Full text : Leitfaden für das Preußische Jäger- und Förster-Examen.

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c.  Widerstandsfähigkeit  des  Holzes.

Unter  Widerstandsfähigkeit  versteht  man  die  Fähigkeit  des  Holzes,
allen  äußeren  Einwirkungen  zu  widerstehen.  Den  Widerstand  äußeren
Krafteindrücken  gegenüber  nennt  man  Festigkeit.  Man  unterscheidet
folgende  Arten  von  Festigkeit:

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1.  Die  Tragkraft  des  Holzes.  Es  ist  dies  die  Festigkeit  des
Holzes  gegen  das  Zerbrechen;  sie  ist  die  wichtigste  für  den  Bauwerth
des  Holzes,  für  Zimmerleute  und  Stellmacher.  Diese  Art  Festig—
keit  hängt  vom  Bau  und  Zusammenhang  der  Holzfasern  ab,
indem  bei  derselben  Holzart  das  lang-,  gerad=  und  gleichfaserig  gewachsene
  Holz  stets  tragkräftiger  ist  als  das  kurz=  und  krummfaserige,
ferner  ist  gleichförmiger  Jahrringbau,  Reinheit  von  eingewachsenen  Aesten
und  abnormen  Stellen  wichtig  für  die  Tragfähigkeit;  allzu  große  Trockenheit
  schadet  der  Tragkraft;  je  zäher  und  elastischer  das  Holz,  desto  tragfähiger
  ist  es;  schwach  gedrehtes  Holz  ist  tragkräftiger  als  geradfaseriges
oder  stark  gedrehtes  großer  Harzreichthum  macht  das  Holz  brüchig;
das  jüngere  Holz  und  der  obere  Stammtheil  ist  tragfähiger,  das  im
December  gefällte  Holz  ist  besser  als  das  später  gefällte,  Winterholz
soll  kräftiger  sein  als  im  Sommer  gefälltes,  Ausdämpfen  und  Auskochen
  vermindert  die  Tragkraft.

Das  tragfähigste  Holz  liefern  in  absteigender  Reihenfolge:  Eiche,
Esche,  Fichte,  Weißtanne;  noch  beim  Bauen  als  Tragstücke  verwendbar
sind:  harzarmes  Kiefernholz,  Lärchen  und  Aspen.  Durchaus  tragunfähig
und  sehr  brüchig  sind:  Buche  und  Erle.

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2.  Festigkeit  gegen  Zerdrücken,  Zerreißen  und  Zerdrehen.
Man  nennt  die  erste  Festigkeit  auch  „die  rückwirkende“;  sie  kommt  bei
Säulen,  Ständern  und  Pfosten,  beim  Wagenbau  (Speichen  2c.)  zur
Anwendung  und  hängt  von  der  Dicke  und  Geradschaftigkeit  der  betreffenden
  Holzstücke  ab;  dem  Zerreißen  setzen  die  Hölzer  dieselbe  Festigkeit
  wie  dem  Zerbrechen  entgegen,  die  Drehungzfestigkeit  ist  bei  schweren,

zähen  und  langfaserigen  Hölzern  (Eichen,  Akazien)  am  größten.
Westermeier,  Leitfaden.  7.  Aufl.  22