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Der „Ne#eieersscheimt täglich nachmiktags 4 Ur (mil Ausnahme der Gonn- ,· ·-udesex-DekÆvnaemenlopkeigbelküqtvtnslellühkllchSMakkloPiemfsp
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Rosenheimer Anzeiger
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Rosenheimer Tagblakt
Amtliches Publikations-O#gen
Nemu#er 147 a Keth.1 Leo II., Papst,
Die wiedererwachle Besflie.
RNosenheim, 27. Juni.
Wenn nicht alle Anzeichen trügen, sieht Ruß
land vor neuen schweren inneren Erschütlerungen.
#zwar braucht man nicht alle Meldungen ernst
zu nehmen, die jeßzt durch die Ententelunäle uber
Die Lage in Ruhland verbreilet werden, allein
die Anzeichen mehren sich doch, die auf einen
bevorstehenden Um'turz in Rußland hindenien.
Die alte russische Revolulionobestie, die seit bald
zwei Jahren eigentlich nie recht zur Ruhe gekommen
ist. scheint aufs neue erwach! zu sein.
Die Ursachen der gegenrevolutionären Ve
megung in Rußland sind sehr zahlreich. Die
Bolschewisten mil ihren verdrehten Ansichten und
Praktiken haben das Chaos geradezu ungeheuerlich
gestaltet; ihre Gewaltherrschaft gegen das
Bürgertum, „die Bourgevisie“, hat lihnen eine
s#arke seindliche Macht geschaffen. Desorgani
sation und Mihwirtschaft haben sich in? Un
nemessene gesteigerl, der Hunger in den großen
Stadten nimmt immer düiterere Formen an.
Dazu kommt die Unmfriedenheit über den Frieden
von Brest- Litowsk, dessen „harte Bedin
nungen“ der verständnislosen Starrlöpfigkleit des
Herrn Trotzli zugeschrieben werden. Ein nicht
zu unterschäbendes „Triebmitlel"“ der Gärung
in Grohruhland ist das Geld der Entente. Die
Aufstandbewegung der Tschecho-Slowaken er
freut sich der latlräftigen Unterstülzung der Enlente,
und auch bei der sibirischen Gegenrevo
lution haben Amerikaner, Eugländer und Fran
josen die Hand im Spiele. Die Rechnung der
Herren in Washington. London und Parie geht
dahin, das ihnen gefügige Bürgerlum etwaunter
der Führung eines Kerenski zum
meuen Kriege gegen Deutschland zu
drängen und so eine neue Ostfront zu
schafsen, die den gesährdeten Wesien entlasten
muhßte. Also neues russisches Kanonenfutter!
Es wird sich in den nächsten Wochen zeigen.
ab die Rechnung der gescheiten Herren in allen
Teilen ftimmt. Auf deutscher Seile hat man
allen Anlaß, die Vorgänge in Ruhland mil of
senen Augen zu verfolgen. Es sind je doch bereils
alle Mahnahmen getroffen, um elwaigen Ueberlaschungen
im Osten gewachsen zu sein.
1 Ueber die Vorgänge in Rußland liegen nachsichende
neue Meldungen vor:
Aus dem Haag, 27. Juni. (Drahtbevichl.)
Nach einer Mitteilung aus Petersburg
erhält sich dort hartnäckig das Gerücht, daß
der Erzar in einem Zuge, der von dem durch
die Tschecho-Slowalen eroberten Jelaterinenburg
oubging, ermordet worden sei. Sein Sohn Alerei
soll nach langer Krankheit gesiorben sein. Die
Regierung erklärt, das Gerücht von der Eremordung
des zaren Jei noch nicht beslätigt.
Großfürst Nichael Romanow soll in
Omsk die Gegenurevolution leiten und
dott einen Aufruf gegen die Bolscheuiki verüffentlicht
haben. Er weigert sich aber, den
Thton anzunehmen und befürwortet jtalt delsen
die Einberufung der allrussischen Volksversammung.
Kerenski in E
* London, 27. Juni.
Daily News berichten:
angekommen.
7 Die bedrohten Bolschewiki.
** Bern, 26. Juni. Wie die Petersburger
Telegraphenagentur meldet, erklärte Trotzkn,
daß der tschecho-slowakische Aufruhr infolge
Ulnterstützung der russischen Gegen
rrevolution immer größeren Umfang annehme.
