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des Gewordenen lastet auf dem Werdenden, und im
Kampfe der Westmächte gegen das Deutschtum arbeitet
gewordene Kultur, Lebensmethode, moralische Tradition
und Ausdrucksweise gegen ein werdendes Seelenleben
von eigener Originalität.
Es muß aber noch ein Gesichtspunkt hbinzugefügt
werden, um den Altersunterschied der drei großen westeuropäischen
Kulturen zu verstehen. Am Ausgang des
Mittelalters wurde die ganze weströmische Welt von
einer seelischen Krisis oder Krankhbeit ergriffen, die nicht
einfach zu diagnostizieren ist. Wir wollen sie kurz bezeichnen
als den Kampf der alten und der neuen Konfession.
Es stand auf der einen Seite die kathbolische
und auf der anderen Seite die lutherisch-calvinische Weltauffassung.
Diese Krisis wurde von den Franzosen am
ersten überwunden, und zwar im allgemeinen mit harten
militärischen Mitteln. Wer durch die Provinzen Frankreichs
gereist ist, sieht fast überall die Spuren der Zerstörung
der Religionskämpfe im 16. und auch noch im
!7. Jahrbundert. Die Franzosen selbst erzählen nicht
übermäßig gern von den leerliegenden Städten, die
noch heute ein Zeugnis der Entvölkerung des NReligionskrieges
sind. Weil die Franzosen mit hartem Druck
und mit der Vertreibung der Caloinisten zuerst durch
eine äußerliche Methode den Konfessionskampf beendigt
baben, gewannen sie am ersten die Zeit für jene französische
Kultur, von der wir vorhin gesprochen haben.
Länger dauerte die Konfessionskrise in England und
erreichte hier ihren Höhepunkt in der Mitte des 17. Jahr--bunderts,
wo sie dann mit praktischem Einschlag unter