Full text : Der Mündliche Vortrag. Dritter Teil. Schönheit des Vortrags. (3)

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Vortung  des  Lyrischen.

Steigt  auf  die  Hochwacht,  blast  in  Euer  Horn,
Daß  es  weit  schmetternd  in  die  Berge  schalle
Und,  jedes  Echo  in  den  Felsenklüften
Aufweckend,  schnell  die  Männer  des  Gebirgs
Zusammenrufe!  —

Kommt  alle,  kommt!  Legt  Hand  an,  Mänmer  und  Weiber.

Brecht  das  Gerüste!  Sprengt  die  Bogen!  Reißt
Die  Mauern  ein!  Kein  Stein  bleib'’  auf  dem  andern!
Gesellen,  kommt,  wir  haben's  aufgebaut,
Wir  wissen's  zu  zerstören!  —
Zerstört  dat  Denkmal  der  Tyrannenmacht!
Ins  Feuer  mit  ihm  !
O  mein  Gebieter!
Gewalt,  Gewalt  geschieht  uns,  Agamemnon!
Gewaltsam  reißt  er  deinen  Brief  mir  aus
Den  Händen!  Menelaus  will  die  Stimme
Der  Billigkeit  nicht  hören  und  entreißt
Mir  deinen  Brief!  —
Verräterei,  Verräterei!
Aus,  zu  den  Kühnen,  an  die  Weser!
Setzt  dem  Verfluchten  nach  und  bringt  ihn  her!
Auf,  meine  Feldherrn,  meine  Krieger  !
Laßt  uns  den  Strom  sogleich  der  Weser  überschiffen.
Die  Nornen  werden  ein  Gericht,
Des  Schicksals  fürchterliche  Göttinnen,
Im  Teutoburger  Wald  dem  Heer  des  Varus  halten!
Auf,  mit  der  ganzen  Macht,  ihr  Freunde,

Daß  wir  das  Amt  der  Schergen  übernehmen!  —
Mein  Fürst,  die  Hörner  rufen  dich!  Brich  auf!
Du  darfst,  willst  du  das  Schlachtfeld  noch  erreichen
Nicht  wahrlich  einen  Augenblick  mehr  säumen!

Quintilius,  zu  den  Waffen,  zu  den  Waffen!
Marbod  ist  übern  Weserstrom  gesetzt,
Auf  weniger  denn  tausend  Schritte
Steht  er  mit  seinem  ganzen  Suevenheere  da!  —
Verräterei,  Verräterei!
Marbod  und  Hermann  steh'n  im  Bund!
Den  Teutoburger  Wald  umringen  sie,
Mit  deinem  ganzen  Heere  dich
In  der  Moräste  Tiefen  zu  ersticken!
Mich  faßt  der  Ahnung  fürchterliches  Beben,
Und  Todesschauer  dringt  auf  mich  herein!