Full text : Die Gefahren des Geburtenrückganges.

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ringere  Kinderzahl  geschehen  könnte.  Das  ist  aber  nur
ein  Mittel  für  den  oberflächlichen  Beurteiler.  Der
tiefer  Nachdenkende  weiß,  daß  z.  B.  in  Frankreich  trotz
seiner  geringen  Kinderzahl  die  Löhne  nicht  höher,  sondern
  niedriger  sind.  In  Frankreich  hat  der  Sozialismus
  gar  keine  Zukunft,  weil  die  Arbeiterschaft  dort
viel  zu  gering  an  Zahl  ist.  Soll  sich  die  kapitalistische
Gesellschaft  voll  entwickeln  und  reif  werden  für  den  Sozialismus,
  nach  der  Anschauung  der  Marxisten,  so  muß
die  Arbeiterschaft  übermächtig  werden  und  schon  durch
ihre  Zahl  imstande  sein,  die  Kapitalistenklasse  vollständig
zu  überrennen.  Die  Kapitalisten  müssen  ausländische
Arbeiter  einstellen,  sobald  sie  nicht  genug  einheimische
haben,  wenn  die  Gesellschaft  richtig  durchkapitalisiert
und  zum  Unschlag  für  den  Sozialismus  reif  werden
soll.  Die  Lohndrückerei  ist  in  der  Hauptsache  durch  gewerkschaftliche
  Organisation  zu  bekämpfen.

Doch  die  jüngere  Richtung,  welche  die  Arbeiterschaft
zum  Kleinhalten  der  Familien  ermahnt,  ist  leider  übermächtig
  geworden.  Der  große  Rückgang  der  Geburtenziffern
  seit  Anfang  dieses  Jahrhunderts  dürfte  gerade
durch  die  Umstrickung  der  Arbeiter  vom  Neumalthusianismus
  erreicht  worden  sein.  Wenigstens  stellt  der  Direktor
  des  Berliner  Statistischen  Amts  Dr.  Siloergleit
fest,  daß  innerhalb  Berlins  gerade  auf  die  Berliner  Arbeiterbezirke
  der  stärkste  Ausfall  an  Geburten  in  dieser
Zeit  sich  bezieht.  Die  Arbeiterschaft  hat  eben  dem  Verderben,
  das  im  Bürgertum  eingerissen  ist,  nicht  widerstehen
  können.

Stärkster  Geburtenrückgang  bei  den
Beamten.

Am  stärksten  ist  im  Bürgertum  der  Geburtenrückgang
  bei  den  Beamten.  Auffälligerweise.  Trotzdem  das
Ideal  der  Deutschen  der  festangestellte  Beamte  ist,  der
genau  weiß,  was  er  hat,  der  auch  bis  an  sein  Lebensende
  versorgt  ist,  so  daß  er  mit  seinen  Kindern  so  gut