einer seiner Nachfolger, werde um so gründlicher und um so schneller nıit
solchen Bewegungen fertig werden, je stärker sie sind und sich zeigen, je fester
sie die Verbindung mit ihren Anhängern, den Verfechtern des monarchischen
Gedankens, sich organisieren lassen, je fruchtbarer für die Nation sie ihre
Rechte und ihre Befugnisse vertreten. Je größer die Kraft ist, die von einem
Punkt ausgeht, je höher die Energie, die sie aussendet, in desto stärkerem
Maße wird dieser Punkt zum Anziehungspunkt und zum Sammelpunkt.
Dieses Werbende und Begeisternde, das schon dann vorhanden ist, wenn
irgendwo ein Mann rücksichtslos alle Kräfte einsetzt für seinen Besitz und
sein Recht — das wird sich in noch ungleich größerem Maße zeigen und fort-
reißen, wo der Kaiser und König mit seinem Recht auch die Grundlagen
aller höchsten nationalen Güter, und diese selbst, verteidigt. Die Welt, die
breite Masse, muß aber sehen und begreifen, daß es tatsächlich um
diese Güter geht, und sie muß sehen, daß der Monarch bewußt auf seinem
Recht steht, alle Kompromisse, Rückzüge und Winkelzüge verachtet.
Sowie auch nur der leiseste Schein dafür angeführt werden kann. daß der
Monarch selbst nicht felsenfest von seinem Recht überzeugt sei, nicht ge-
willt sei, unentwegt seinen Standpunkt zu verteidigen, dann ist seine Po-
sition, oder zumindest die seines Nachfolgers, im selben Augenblick ver-
loren. Und selbst wenn einmal ein Augenblick käme, wo der Anschein einer
antimonarchischen Mehrheit im Deutschen Reich bestände, so würde doch
eine Minderheit, mit dem Monarchen an der Spitze, sich auf die Dauer dann
immer siegreich durchsetzen, wenn eben der Monarch nie zögert, zu zeigen,
daß er sein Recht und seine Pflicht mit der Nation, mit dem Staat und dem
Reich gleichsetzt, daß er diese verteidigt und erhäit; wenn er sich selbst
verteidigt, dann wird er auch das Heer nicht verlieren. — Kaiser und Volk,
König und Staat sind (waren) in Deutschland nicht zu trennen, sie können
nur eines im anderen zertrümmert oder eins mit dem anderen zersetzt
werden. Die langsame, die ‚kalte‘ Revolution, von den Antimonärchisten
‚freiheitliche Entwicklung‘ genannt, wirkt nach dem Ergebnis wenig anders
als die auf kurze Zeit zusammengedrängte Umwälzung. Der langsamen Re-
volution gegenüber, wie bei der kurzen blutigen. ist tätige, furchtlose und
vertrauende Kraft das einzige Mittel für die Monarchie, führend zu bleiben.
Ohne diese Kraft ist sie verloren, und keine Anstrenzrungen der Monarchisten
werden einem Monarchen auf die Dauer den Tarcon erhalten, der dieser
Kraft und dieses Willens: bis ans Ende zu geben, entbehrt. Verfügt der
Monarch aber hierüber, so wird er nach dem alten Wappenspruch: ‚Saevis
tranquillus in undis‘ bleiben, und je größer die gegen ihn gerichteten Kräfte
sind, von desto entschlosseneren Anhängern umringt sein. Wo rücksichts-
lose Entschlossenheit und solche Grundlagen geschichtlichen Rechtes und
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