12. Bom Frieden von Tilfit bis zum Frieden von
Wien. 1807-1809.
HDi gemeimjame Diktatur Frankreichs und Rupßlands, Napoleons
und Meranders, machte fich der Welt Lediglich in neuen
Akten des einen Fund, während die Stellung des anderen für
Deutichland nur injofern Bedeutung hatte, als er guthieß oder zuließ,
was jener zu tun für gut fand. Das erite, womit fich da3
nene Syjtem anfündigte, war das unfinnige, aber fehr Tältige
Defret, Da3 fchon am 21. November 1806 von Berlin aus Die
britiichen Injeln in Blodadezuftand erklärte, jeden Handel und Berfehr
mit England unterfagte und alles englische Eigentum, das ich
im Bereich der napoleonischen Macht befand, zu Eonfiszieren gebot.
Man nannte e8 die „Kontinentalfperre”. Die Engländer erwiderten
am 7. Sanuar 1807, indem fie alle aus franzöfiichen Häfen oder
aus Häfen der mit Frankreich verbündeten und von ihm abhängigen
Länder jtammenden Schiffe für gute Prife erklärten: in Yufanmmenhang
damit Stand der brutal ausgeführte Gemwaltitreich der Beichiegung
bon Kopenhagen und die Wegführung der dänifchen Flotte durch
England. Dadurd) fam eine neue Plage für die europäiiche Gefellhaft,
die Entbehrung der Kolonialwaren, des Zuders und des
Kaffees, und die Duälereien bei Aufjpürung der verbotenen Waren,
jowie die notwendigen Folgen einer Maßregel, die fich auf eine
Kültenlinie von vielen taufend Meilen erjtredte, der Eolofjale
Schmuggel und die Dirrchftecheret der unteren Behörden. Das
Syitem mußte aber erft eine Zeitlang wirken, ehe der deutfche Bürger
e3 am eigenen Leibe jpürte; und zunächit war Napoleon noch be-Ihäftigt,
den Sieg über Preußen auszubeuten und den Frieden von
Zilfit mit dem Schwerte auszulegen. Die Art, wie dies gefchah, verlängerte
in Wahrheit den Kriegszuftand und feine Leiden noch um
D. Jäger, Deutiche Gejcdhichte. II. 17