Hundepolitik.
Das Unmögliche ist Tat geworden: Der Reichstag.
die bürgerlichen Parteien, die offtzielle sozlaldemokratische
Fraktlon haben sich noch mehr mit — bedeckt, als das
bis jett schon der Fall war. Es schien, daß dieses unauffindbare
Parlament, daß diese edle Gesellschaft in politischer
Selbsterniedrigung, im Preisgeben des elementarsten polilischen
Anstandes derells dqs Menschenmögliche geleister
te. daß es in diesem Sumypfe einfach nicht tiefer gehe.
weit gefehlt del der Behandlung bes Falles Lievknecht
haden Reichslag, bürgerliche Mehrhelt und soglaldemokralische
Frneiionemehrhe#t ihre eigene Insamie weit Übertroffen.
.Clebknecht ist bei der Erfüllung seiner Pflicht als internationaler
Soziallst, bei der. Demonstrarion am 1. Mal,
von den Polizeischergen ergriffen und der Militärgerichts.
barkeit überantwortet worden.- glebkncht ist Reichstagd.
Abgeordnetex ist zur Ausübung seines Mandats als Volksvertreter
vo Militärdlenst beurlaubt, ist also während der
Reolchsungssession keln Soldas, sondern Volksverkreter. Ihn
oor den Krallen der Militärjustig wie vor jeglicher politischer
Verkolgung zu schützen, war elementörste Mict des Reichstags.
Jedet Parlament der Welt bezrachtet es als ein
O##bot der SGelbstachtung, seine Micglleder vor den Reglerungslien
zu schüten. Hier geschah das Unerhörte, daß Bel-—
in der Geschichte aller Parlamente: der Reichsta
lleferre selbst eines seiner Mitglieder der Militärjustiq#
Wenige Tage darauf folgte der zwelie Bkt der Farce:
derselbe Reichstag lehnte es ad, seine Mitglieder vor solchen
Beutaliläten und gewaltigungen, zu schüßen, wir sie
Liebknecht gegenüber verübt worden sind. als er am B. April
die Mache mit der letzten. deutschen Kriegsanleihe kritisch
beleuchten wollte! Und die rabiqlesten Schreler dieser parlamentarischen
Selhstentleäitzung wy#t erte die Freisinnigen.
Der Geist Cugen Nuchters, des Stiefelputzers der
Reaktion aus der Zeit des Hungergolltarifs, lebt in seinen
würdigen Nachfahren. Unter dem Schrei: „Landesverrat".
Kürzen sich die Hubrich und Müller-Meiniugen mit Fäusten
auf *8 der die Relchstagsule#gne desteigt, um Kritik an
der Reglerung zu üben. l Schrei:«L-ndesoekkqt«
liefern die Payer und Leeschl e Immunitak der Volksvertretung
dem Militärsäbel aus. Den Oertel und Heydebrand
bleidt nach diesem lideralen Geheul nichts m hr zu
!n übrig. Und dle sozialdemokratische Mehrheitbfraktion?
wies nicht mit einer Silbe dieses Gekrächz zurück. Die
Durchhaltepolitiker“, die Scheidemann und Gen. halten ja
keioft jeden, der sozialbemokratische Grundsäge hochhält und
den Bälkermord bekämpft, für einen Landesverrätec. «
Landesverrat! Landesoerrat!
Maiseier ist Landesoerrat! Krlzlik an der Kriegsanleihe
— Landegorrrat! Juternationals. Solioamtät —
Landedderrat! Klassenkampf — Landesoerrat! Budgetoblehnung
— Landesverrat! Streles zue Erhöhung der
Heszrlhne — Landesoverrat! Oeffentche Erörterung
des smittelwuchers — Landesoerrat l.. Klageschrei der
hungernden Fraen vor den Läden — Landesverrat! Was
kausendmat in
Waldemorcauilcden= Zeltungen. In sozialdemokratischer
Wählerversammlungen, in spzlaldemokratischen
Relchstagsreden gäas wosden, ist- heute Londesverrat.
