Full text : Erinnerungen des Kronprinzen Wilhelm.

Massen  ausgeliefert  —  und  das  Ende  doch  nicht  aufgehalten.


Oder  glaubt  heute  noch  irgend  jemand  daran,  daß  die
Dynastieen  nicht  gestürzt  wären,  wenn  der  Kaiser  in  den
ersten  Novembertagen  oder  noch  am  Vormittage  des
9.  November  abgedankt  hätte?  Die  Revolution  richkeke
  sich  nicht  gegen  die  Person  des  Kaisers,  sondern
gegen  die  Monarchie.

Seit  Monaten  war  der  Boden  unkerwühlk,  und  man
warkeke  auf  den  günstigen  Augenblick.  Dieser  war  da,
als  das  Verkrauen  des  Volkes  zu  Hindenburg  und
Ludendorff  durch  die  Erkennknis,  daß  der  Krieg  verloren
war,  einen  schweren  Stoß  erlikten  halke.  Mürbe  war
das  Volk  geworden.  Mürbe  die  Massen  und  aufnahmefähig
  für  den  Umsturz;  mürbe  das  Bürgerkum,  das
apakhisch  die  Dinge  laufen  ließ.  Kriegs=  und  Widerstandswille
  waren  erlahmt,  und  man  gab  sich  dem  Irr—
wahn  hin,  einen  besseren  Frieden  zu  bekommen,  wenn
man  den  Kaiser  beseikigke.

Die  Revolulion  hak  ein  erstaunlich  leichtes  Spiel  gehabt!
  Wenige  Skunden  genügken,  um  die  angestammten
Fürsten  mit  ihren  Regierungen  wegzufegen.  Kampflos
und  ohne  Blutvergießen  vollzog  sich  die  Umwälzung,
ein  Beweis  dafür,  wie  gründlich  sie  —  keils  durch  die
bewegenden  und  umschichtenden  Kräfte  unseres  unglück
lichen  Schicksals,  keils  durch  die  planmäßige  Arbeil  und
Wirkung  der  Revolutionäre  —  vorbereikek  gewesen  ist.

Der  Kaiser  hak  erkannk,  daß  die  von  ihm  geforderke
Abdankung  der  Anfang  eines  Chaos  sein  würde.  Er
hat  erkannk,  daß  für  die  schweren  Zeiten,  denen  wir  entgegengingen,
  eines  vor  allem  nölig  war:  die  Erhalkung

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