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Aesenhelmer
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Redaltion und Beriag: Nr. 72; Lel
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Rosenheimer Tagblakt
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Die letzten Atemzüge des russischen Widerstandes.
Dic Fsehlgeschlägene seanzösilche OM#2. allbe #m oberellaß — dle verlusic der Gartbaldlaner. — die Teucrung in England. — ble Verlufte
der rafrischen Gcncrallidt. — RKusmustirung der Untauglichen in Rußland. — feuer Iin warschau. — Grobe Derlufte der Ruffen vor
Przem### — Räumung belgra4k#s: — der w##rischaltiiche Kuin in kußland. — örobe wirtschaftichaftiiche Rii#c in Englang.
Ne Gelreidevorräte Deukschlands.
Es lann keinem Qweifel unterliegen, daß der
Getreidevorrat, der unserem Volke in diesem
Jahre zur Verfügung sicht, beträchtlich geringer
ist als in normalen Friedenszeiten. Im Durchschnitt
der Jahre 1908·00 1912 ·13 waren in
D Deutickland nach Alrug der Aussaat zum menschlischen
Verbrauch, für Verfütterung und industrielle
zwecke an Roggen, Weizen und Spelz
(unter Einschluß der auf Getreide umgerechneten
Rettoeinfuhr an Mehl) verfügbar: 15.000.000
Tonnen. Daron brachte die Nettoeinfuhr durchschnittlich
1 2000000 Tonnen oder rund 8 Prorent.
Mit der Einfuhr kann, obichon es falsch
wäre, von einer völligen Unterbindung derselben
zu sprechen, während des Krieges nicht gerechnet
werden.
Was unsere Ernte angeht, so ist diese im
Jahre 1914 infolge der lange anhaltenden
Dürre des Foühsommers geringer einmschätzen
als die des Vorjahres. Es ist ferner zu bedenlen,
daß in Teilen von Ostreußen und
Oberelsaß die Felder verwüstet, die Vorräte
vernichtet sind und daß Deutschland überdies an
die Schweiz Getreide abgegeben hat. Die Angaben
der Erntestatistik sind eher mu hod als zu
niedrig an#usehen. So erhölt sich der Fehltetrag
an Brotgetreide, der sich schon aus der Unterbindung
der Einfuhr ergibt, noch erheblich; er
bürfte auf 15, vielleicht auf 20 Pror ent zu veranuchlagen
sein.
Wenn aler unsere Feinde auf Grund dieser
Verhällnisse mil dem Eintrelen eines Nahrungsmangels
in Deutschland rechnen, so haben sie
sich grundlich verrechnet. Di= durch Verordnung
des Bundestats getrofsenen Maßregeln zur
Streckung der Getreidevorräte und anderer Er
satzsruckte sind bekanm; schon allein durch das
Auosfuhrverbot von Kawosfeln, die Einschrän
kung des Brennlontingents auf 00 Prozent und
die in großem Maßstabe durchgeführte Her
stellung von getrodneten Kartoffelflocken, die
sich vorrüglich zur Misck- ung mit Mehl und zur
Brotbereitung eignen, ist die Ernährung der
Bevöllerung sichergestellt. Dazu tommen noch
andere Ersatzfiosse, die der Brauerol, Brennerei
und Biehverfütterung entrogen werden, und
daiu kommt ein Vorrat von Fleisch, wie er noch
niemals so groß in unserem Lande vorhanden
war. Es lann also die Sorge um die Ernährung
der deutschen Bevöllkerung bis zur nächsten
Ernte unbedenllich abgewiesen werden.
Aber die Voraussehung für diese krosniche, Gewißheit
und damit auch die unerläßliche Vorbedingung
für ein glückliches Durchhalten in
dem uns ausgezwungenen Kriege bildet die von
dem ganjen deutschen Volke erkannte. Notwendigkeit,
auf das sorgfältigste hauszühdlten und'
den Verbrauch von Brot und anderen Backwaren
auf das Notigsic einzuschränlen. Ist seit Beginn
des Krieges bis zur Stunde unzweifelhaft
allzu sorglos gewirtschaftet worden, so ergeht
jetzt an alle Männer und Frauen Deutschlands
die Mahnung, mit Brot zu sparen, nur das zur
Ernährung unbedingt Notwendige zu verbrauchen
und somit, kehega seine Sele dazu beitragen,
daß die sch i erechnung un-*
hn zuschanden wird. Bei der Unsicherheit
der Grundlage der Berechnung ist übertrie-
bene Vorsicht und Einschränkung immerhin noch
besser als leichtfertiges Gehenlassen und allzu
unbekümmertes Festhalten an den bisberigen
Gewohnheiten.
