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auf 2 Meilen Wegs an einem füglichen Ort ein Kornmarkt eingerichtet werde, für
Unterstützung in theurer Zeit, namentlich auch mit Saatfrucht, durch Errichtung von
4 Fruchtkästen im Lande, zu Kirchheim, Markgröningen, Herrenberg und Rosenfeld.
Von Anordnungen unter Herzog Ulrich, Christoph und Friedrich sind zu erwähnen:
Weide= und Schafordnungen, Maßregeln gegen die Theurung, Bestimmungen über
Anbau der Güter von Witwen, Waisen und Ortsabwesenden, Aufstellung von Feldsteußlern,
Verbot der Verwandlung guter Aecker und Wiesen in Weiden oder Weinberge,
Versuche, die Seidenzucht im Land einzuführen, aber auch Hemmungen durch
wohlgemeinte polizeiliche Ueberwachung, Marklosung 2c. Im 30jährigen Krieg waren
viele einzelne Grundstücke, ja ganze Markungen durch Aussterben und Wegzug der
Besitzer herrenlos geworden, überall Mangel an Arbeitskräften eingetreten. So gebot
schon die Rücksicht auf den Eingang der Grundgefälle, den Gemeinden, welche die
herrenlosen Güter an sich gezogen hatten und als Allmanden behandelten, den Anbau
derselben einzuschärfen; der in Abgang gekommene Bau nach Fluren wurde wieder
eingeführt, das Abbrennen der mit Gestrüpp bewachsenen Wiesen, das Pflanzen von
Obstbäumen an den Straßen und auf den Allmanden angeordnet 2c. Das 18. Jahrhundert
brachte neue Kulturen, vor allem die Kartoffel und den Klee, jene kaum
sporadisch durch den Waldenser Anton Seignoret in Wurmberg seit 1710, dann allgemein
nach der Theurung von 1771 und 72, den Klee, für welchen der Sachse
Schubart Ritter v. Kleefeld seit den 70er Jahren agitirte, sodann den Reps und
die Runkeln, sowie den Brennereibetrieb, hauptsächlich durch Wiedertäufer (Mennoniten)
aus der Pfalz, welche Pächter der größeren Güter in den unteren Neckargegenden
und im Hohenlohischen wurden. Auch Versuche, den Krappbau einzuführen,
wurden seit 1757 gemacht, 1765 dringend empfohlen. Neue Ackergeräthe wurden
vom Ausland bezogen, so die von Chateauvieux in Genf erfundene Sämaschine durch
den Professor, nachmaligen Prälaten Volz 1762; der Wagner Ambacher in Göppingen
fertigte die zur Tullischen Ackerbestellungsweise nöthigen Werkzeuge. Eine Schafherde
aus Spanien wurde geholt und in Justingen auf der Alb eine Landes-Stammschäferei
eingerichtet 1786 f. Die Einführung der Stallfütterung wurde dringend
empfohlen, auf die Umwandlung der Allmanden in Fruchtfelder und auf Obstbau
Preise gesetzt. In der Karlsschule wurden, fast früher als irgendwo, Vorlesungen
über Landwirthschaft gehalten. Durch Beispiel und Schriften wirkten: in Altwürttemberg
der als Prälat in Adelberg 1791 gestorbene Balthafar Sprenger, Professor in
Maulbronn 1757—81 (Landw. Wochenblatt 1859, 1. 6 B.), unterstützt von dem
dortigen Klosterverwalter Nast und dem einer alten Biberacher Familie entstammten
Hauptmann Ge. Friedr. Gaupp auf dem nahen Heimbronner Hof; Johann Gottlieb
Steeb, Pfarrer in Grabenstetten 1787—99 (Landw. Wochenblatt 1863, 1); im Hohenlohischen
der „Apostel des Gipses“ Joh. Friedr. Mayer, Pfarrer in Kupferzell
1745—98 (Landw. Wochenblatt 1858, 1. Beschr. des OA. Mergentheim S. 572).
In der von den Kriegswirren und Verfassungskämpfen nie zur Ruhe kommenden
letzten Herzogs= und ersten Königszeit, in welcher überdies der Wildschaden und
das gesammte Jagdwesen hart auf den Landmann drückite, während die Rinderpest in
den Jahren 1796 und 97 schwere Verluste brachte, beschränkt sich die Staatssorge
für die Landwirthschaft auf einige Anordnungen in Betreff der Kultivirung der Allmanden,
des Bracheinbaus, der vom Hagel beschädigten Felder, Angabe von Mitteln
gegen schädliche Thiere und Pflanzen, Einziehung von Berichten über Feldertrag, Viehzucht
r2c., die persönliche Antheilnahme König Friedrichs, der die auch von Württembergern
besuchte Fellenbergsche Anstalt in Hofwyl selber gesehen hatte, auf Beziehung
der dort eingeführten Geräthschaften und Einführung der neuen Grundsätze in Monrepos.