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zeigen, so sichert man die Schonungen und Dickungen durch an der
Grenze gezogene Gräben mit steilen Wänden.
Besonders schädlich wird die der Hausmaus sehr ähnliche auch
etwas kletternde Waldmaus (mus sylvaticus) und die Wühlmaus
(Wasserratte arvicola amphibius) an Stamm und Wurzeln, auf Kul—
turen, in Kämpen und Jungwüchsen; die vorzüglich kletternde Röthel-
maus benagt gern die Lärchen und Laubhölzer in den Spitzen; von
benachbarten Feldern wandert häufiger ein die Feldmaus (arvicola
arvalis); nach den Mastjahren von 1888 und 1890 ist der Mäuse-
schaden wieder stärker aufgetreten und hat sich daran auch a. agrestis,
die oben schmutzig kastanienbraun, unten grauweiße Feldwühlmaus
betheiligt, die in ihrem Benagen der Wurzeln der a. amphibius und
in ihrer Klettergewandtheit a. glareolus fast gleichkommt.
8 205.
h. Durch Vogel.
Von den Vögeln werden besonders die wilden Tauben — die
Ringeltaube, die Hohltaube, die Turteltaube —, die Häher, die
Finken und die Kreuzschnäbel durch Vertilgen der Nadelholzsamen, so-
wie von Eicheln und Bucheln auf den Saaten, den Kämpen und den
Bäumen selbst schädlich. Man schützt sich dagegen durch Bewachen,
Ausstellen von Scheuchen, Bedecken des Samens mit Reisig, durch
Schießen, am besten aber durch Vergiften mit Bleimennige.
Auf der anderen Seite soll man sich den Schutz der nützlichen
Vögel, die in den §§ 17—25 meist näher charakterisirt sind, dringend
am Herzen liegen lassen, indem man ihre Feinde vertilgt und ihre Ver-
mehrung in jeder Weise fördert.
8 206.
c. Durch Insesltten.
Von allen erörterten Gefahren ist die Gefahr durch Insektenfraß,
namentlich durch viele Raupen- und Käferarten für den Wald die be—
deutungsvollste. Das Laubholz leidet von Insekten erheblich weniger,
so daß wir ein Absterben in Folge Insektenfraßes nur selten feststellen
können; Laubholz kann vollständig entblättert werden und geht doch
selten ein, denn entweder schlägt es noch in demselben Jahre mit dem
Johannistrieb wieder aus, wenn es ein Vorsommerfraß war (z. B.