Durch die gesetzliche Festlegung von Höchstpreisen
für Getreide hat die Reichsregierung
der sonst unatwendbaren starlen Steigerung der
Preise dieses wichtigsten Nahrungsmittels Einhalt
geboten. Sie war sich vollkommen bewußt,
daß eine kriegsmäßige Steigerung der Getreidepreise
an sich das wirksamste Mitltel zur
Einsch ränkung des Brotverbrauches gewesen
wäre. Wenn sie aus allgemeinen sosialen Gründen
die natürliche Steigerung der Preise und da
mit den selbsttätigen Regulator des Verbrauches
beseitigt hat, so hat sie zweifellos und hoffentlich
nicht umsonst mit der Einsicht unserer patriotischen
Bevöllerung gerechnet, mit deren Hilfe
dasselbe Ziel in einer dem allgemeinen Volksempfinden
besser entsprechenden Weise erreicht
werden wird.
Nichtsdestoweniger erscheint es notwendig, den
Getreidemarkt sich nicht selesn zu überlassen, ion
dern nac# Meglichteit schon jetzt Vorsorge für
eine angemessene Verteilung der Vorräle und
für eine Sicherstellung des Bedarses in den kriti
schen Monaten vor Dereinbringung der neuen
Ernte zu tressen. Zu diesem Qwecle hat die
Kgl. Preußiische Negierung unter slarker Veteili
gung der deutschen Städte mit über 107000,
Einucohnern und eines Teiles der großen In
dustrie eine Gesellschaft mit beschränkter Laf
tung mit bedeutendem Kapital gegründet.
Die saßung Hmäßige Aufgade dieser Gejell
ich Lafti ist es so viel Getreide mie maglich, wern v
nötig Unler Juhilfenahme von Enteignunge
zu erwerben und für die letzten Mona vor dr
Ernte bereit zu halten. Die Abgabe des Ge
treides ersolgt erst nach dem 15. Mai. Die (##
sellschaft arbeitet gemeinnützig derart, daß ihre
Dividende auf 5 Prozent beschräuft bleibt: im
Falle der Auflösung der Gesellschaft erhalten
die Gesellschafter nicht mehr als den Neunwert
ihrer Anteile. Der eltwaige Rest des Gesellschaftsvermögens
fällt dem Reiche zur Verwendung
für die Kriegs= und Hinlerbliebenenverjorgung.
Die Gesellschaft wird sich der Schwierigkeit
ihrer Ausgabe und der Unmöglichkeit voll bewußt
sein, in ihrer raschen Organisation ohne
jedes Vorbild und auf einem bisher unbetretenen
Gebiete jeden Fehler zu vermeiden, ebensowenig
wie sie umhin können wird, in private Interessen
einzugreisen, wo das Interesse der Allgemeinheit
voranzustehen hat.
Es ist aber bestimmt zu erwarten, daß sie es
verstehen wird, ihre Aufgabe so zu lösen, daß
unsere tapferen, Heere. ihr großesF Werk ohne
Sorge' um? die wirtsch aftliche Sicherheit des gesamten
deutschen Volles bis m einem für
Deutsckland günstigen Ende fortführen bönnen.
Es ist ein Aussichtsrat gebildet worden, in
den der Staat und die Städte je fünf ordentliche
Mitglieder entsenden. Die Gesellschaft wird
nach Moöglichkeit freihändig durch Vermittlung
ee — Getreidehandels ihre Käufe vornehmen
Allgemeines vom Krieg.
Die Sparsamkeit unserer Soldaten.
Müncken, 12. Jan. Vor kurzem wurde
belannt gegeben, daß die im Felde stehenden
deutschen Soldaten insgesam die Summe von
zirla 30 bis 35 Millionen in die Heimat gesckict
haben. Neuerdings hört man auch, wie
hoch Bayern allein an dieser Gesamtsumme beteiligt
war. Die bayerischen Soldaten haben
in einem einzigen Monat, dem Schlußmonat
des abgelaufenen Jahres, mehr als 7 Millionen
Mark an ihre Angebôrigen gesandt.
Kriegefürsorge für Arbeitslose in
Muüncken.
Münchken, 12. Jan. Die Landesversicherungsanstalt
Oberbayern teille dem Magistrat
mit, daß sie der Stadtgemeinde München ein
Datlehen von 500/010 Mk. zur Kriegsfursorg:
für Arbeitslose gewälren uclie. Das Darlehen
soll srätestens nack funf Jahren vom Tage der
Gewährung ab zurütgeahl werden. Es in für
rie Dauer der Kriegs-eit und zwei Jahre nac.
dem Friedensschluß mit 3 Prozent zu verzinfen.
Eür die übrige Zeit würe ein neuer Jinsfuß
zu vereinbaren oder dar Darlehen zwei Jahre
nau dem Friedeneschluß 2aruchzuzat öhlen. Wei
ter erllärte sick die Vericherungranstail bereik.
einen nicht rüdiahlbaren Zuschuß von 10 111%)
Mark unter der Voraustetzung in lndaß
die von den stadtüchen Koiegien fesiger
u#chentliche Geldunlerstunung je um die n
eri#lt wid. Außer dieser Summe wrll die Ver
sicrungsanftalt iu dem leichen * r
#iyer nicht#rud #abl##e Duschule Lim#n, jalljolche
erforderlich sind und die Stadtgemeinde
entsprechenden Meohrleit- ungen nachmeitt.
