Full text : Leitfaden für das Preußische Jäger- und Förster-Examen.

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verschulenden  Pflanzen  in  der  Wahl  des  Ortes  und  der  Bearbeitung
des  Bodens,  auch  in  dem  Schutz  gegen  Gefahren  und  in  der  Pflege
sorgfältiger  ist.  Die  größte  Sorgfalt  erfordern  Laubholzpflanzkämpe,
namentlich  wenn  man  starke  Heister  erziehen  will.  Das  Nähere  darüber
findet  sich  bei  der  Besprechung  der  einzelnen  Holzarten  am  Schluß  des
Waldbaues  und  in  8  148.

147.
Anlage  von  ständigen  Kämpen  (Forstgärten).

Bei  der  Wahl  des  Ortes  für  einen  ständigen  Kamp  nimmt  man,
soweit  es  irgend  die  Standortsverhältnisse  gestatten,  auf  die  Nähe  der
Wohnung  des  mit  der  Aufsicht  und  Pflege  betrauten  Beamten,  bequeme
Communication  nach  den  Absatzgebieten  und  auf  die  Nähe  von  Wasser
Rücksicht;  in  zweiter  Linie  soll  man  sich  die  Heranziehung  oder  Ausbildung
  eines  zuverlässigen  und  tüchtigen  ständigen  Arbeiterpersonals
angelegen  sein  lassen.

Die  Forstgärten  bilden  in  der  Regel  eine  Vereinigung  von  Saatund
  Pflanzkämpen,  da  sie  jedem  Bedürfniß  dienen  sollen;  ferner  bieten
sie  das  Mittel,  um  seltenere  Holzarten  zu  Waldverschönerungen,  zur
Bepflanzung  der  Wege  und  Plätze,  auch  wohl  zur  Befriedigung  des
Publikums,  falls  diese  Holzarten  sonst  schwer  zu  beschaffen  sind,  zu  erziehen;
  ferner  sollen  sie  älteres  Pflanzenmaterial  verschiedener  Hölzer,
wenn  es  nur  in  geringer  Menge  erforderlich  wird,  liefern.

Man  suche  sich  eine  möglichst  geschützte  Lage  mit  einem  guten
Mittelboden  aus;  ist  der  Boden  zu  gut,  so  pflegen  die  Pflanzen  nach
dem  Umsetzen  auf  ärmere  Böden  zu  kümmern  oder  gar  einzugehen.
Beabsichtigt  man  die  Erziehung  von  starkem  Pflanzmaterial,  so  muß
der  Garten  groß  genug  sein,  da  die  Pflanzen  bei  der  Verschulung
weiter  gesetzt  werden  müssen.  Die  Form  sei  das  Quadrat.  Der
Garten  wird  durch  ständige  Wege,  worunter  mindestens  ein  einspuriger
Fahrweg  mit  einer  Wendestelle  sein  muß,  in  Abtheilungen  zerlegt.
Die  Umfriedigung  muß  dauernd  und  fest  sein  —  mit  Flecht-,  Lattenoder
  Gitterzäunen  oder  mit  lebenden  Weißdorn-,  Hainbuchen=  und  Fichtenzäunen
  —  die  unter  der  Scheere  gehalten  werden;  namentlich  empfehlen
sich  die  immergrünen  Fichtenhecken.  Man  hebt  zu  diesem  Zwecke
etwa  fingerlange  Fichtenstämmchen  mit  dem  Hohlbohrer  aus  und  setzt
sie  in  15  cm  breite  flache  Gräbchen,  etwa  20  cm  entfernt  ein,  auch