Die gesamte. — lae TArigkelt der Sozialdemo-Frne
gegen L. — Kia nesthos Kai.
olidariä, nationale Einigkeit, vaterlahndische Phrase gerichtet
war, ist Landesverrar! 5*
Die- Payer--Liesching Oubrich, die Daoly-Landsberg-49
diltatur, leise um
A # „# Murssstsa#t #e# uer C###### uer —
er####### # Vsl#n
4. L# 1 . der —.
————— anberen
Scheidemann haben alle Staatsanwälte Übertroffen, alle
Polizetipräsidenten beschämt, den sellgen Tessendorf nachträglich
zum Waisenknaben gemacht. Wehe, wenn diese
Kerls das Bi#marcksche Sozialistengesetz zu handhabem
habt hätten! Sie ——— g
Abgeordneten und Redakteure ins Zucht gesteckt, sie
hätten unseren August Bebel, unseren alten Liebknecht an
den Galgen gebracht. Dle Scheidemann-Leute leisteten fich
die Komstie sormell einen Antvag betr. die Immanttät
Liebknechts zu stellen, aber sie begründeten lhn damit, daß
Liebenechts Kamof nicht gefährlich, daH das deutsche Bolk
in seinem Kadavergeharsam doch nicht zu erschüttern sei!
Ja. in der Kommission deß Reichstages sagte der „Sozialdemokrat=
David mit Bezug, auf Karl Lledenecht: #in
Hund, der laut belle, beiße nicht!
Auf all diese Infamie im Nelchbtag die tri
Antwort zu geben. nicht adookatorisch, nicht Kisch.
sondern sogialistisch, nicht debattieren, nicht .
sondern tte berächtliche Gesellschaft als eine Rotte von
Volksverrätern zu drandmarken, dazn fehlte eben - Lletknecht!
Die Antwort soll ihnen ader von den Massen des
Proletariats gegeben werden, von den Massen des hungerndea,
geknechteten, ais Kanonenfutter mißhzbrauchten
Bolkes. d die „Hunde--Worte des sozlaldemotratischen
Mehrheitsredners sollen dadel nicht vergessen werden.
in Hund ist, wer den Stlefel der Herrschenden leckt,
der d jahrzehntelang mit Tritten bedachte.
in Hund ist, wer im Maulkord des 3
zustandes froͤhlich schweifwedelt und ben Herren der
nade winselnd, in die Augen blickt.
Ein Hund ist, wer einen Adwesenden, einen Gefesselten
heiser anbellt und dabei den augenblicklichen Mochthabern
Apportdienste leistet.
Ein Hund ist. wer die ganze Vergangenheit selner Partei,
wer alles, was ihr ein Menschenolter hellig war, auf Kommando
der Regierung abschwört, begelfert, in den Kot trin.
Hunde siad und bleiben demnach die Daold, Landsberg
und Gemossen. Und sle werden sicher von der deutschen
Arbeiterschaft, wenn der Tag der Abrechnung kommt, den
wohlverdienten Fußtritt bekommen.
Daß dieser Tog so dald wie möglich andricht und so
gründich Arbeit wie möglich verrichten. 8½ die Affäre
lebknecht — sowohl sein Beispiel wie dee Insamlen des
Reichstages und der Fraktionsmehrtzeit — tüchtig deigetragen.
Nun muß e#ß auch jedem Manne und jeder Frau
des Volkes klar sein: dieses Parlament, diese perächtliche
Mameluckenhorde von Payer dis David sind vor dem Ge.
richt der Weltgeschichte adgetan und erledigt. Nur dle
Selbsttäligkeit der Massen. nur kühne Inltlarioe der Massen.
nur nachdrückliche Aktion des Klostlenkampfs auf der 1####
Anie kann uns auf den Weg hlnausführe. "
mord, der Militärdiktatur, dem langsamen Verhungern des
Bolkes ein Ende zu machen. ·
Unddas»koekveudbMassennu-fwiqdeagut.m
stehtternthademimKampfeiüsddiJhcqltbist-HunatioaneasSozialldmuswchkbknkchbdasIIJOII
disschaazezuichlagvhweunfleylcht Händ-usedsondern
auch durch Taten und Handlungen zeigen:
Nlcht zählen wir den
chi die Gefahren all.
Wennsie hunderttausendstimmig, milllonenstimmig lm ganzen
Reich den Ruf Liebknechts immer und immer wieder erhedem:
Vieder mit dem Kriege! Proletarier aller Känder, vereinigt Euch!
S-——— INoenturiala
Faksimile 8. (Siehe S. 48.)
Breithaupt, Volksvergiftung.