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sondern vorzüg lich zu Briefen zu wäh-
len sind, indem besonders Anfänger in
dieser Form des Schreibens noch am leich-
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gen selbst als ein wirksames Mittel zur
Weckung und Uebung der Denkkraft bei
ibren Schülern zu benuzen.
testen zu einem freien Gebrauch des ei: 4. In den tehren des Christen-
zenen Ausdruckes sich erbeben, und einer
ungezwungenen Gedankenfolge sich über-
lassen. Dabei ist zugleich auf ernstliche
Beschäáftigung mit vorzüglichen teurschen
Schriften, und auf fleissiges lesen und
Uuswendigsernen musterbafter Stücke zu
dringen.
. Das Rechnen soll der künftige Schul-
lehrer nicht bloß mechanisch, und nicht
bloß in dem Umfange, in welchem es in
der Regel in der Volksschule zu lebren
ist, lernen. Wie der tehrer überall untüchtig
ist, wenn er gerade nur so viel zur Noth
weiß, als er zu lehren hat, und wenn er
seinen Gegenstand selbst nur nach einer
gewissen mechanischen Form aufgefaßt hat;
so zeige sich diese Unvollkommenheit be;
sonders auffallend auch bei dem arithme-
tischen Unterrichte, indem gerade dieser Un-
kerricht, der so vorzüglich geeignet ist, die
Denkkraft zu üben, so oft nur dazu dient,
die Denkkraft durch sklavisches Formel-
werk abzustumpfen. Es läßt sich also um
so weniger die Noipwendigkeit verkennen,
die Präáparanden in der arithmetischen
Kunst so zu üben, daß sie nicht nur im
Stande seyen, ihren künftigen kebrlingen
ungefähr so viel davon mitzutheilen, als diese
etwa zur Berechnung ibres Unterhaltes
bedürfen mögen, sondern, daß sie auch
verstehen lernen, die arirhmeitschen Uebun-
tbums sollen die Präparanden so weit
geführt werden, daß sie niche nur die Leh-
ren der christlichen Moral und Religion
in ibrem Hauptumfange bistorisch kennen,
und den Kern derselben in Christus und
seiner Apostel eigenen Aussprüchen sogar
auswendig wissen, um, rücksichtlich dieses
beilig zu baltenden Haupt-Fundaments
der Religiositär eines christlichen Volkes,
ibren künftigen Schülern selbst mir el-
nem guten Beispiele vorleuchten zu kön-
nen, sondern, daß sie auch im Scande
sepen, von ihrem Glauben an diese tehren,
und von ibrer Einsicht in dieselben eine
für sie selbst befriedigende Rechenschaft zu
geben, um durch eine ihnen selbst deut-
lich gewordene Achtung der segenvollen
tehren Jesu auch auf ibre Schüler eine
fruchtbare Erkenneniß jener tehre# sort-
pflanzen zu können. Jedoch wird sich der
Unterricht über Moral und Religion in
den Schullehrer= Seminarien auf die we-
sentlichsten Grundlehren des Christen-
tbums, welche auch in den Volkeschulen
zu lebren sind, beschränken müssen; in-
dem die zweijährige tebrzeit nicht zureichr,
ihn unbeschadet der nöthigen Gründlich-
kelt weirer auszudehnen; eine bloß ober-
flächlich weiter ausgebreitete Bekanntschaft
mit den tebren der Moral und Religion
aber vi„ Präparanden für den in der Folge
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