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vorher in ärztlicher Behandlung gestanden sind, ist jedoch nachträglich ein
Zeugniß des behandelnden Arztes einzuverlangen;
b) wenn die Beibringung der Zustimmung eines der nächsten Angehörigen oder des
etwaigen Vormunds nicht thunlich ist:
ein Aufnahmeantrag des Oberamts, in dessen Bezirk der Kranke sich zur
Zeit aufhält, und ein von dem Oberamtsarzt ausgestelltes Zeugniß, welches die
Dringlichkeit der sofortigen Aufnahme im Interesse des Kranken oder aus polizeilichen
Gründen nachweist.
Der Betrag der Verpflegungskosten dritter Klasse muß in beiden Fällen auf mindestens
sechs Wochen vorgeschossen oder von einer öffentlichen Behörde zugesichert sein.
Der Direktion der Anstalt bleibt die Prüfung der Dringlichkeit der Aufnahme vorbehalten.
Ueber den erfolgten Eintritt ist dem Medizinalkollegium alsbald Bericht zu
erstatten. Gleichzeitig mit der vorläufigen Aufnahme sind die Verhandlungen zur Herbeiführung
der endgiltigen Aufnahme gemäß den 8§. 12, 13 und 14 einzuleiten, und
es sind nach Abschluß derselben die Akten dem Medizinalkollegium behufs weiterer Verfügung
vorzulegen.
S. 16.
I. Im Fall des Widerspruchs der in §. 12 Ziffer 4 erwähnten Personen kann ein
Kranker durch Verfügung der Regierung des Kreises, in welchem er seinen Wohnsitz oder
in Ermanglung eines solchen seinen Anfenthalt hat, in eine Staatsirrenanstalt eingewiesen
werden, wenn er
1) für sich oder andere gefährlich oder für die öffentliche Sittlichkeit anstößig ist, oder
2) in einem Zustand der Pflegebedürftigkeit sich befindet, der zur Folge hat, daß
er außerhalb einer Irrenanstalt verwahrlost oder gefährdet wird.
Hinsichtlich des Zutreffens der einen dieser beiden Voraussetzungen muß ein eingehendes,
auf hinreichende persönliche Beobachtung gestütztes Gutachten des
Oberamtsarztes vorliegen, welches der Vorschrift, betreffend die ärztlichen Berichte über
die in die Irrenanstalten aufzunehmenden Geisteskranken (s. Anlage zu §. 12 Ziffer 3),
entspricht.
Außerdem sind die in S. 12 Ziffer 1—3 aufgeführten Nachweise, insbesondere, wenn
der Kranke noch durch einen anderen Arzt als den Oberamtsarzt untersucht oder behandelt
worden ist, auch ein Zeugniß dieses Arztes beizubringen. Das vom Gemeinderath
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