3.) Der Baseler Frieden und Danton’s Geist. 225
in seinen „Revolutions de Paris“ wissen, dass der junge Proly,
als die Franzosen zum erstenmal in Brüssel eingezogen und im
Hause seines Vaters die Siegel angelegt wurden, heimlich dorthin
geeilt sei, um dieselben abnehmen zu lassen und seine Briefe
an die Eltern zu sich zu nehmen.
Wir finden den Stab der ganzen Gesellschaft im Saal der
Frau von Sainte Amaranthe, Palais Royal Nr. 50, zusammen.
Diese Dame hielt hier mit ihrem Schwiegersohn,
Herrn von Sartine, früherem Staatsrath zweiter Classe, Solın
des einstigen Marineministers, ein offenes Haus, in welchem sich
auch schon zur Zeit der Legislative die Lebeimänmer der Girunde
eingefunden und gegen gutes Geld vergnügt hatten. Graf'Tilly
erzählt in seinen Memoiren, dass er daselbst mit Vergniaud
verkehrt und ihn hätte stöhnen hören: „ich wollte, cs wäre alles
zu Ende und ich hätte zwanzigtausend Frances Reute.“ Jetzt
fanden sich hier die Mitglieder des Convents ein und erholten
sich beim Spiel und bei Soupers von ihren politischen Anstrengungen.
Namentlich war Danton Stammgast, theilte seinen
Helfershelfern die Parole aus und empfing von ihnen Bericht
über ihre Leistungen.
Da war Desfieux, gebürtig aus Bordeaux und 39 Jahre
alt bei seiner Hinrichtung, Weinhändler in Paris, 1790 und
1791 Schatzmeister bei den Jacobinern, urkundlich (nach den
im geheimen Wandschrank der Tuilerieen gefundenen Papieren)
als Spion im Sold und Dienst des llIoles, Geschworner beim
ausscrordentlichen Gerichtshof vom 17. August 1792 und wie
Prolyi und Pereyra, Commissär Lebrun’s in der Schweiz und bei
Dumouriez. Er erhielt vom Minister auch Geld, damit er die
Correspondenz der Jakobiner sichte und das Wichtige oder den
Zwecken der Regierung schädlich Scheinende unterschlage, und
‚gebrauchte gegen den Vorwurf, dass er sich von den Contrerevolutionären
besolden lasse, die Ausrede des Danton’schen
Kreises, „man müsse den Ränkemachern ihr Geld abnehmen und
über sie lachen, während man Nichts von Allem, was sie verlangen,
tlıue.“ Im Haus der Sainte-Amaranthe war er der
gewöhnliche Bankhalter.
Dubuisson, einer der Drei, die Lebrun zuletzt an
Dumouriez schickte, 48 Jahre alt bei seiner Hinrichtung, gebürtig
aus Laval im Departement Mayenne, war dramatischer Dichter.
Jakob Pereyra, den Dumouriez in seinen Memoiren einen
Baucr, Bismarck’sche Ära, 15