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Regentropfen entsteht. Unter Umständen wird nämlich das Licht auch von durch—
sichtigen Körpern zurückgeworfen, und eine solche Zurückwerfung nennt man eine
vollständige. Der Nebenregenbogen entsteht durch zweimalige Brechung und zwei—
malige totale Zurückwerfung der Sonnenstrahlen in höher gelegenen Regentropfen.
Beim Photographieren entsteht von demjenigen Gegenstande, welcher
photographiert werden soll, durch die Konvexlinse des photographischen
Apparates, der sogenannten dunklen Kammer, (Fig. 149) ein objektives Bild,
welches auf einer mattgeschliffenen Glasplatte, der Visierscheibe, aufgefangen
wird. Hat man den Apparat so eingestellt, daß das Bild ganz scharf ist, so
verschließt man die Linse durch eine gut an—
schließende Klappe und ersetzt die Visier—
scheibe durch eine Glasscheibe, die durch
ein Silbersalz wie mit einem feinen Häut—
chen überzogen ist, welches vom Lichte augenblicklich
zersetzt wird. Letztere, die wir photographische
Platte nennen wollen, befindet
sich in einem lichtdicht schließenden Kasten 149. Dunkle Kammer (Camera obscura).
(Kassette), dessen Vorderwand schieberartig fast ganz entfernt werden kann. Hat
man die Kassette eingesetzt, so zieht man den Schieber heraus, legt dadurch die
Platte bloß und öffnet nun auf einen oder wenige Augenblicke die Linse. Es ist
dadurch auf der Platte ein Bild infolge der Zersetzung der Silberverbindung
entstanden, und zwar hat sich das Silber als schwarze Masse ausgeschieden. Das
Bild ist aber noch nicht sichtbar, sondern muß erst hervorgerufen oder entwickelt
werden. Zu diesem Zwecke legt man die Platte in einem ganz dunklen Raume,
der nur durch rotes Licht erleuchtet wird, in ein schwarzes Becken und übergießt
sie mit einer geeigneten Flüssigkeit, wodurch das Bild in kurzer Zeit sichtbar
wird, und zwar als sogenanntes negatives, das ist ein solches mit umgekehrter
Verteilung von Licht und Schatten. Ist das Negativ deutlich, so spült man
es mit Wasser ab und legt es in eine andere Flüssigkeit, um es zu fixieren,
d.kh. alle nicht zersetzten Teile des Silbersalzes abzulösen, da anderen Falles das
Bild wieder verschwinden würde, sobald mag es ans Tageslicht brächte. Von
diesem Negativ kann man beliebig viele positive Bilder, d. h. solche mit
richtiger Verteilung von Licht und Schatten herstellen, indem man das Negativ
auf photographisches Papier legt, die Sonne einige Zeit hindurch scheinen
läßt und die so erlangten Bilder schließlich wieder fixiert, d. h. unveränderlich
macht. Viele treiben heute die Kunst des Photographierens aus Liebhaberei.
VII. Die Wärme.
24. Wesen und Leitung der Wärme. a) Ein Streichhölzchen besteht
aus einem Holzstäbchen, das an einem Ende in Schwefel und Phosphor getaucht
und mit einer Gummirinde überzogen ist. Beim raschen Streichen
auf einer rauhen Fläche wird das Gummihütchen zerrissen, durch die Reibungswärme
der leicht entzündliche Phosphor, durch diesen der Schwefel und durch
diesen das Holz entzündet. Halte ich das eine Ende einer Nadel in die
Flamme, so wird auch das andere so heiß, daß ich die Nadel fallen lassen
muß, während doch das angefaßte Ende des Streichholzes nicht heiß wird.
b) Wärme ist eine Erscheinung, die, wie das Licht, durch die Schwingungen
des Athers entsteht. Sie wird erzeugt durch Sonnenstrahlen, Reibung, Druck
und den Verbrennungsprozeß, bei dem die Stoffe zu neuen Verbindungen
zusammentreten. So werden aus der angezündeten Kerze allerlei Gase, die