Full text: Bismarck Die gesammelten Werke. Band 2. (2)

294 Schleswig=Holstein. Der Geschäftsordnungsstreit. 
331. Bericht vom 7. März 1858 an Minister v. Manteuffel, 
betr. die Absichten des Kopenhagener Kabinetts in der Herzogtümerfrage. — 
Vgl. Poschinger III Nr. 128. 
332. Bericht vom 8. März 1858 an Minister v. Manteuffel, 
betr. den Entwurf eines preußischen Antrages aus Anlaß des Streites über die 
Geschäftsordnung. Anschluß Hannovers. — Vgl. Poschinger III Nr. 129. 
333. Bericht vom 11. März 1858 an Minister v. Manteuffel, 
betr. die geschäftlichen Beziehungen zu dem preußischen Militärbevollmächtigten. 
Die Korrespondenz der preußischen Festungsbehörden in Luxemburg und Mainz 
mit den Bundesbehörden. — Vgl. Poschinger III Nr. 130. 
334. Immediatbericht vom 12. März 1858, betr. das Wiederaufleben des 
Streites über die Geschäftsordnung aus Anlaß einer oldenburgischen Erklärung. 
— Vgl. Poschinger III Nr. 131. S. 265, Zeile 16, ist „Anzeige“ zu sperren, 
ebenso Zeile 17 „dasselbe“, Zeile 22 ist vor „begonnenen“ einzuschalten: „mit 
aller Bescheidenheit“, Zeile 25 hinter „Wahrheit“ einzuschalten: „und Graf 
Rechberg das Gegenteil davon“. Am Schluß ist hinzuzufügen: „Insbesondere 
Graf Rechberg scheint das ruhige Gleichgewicht, welches für seine Stellung mehr 
wie für jede andere erforderlich ist, noch immer nicht wiederfinden zu können.“ 
335. Privatschreiben an Minister v. Manteuffel. 
[Eigenhändig.] 
 14. März 1858.¹) 
E. E. danke ich g. für das gen. Schreiben vom 8. c.²);  im Begriff, dasselbe zu beant= 
worten, erhalte ich den Erlaß von gestern und vorgestern, die Zwistigkeit Hanovers mit 
Östreich über die Sitzung vom 25. v. M. betreffend. Ich bin nicht überrascht durch das 
Maaß von Lüge und Perfidie, welches die österreichische Diplomatie anwendet, um den armen 
Heimbruch dafür zu strafen, daß er sich von seiner eignen Regirung zu einem für Östreich 
mißliebigen Schritte hat brauchen lassen. In vollerem Lichte erscheint dieses Verfahren 
noch, wenn man weiß, daß Graf Rechberg nach jener Sitzung den gerade nach Hanover 
von hier abreisenden G. R. Zimmermann vertraulich bat, von der ganzen Episode in 
Hanover so wenig als möglich und nur in freundlichem Sinne zu sprechen; er werde nach 
Wien hin dasselbe thun, denn es sei zu wünschen, daß die Sache ohne Eclat und ohne Ein= 
mischung der Regirungen in Vergessenheit gerathe. Grade zu der Zeit, wo er so sprach, 
muß er seine Beschwerde über Heimbruch, wie sie in Hanover angebracht worden, redigirt 
haben. 
*Im Ganzen ist Rechbergs Mangel an Befähigung für seine dermalige Stellung bei 
dieser Gelegenheit so hervorgetreten, daß man hier viel von seiner Abberufung, etwa gegen 
Ende des Jahres, spricht. Ihm ist die Aufgabe gestellt, die Heerde des Bundes unter 
dem Hirtenstabe Oestreichs zusammen zu halten, den fremden Cabineten den Glauben an 
¹)   Entwurf gedruckt im  Bismarckjahrbuch II 87   ff. 
²)   Abgedruckt   im   Bismarckjahrbuch III   173   ff.