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mehrtägige Pflege in der Anstalt erforderlich war, bevor sie geimpft werden konnten.
Eine Anzahl von Kälbern gab der frühere Lieferant zu dem alten Preise von 12 M
her, den größeren Theil lieferte der erwähnte Händler das Stück für durchschnittlich
9,93 M. Die Beschüttung des Lattenrostes mit Holzwolle hat sich, obgleich die Thiere
zuweilen daran nagten, bewährt.
Die Beschaffung tadelloser Impfthiere macht in Hannover keinerlei Schwierigkeit,
da auf dem dortigen Schlachthofe gutes und reichliches Kälbermaterial zum Antrieb
kommt. Der Lieferant, ein Viehkommissionär, stellte dem untersuchenden Thierarzt in
der Regel eine größere Anzahl bester Kälber zur Auswahl. Die Leihgebühr betrug
Anfangs 8 M, vom 1. April ab 10 M für das Stück. Die Einstellung fand meist
am Donnerstag, dem Haupt-Viehmarkttage statt, die Impfung am Freitag, die Abimpfung
und Schlachtung am Dienstag. Von Dienstag bis Donnerstag wurde der
Stall jedesmal gründlich gereinigt, desinfizirt und gelüftet. Die reichliche Streu
bestand aus gutem, trockenem Haferstroh.
In Kassel stellten sich die Kosten für die Beschaffung der Impfthiere wiederum
höher als im Vorjahre. Als Hauptursache hierfür wird seitens des Schlachthof-Direktors
die Verminderung des Auftriebes in Folge des Viehmangels angegeben.
Der Ankauf von 68 Kälbern verursachte eine Ausgabe von 3116,82 M, während beim
Verkauf 2495,06 M erzielt wurden. Der Durchschnittsverlust am einzelnen Kalbe
beträgt mithin 9,138 M.
In Köln ging die Beschaffung der Kälber in gleicher Weise wie 1890 vor sich.
Sie standen in der Anstalt, da Streu gar nicht mehr gegeben wurde, nur auf dem
Lattenrost.
Für die Centralimpfanstalt in München wählte ein sehr erfahrener und verlässiger
Thierarzt auf dem Markte die Thiere aus und kaufte sie an. Der Aufenthalt
der Thiere im Stalle, auf dessen Reinhaltung strengste Sorgfalt verwendet wurde,
dauerte durchschnittlich 5½ Tage. Als Streu diente trockenes, bestes Wiesenheu in
dicker Lage.
In Dresden geschah die Beschaffung der Kälber in derselben Weise wie während
der letzten Jahre. Seit Ende des Jahres 1890 werden die Kälber gleich nach ihrer
Ankunft in der Anstalt in 26 bis 30° R warmem Wasser gebadet. Zuvor waren sie
mit Insektenpulver und grüner Seife eingerieben worden. Das Bad dauert 20 bis
30 Minuten und ist mit Striegeln und Bürsten des Felles verbunden. Obogleich die
Thiere ohne Abtrocknung in den Stand gebracht wurden, hat ihnen das Reinigungsbad
selbst im Winter nicht geschadet, da der Stall durch den Badcofen mit erwärmt wird.
Da das Stroh staubig und mit organischen Keimen verunreinigt in die Anstalt
gelangt, so erhielten die Kälber mittelgrobe, feinspänige Holzwolle, welche diese
Eigenschaften nicht besitzt, als Stallstreu. Dieses Material wird als weich, elastisch
und sehr aufsangungsfähig bezeichnet, auch fressen die Kälber nicht davon.
In Leipzig wurden die Impfkälber, wie früher, durch einen Universitätsförster
geliefert, welcher auf die Hälfte des Kaufpreises für ein umgestandenes Thier
verzichtete. 6
In Frankenberg ist ebenfalls bei Beschaffung der erforderlichen Thiere das
alte Verfahren beibehalten worden. Die einmal ausgewählten Thiere stehen im Stalle
der Besitzer abgesondert, werden kurz angebunden, erhalten ihre Streu für sich und
besondere Reinlichkeits Ställe, in denen dies nicht durchführbar ist,
werden gemieden. Ein neuer Stall und Viehbestand wird nicht eher für die Abgabe
von Impfthieren in Aussicht genommen, bevor der sehr ortskundige Thierarzt bestätigt
hat, daß chronische oder akute Krankheiten unter den Thieren nicht herrschen. Jedes