Metadaten : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1900. (77)

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Die  Staatseisenbahnverwaltung  wird  ermächtigt,  zum  Zweck  der  Erbauung  der  nach
Art.  1  des  Gesetzes  vom  29.  Juli  1899  (Reg.  Blatt  S.  577)  herzustellenden  Eisenbahn
von  Geislingen  nach  Wiesensteig  diejenigen  Grundstücke  und  Rechte  an  Grundstücken  im
Wege  der  Zwangsenteignung  zu  erwerben,  welche  nach  dem  von  Uns  genehmigten
allgemeinen  Plan  für  das  gedachte  Unternehmen  erforderlich  sind.

Nach  diesem  Plan  ist  die  Bahn  gemäß  den  Bestimmungen  der  Bahnordnung  für
die  Nebeneisenbahnen  Deutschlands  vom  5.  Juli  1892  anzulegen.  Die  Bahn  erhält
eine  Spurweite  von  0,75  m.  Zwischen  Geislingen  Hauptbahnhof  und  Thalbahnhof
erhält  sie  daneben  normale  Spur  durch  Einlegung  einer  dritten  Schiene.  Die  Bahn,
deren  Länge  21,350  km  beträgt,  beginnt  auf  dem  Hauptbahnhof  Geislingen,  zieht  sich
in  nördlicher  Richtung  neben  den  Verladegleisen  dieses  Bahnhofs  hin,  lehnt  sich  zunächst
an  den  Damm  der  bestehenden  Hauptbahn  an,  nimmt  sodann  eine  westliche  Richtung  an,
übersetzt  den  Eybbach,  überschreitet  die  Vizinalstraße  von  Geislingen  nach  Eybach  und
den  vom  Längenthal  kommenden  Bach  und  erreicht  den  Thalbahnhof  Geislingen.  Dann
biegt  die  Bahn  gegen  Süden  ab,  überschreitet  die  Eyb  und  einige  Straßen  von  Altenstadt,
  erreicht  hierauf  den  Haltepunkt  Altenstadt  und  folgt  nunmehr  bis  zu  ihrem  Endpunkt
  dem  Thale  der  Fils,  die  sie  kurz  vor  der  Haltestelle  Ueberkingen  überschreitet.
Auf  dem  linken  Ufer  folgen  sodann  die  Haltestelle  Hausen  und  nach  Ueberschreitung  des
Reichenbachs  die  Haltestellen  Reichenbach  und  Deggingen.  Um  zu  der  auf  dem  rechten
Ufer  geplanten  Haltestelle  Ditzenbach  zu  gelangen,  überschreitet  die  Bahn  die  Poststraße
von  Geislingen  nach  Wiesensteig  und  die  Fils,  kehrt  aber  bald  wieder  auf  das  linke
Ufer  zurück  und  erreicht  auf  diesem  nach  Kreuzung  der  Straße  von  Ditzenbach  nach  Anendorf
  und  der  Poststraße  von  Geislingen  nach  Wiesensteig  die  Haltestelle  Gosbach  und
nach  Ueberschreitung  des  Hohbachs  die  Haltestelle  Mühlhausen.  In  ihrem  weiteren
Verlauf  überschneidet  die  Bahn  den  Vizinalweg  Mühlhausen.—Gruibingen  und  zieht  sich
neben  dem  zum  Pumpwerk  der  Albwasserversorg  lage  in  Mühlhausen  gehörigen
Werkkanal  hin  bis  zu  der  gegenüber  dem  nördlichen  Theil  der  Stadt  Wiesensteig  gelegenen
  Endstation  Wiesensteig.

In  dem  Verfahren  zum  Zweck  der  Zwangsenteignung  wird  die  Staatseisenbahnverwaltung
  durch  die  Bauabtheilung  der  Generaldirektion  der  Staatseisenbahnen
vertreten.