Full text : Das Hamburgische Staatsrecht.

III  —  123  —

Regentropfen  entsteht.  Unter  Umständen  wird  nämlich  das  Licht  auch  von  durch—
sichtigen  Körpern  zurückgeworfen,  und  eine  solche  Zurückwerfung  nennt  man  eine
vollständige.  Der  Nebenregenbogen  entsteht  durch  zweimalige  Brechung  und  zwei—
malige  totale  Zurückwerfung  der  Sonnenstrahlen  in  höher  gelegenen  Regentropfen.

Beim  Photographieren  entsteht  von  demjenigen  Gegenstande,  welcher
photographiert  werden  soll,  durch  die  Konvexlinse  des  photographischen
Apparates,  der  sogenannten  dunklen  Kammer,  (Fig.  149)  ein  objektives  Bild,
welches  auf  einer  mattgeschliffenen  Glasplatte,  der  Visierscheibe,  aufgefangen
wird.  Hat  man  den  Apparat  so  eingestellt,  daß  das  Bild  ganz  scharf  ist,  so
verschließt  man  die  Linse  durch  eine  gut  an—
schließende  Klappe  und  ersetzt  die  Visier—
scheibe  durch  eine  Glasscheibe,  die  durch
ein  Silbersalz  wie  mit  einem  feinen  Häut—
chen  überzogen  ist,  welches  vom  Lichte  augenblicklich
  zersetzt  wird.  Letztere,  die  wir  photographische
  Platte  nennen  wollen,  befindet
sich  in  einem  lichtdicht  schließenden  Kasten  149.  Dunkle  Kammer  (Camera  obscura).
(Kassette),  dessen  Vorderwand  schieberartig  fast  ganz  entfernt  werden  kann.  Hat
man  die  Kassette  eingesetzt,  so  zieht  man  den  Schieber  heraus,  legt  dadurch  die
Platte  bloß  und  öffnet  nun  auf  einen  oder  wenige  Augenblicke  die  Linse.  Es  ist
dadurch  auf  der  Platte  ein  Bild  infolge  der  Zersetzung  der  Silberverbindung
entstanden,  und  zwar  hat  sich  das  Silber  als  schwarze  Masse  ausgeschieden.  Das
Bild  ist  aber  noch  nicht  sichtbar,  sondern  muß  erst  hervorgerufen  oder  entwickelt
werden.  Zu  diesem  Zwecke  legt  man  die  Platte  in  einem  ganz  dunklen  Raume,
der  nur  durch  rotes  Licht  erleuchtet  wird,  in  ein  schwarzes  Becken  und  übergießt
sie  mit  einer  geeigneten  Flüssigkeit,  wodurch  das  Bild  in  kurzer  Zeit  sichtbar
wird,  und  zwar  als  sogenanntes  negatives,  das  ist  ein  solches  mit  umgekehrter
Verteilung  von  Licht  und  Schatten.  Ist  das  Negativ  deutlich,  so  spült  man
es  mit  Wasser  ab  und  legt  es  in  eine  andere  Flüssigkeit,  um  es  zu  fixieren,
d.kh.  alle  nicht  zersetzten  Teile  des  Silbersalzes  abzulösen,  da  anderen  Falles  das
Bild  wieder  verschwinden  würde,  sobald  mag  es  ans  Tageslicht  brächte.  Von
diesem  Negativ  kann  man  beliebig  viele  positive  Bilder,  d.  h.  solche  mit
richtiger  Verteilung  von  Licht  und  Schatten  herstellen,  indem  man  das  Negativ
auf  photographisches  Papier  legt,  die  Sonne  einige  Zeit  hindurch  scheinen
läßt  und  die  so  erlangten  Bilder  schließlich  wieder  fixiert,  d.  h.  unveränderlich
macht.  Viele  treiben  heute  die  Kunst  des  Photographierens  aus  Liebhaberei.

 

 

 

 

VII.  Die  Wärme.

24.  Wesen  und  Leitung  der  Wärme.  a)  Ein  Streichhölzchen  besteht
aus  einem  Holzstäbchen,  das  an  einem  Ende  in  Schwefel  und  Phosphor  getaucht
  und  mit  einer  Gummirinde  überzogen  ist.  Beim  raschen  Streichen
auf  einer  rauhen  Fläche  wird  das  Gummihütchen  zerrissen,  durch  die  Reibungswärme
  der  leicht  entzündliche  Phosphor,  durch  diesen  der  Schwefel  und  durch
diesen  das  Holz  entzündet.  Halte  ich  das  eine  Ende  einer  Nadel  in  die
Flamme,  so  wird  auch  das  andere  so  heiß,  daß  ich  die  Nadel  fallen  lassen
muß,  während  doch  das  angefaßte  Ende  des  Streichholzes  nicht  heiß  wird.

b)  Wärme  ist  eine  Erscheinung,  die,  wie  das  Licht,  durch  die  Schwingungen
des  Athers  entsteht.  Sie  wird  erzeugt  durch  Sonnenstrahlen,  Reibung,  Druck
und  den  Verbrennungsprozeß,  bei  dem  die  Stoffe  zu  neuen  Verbindungen
zusammentreten.  So  werden  aus  der  angezündeten  Kerze  allerlei  Gase,  die