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3. Beim Schwarzwild.
Sauen ist ein gemeinschaftlicher Ausdruck für beide Geschlechter;
das Männchen heißt Keiler, das Weibchen Bache, die Jungen im ersten
Jahre bis zum 10. October gefleckte Frischlinge, dann Frischlinge, dann
vom 1. April ab bis zum nächsten 1. April Ueberläufer, von da ab
ist für die Bestimmung des Alters immer der 1. April maßgebend.
Besser ist es jedoch, die geschossenen Sauen nach dem Gewicht an-
zusprechen. Im Winter geschossen: Unter 100 Pfd. — Frischlinge;
100— 150 Pfd. — Ueberläufer; 150—200 Pfd. — 2jährige Sauen;
200 Pfd. und mehr: 3= und mehrjährige Sauen; das Gewicht ohne
Aufbruch gerechnet. Ist der männliche Frischling 2 volle Jahre alt,
so wird er 2jähriger, nach abermals 1 Jahr 3jähriger, von 4 Jahren
ein angehender Keiler, von 5 Jahren ein hauendes, von 6 Jahren
ein grobes Schwein.
Die Rauschzeit dauert von Ende November bis Anfang Januar,
worauf die Bache nach 16—18 Wochen 4—10 Frischlinge frischt.
Der Rüssel heißt Gebrech, die Hauzähne Gewehre, bei den
Bachen Haken, das Haar Borsten, die Ohren Gehöre, die
Dünnungen Wammungen, der Schwanz Pürzel, die Haut Schwarte,
das Fett Weißes, die kleinen Klauen hinten an den Läufen Geäfter.
Die Sau schiebt sich in das Lager, das Lager einer ganzen Rotte
heißt Kessel; sie stecken in einer Dickung, sie wechseln aus einer in
die andere; sie brechen (wühlen), um sich Fraß (Nahrung) zu suchen;
die aufgewühlte Erde heißt Gebräche.
4. Beim Rehwilld.
Das Männchen heißt Rehbock, das Weibchen Ricke, die Jungen
Kitzchen. Das männliche Kalb“") setzt im November die ersten Spieße
auf und heißt dann Spießbock; diese wirft er im Februar bis März
. . .October.
*) Als sicheres Kennzeichen der Rehkälber im Dereuther gilt, daß
dieselben in jeder Kinnlade des Ober= und Unterkiefers höchstens 5 Back-
zähne haben, der 6. (letztel) Backenzahn jeder Reihe erscheint erst nach einem
Jahre; der 3. Backenzahn jeder Unterkieferlade (vom Geäse gerechnet) ist
beim Kalb stets drei-, beim einjährigen Reh stets zweitheilig.
Alte Rehe sind von Schmalrehen im Winter stets an dem gelblich-
weißen Fleck vorn am Halse zu erkennen; bei Schmalrehen ist derselbe kaum
sichtbar.