittel  angewandt  haben  sollen.

Die  Sterblichkeit  der  Kinder  war  natürlich  unter  den
genannten  Umständen  in  den  kindergesegneten  Ehen
sehr  groß.  Aber  auch  das  nahmen  die  Leute  als
Schickung  hin.

Nach  und  nach  aber  hat  der  Mensch  zu  den  geschlechtlichen
  Vorgängen  eine  ganz  andere  Stellung  erlangt.
Die  Naivität  ist  verloren  gegangen  und  das  Nachdenken