Der Magistrat tescktoß einstimmig, von die
sem Anerbieten Gelrauck zu machen und die
Erbeung der Geldunkerstützungen an Arbeits
lose fur die vergangene Woie und für die laufende
Woche auseulezahlen.
Der Abschiedekrief eines Erschosse
nen.
Berlin, 12. Jan. In Olbernhau (Sach
sen) ist ein Abschiedogruß des Poflassistenten
Seysert eingetrossen, der, wie erinnerlich, im
November rorigen Zahres von den Franzosen
in Marokko wegen angeblicher Spionage er
schossen worden ist. Der Abschiedsbrief lautet:
die
„Cafablanca, 5. November 191J. Liebe Tante
und Angehörige! Ich muß sierben, ich soll
sogleich erschossen werden.
Ich-habe nie Spionage getrieben. Lebt alie
herzlichst wohl. Innigen Dank für alles Gute
und Liebe. Denkt auch fernerhin an mich und
betet für mich. Ich sterbe gerne für das liebe
deutsche Vaterland. Ade, Ihr Lieben! Euer
treuer Friedrich Seyfert.“
Veschlagnahmte Firmen in Frank-=reich.
Paris, 12. Jan. Es wurde jetzt eine offi-Felle
Siatie herausgegeben über die Gesamt-Ich
bin unschuloig.
anzahl der in Frankreich beschlagnahmten deutschen
und ös. erreichüsck. u lgarisch zen Firmen. Darnad.
beläuft sich dbieĩe Zifser allen für Paris
auf 1250 Kaufleute und 625 Private. Die
Zisfern der anderen Departements srehen dazm
in gleichem Verhälinis. (.3.)
Die Teuerung in England.
Amnsterdem. 12. Jan. In England wiro
durch Renter jolgende Vechwickttigung gegenüber
dem drohenden Nallrungsmangel verbreitet:
O ftliiell mird berichtet, daß in Pendschap, der
jehr fruch# ren nordwenilichen Provinz Indiens,
eine feh#r große Getreideernte erwarlet
wird. Das mu Getreide bebaute Gebiet umfaßt
rund 12 Millionen Hektar. Falls das
Wetter gut i: (7). können die Verbündeten,
sjoweit sic die Herrschaft zur See (1) behalten,
io ruhig sein wie in tiefften Frieden. (33.),
HOceresergänzung in Rußland.
(Henf. 12. Jan. ra“
meldei aus ieietshurg: #u Zaren
ordnet die Anuosmusterung aller bisher als unlauglid,
zurügenellten Stellungerflichtigen der
lehten zehn Jahrgange an.
Die
Der Mailänder ZTe
1
ias des
Derwir:chaftliche Ruinin Rußland.
WI,-Kopeuhagen. 11. Jan. De: Moslauer
Fala ntenveren nhr eine Statiftik
über die ing con Handelshäujern
au' e ten imn Mo lauer
Ranot: —3 Firmen Vanier
zuen liegen die Daien uber
Jal:! lunge vorri iicitiangen ·
Für 152 FirP
Umfang der
Die Pasiven
1:
den
dieser 13 banerotien 4 irien bela uien sich auf
22 Rubel. Die Bervilittungen der
ubri en NKimen verden auf 4.5 Willionen
. Der Geiĩarntiunime von 25.3 Millioaisiue:
für Nor einder mien 26 Millionen
en im Öloder gegens rer. „Rußkoja
id
Slowo“ behauntel, dah sich
Zahlen in dem Mustauer Ranon die Konlurse
im Vergleich um Vorjahre verminderten. Im
Norember 1313 betrugen die Konkurse 37 Millionen.
dagegen vermehrie sich die Zall der
Konkurse im Norden und im Ulral. Die Hauptzahl
der Konlurse betrifft die Tertilindustrie.
trotzz dieser hohen
Russisie Strafen.
Win Parir, 153. Jan. Die „Humanite“
crfährt aus Odessa. daß der sotialdemokratische
Agitaror Adamowilsc und 78 seiner Genossen
wegen des (Gewerkschafteblattles, welches der
Zensur nicht vorgelegt wurde, verurkleilt wurden,
und zwar Adamowitsch zu lebenslänglicher
Verbannung nach Sibirien, zwei seiner Genossen
Fu mebrfjahriger Zwangvarkeit, die übrigen zu
mehrjährigen Fessunge trasen.
bom wesllichen lriegsichanyinh
Die fehlgeschlagene französische
Offensive.
Genf, 12. Jan. Nordlich und Hüdt des
euse setzten die Franzosen ihre Bemühungen
fort, ihre ungunstigen Stellungen gegen
vorteilhaftere u vertauschen. Sie stießen aber
bei La Boiselle nächst Albert, sowie zwischen
Soissons und Berry-au-Bec auf hartnärtasten
deutschen Widerstand. Die dortigen Kämpfe