Die Tschecho-Slowaken haben mindestens
behn große Slädte besetzt, darunter Pensa,
l.
ugland.
(Drahtbericht.) Die
Kerenski ist in England
Sa a-Nowo-
Nikolajew, Omsk und bedrohen
Sie üben ein Schreckensregiment aus
ulanphmen vielfach Hinrichtungen der Sowmjetbehörden
vor. Sie handeln im Einverständnis
ztit den gegenrevolutionären russischen Weißen
L
Das hungernde Petersburg.
§ Basel, 26. Juni. Die „Neue Korrespondenz“
meldet aus Detersburg: Der Sowiet richlele
an alle Kisenbahnerorganisationen ein Mani-
Freitag, 28. Inni 1918
Hie Gegenrevolution in Rußland.
Eine Friedensvermittlung dureh Spanien? —
Englisch-amerikanische
Fühler. — Ein Seegefecht in der Rordsee. — TLuftangzriff auf Paris.
fest, daß die Bevöllerung bedroht sei, Hungers
eu sterben. Man nähere sich der kritischiten Pe-Das
Eisenbahnerpcrsonal wird dringend
gebelen, das Möglichste zu tun, damit wenigstens
die Arbeiterbevölkerung ernährt werden könne.
Die Friedensfeage.
° Genk, 26. Juni. Das „Journal der De
bats“ meldete, Clemenceau werde auf eine so
hialistische Anfrage hin im Kammerausschuß
nächsie Woche zu der Rede des Grafen Vurian
Stellung. nehmen. Deigegenüber berichtet der
„Tempo“, der Kammerausschuß für Auswärtt
ges habe auf Verlangen der Regierung die Friedensfrage
auf sechs Wochen verlagt.
Friedeusvermittlung durch
Spanien"?
Haag, 26. Juni. Ein Teil der holländischen
Blätter bringt ein Neutertelegramm aus Ma
drid. Darin heißt es: „Der österreichische Vol
schafter besuchte den spanischen Außenminisler.
In den Wandelgängen wurde mitgeteilt, daß die
NRegierung die Cortes vertagen möchte, um voll
kommene Frriheit des Handelns in den schwe
benden und äußerst michtigen internationa
len Verhandlungen zu haben.“ Ein an
derer Teil der holländischen Presse halt diese
Meldung für die Ankündigung einer beginnen
den Friedensvermitktlung, die auf
öôsterreichischen Wunsch vom Konig von
Spanien ausgehen soll.
Branuting in Euglund.
*Aus dem Haug. 27. Juni. (Draht
bericht.) Hollands Nicumes Büro meldet aus
London, Branting ist nuunmehr in London an
gelommen, um an der Arbeiterkonferenz teil
zunehmen.
de schlachh im Westen.
In Erwartung der neuen Offensive.
* Rotterdam, 26. Juni. Die Londoner
„Daulo Mail“ schreibt Die Vorbercitungen,
die der Feind für eine neue Offensive getroffen
hat, sind beinahe beendet. Nahezu drei
Viertel seiner verwendbaren Reserven slehen ge
genüber der englischen Grom. Die zunehmende
Anzahl der Ausklärungoflieger über unseren Li
nien ist ein weiteres Zeichen für die Bereilschaft.
Erplosionenin Aerdun.
Berlin, 27. Juni. (Drahtbericht.) Am
25. Juni vormitlags wurden im Ostteil von
Verdun zwei SExplosionen beobachtet. oie grosic
Brände zur Folge -hatten.
die gänpse n in venejien.
Der amtliche ssterreichische Bericht.
WIB. Wien, 26. Juni. Amtlich wird verlautbart:
An den Fronten westlich der Eisch war die
Gefechtstätigleit in den letzten Tagen wieder
lebhafter.
Auf dem Zugna-Rücken schlugen wir starle,
durch heftiges Geschützfeuer eingeleitete Vor
stöße unter schweren Feindverlusten ab. Auf
der Hochfläche von Asiago und zwischen Brenta
und Piave verlief der gestrige Tag wesentlich
Tuhiger. Das erbitterte Ringen vom 24. Juni
hal für die Italiener mit einem vollen Mis 1
erfolg geendet, der am ersten dadurch in die
Erschelturn tritt, daß in den meistumstrittenen
Kampfgebieten, auf dem Asolone und dem Monte
Pertica, unsere dem Feinde folgenden Abteilungen
beträchtliche Abschuitle seiner vorderslen
Vinie in Besitz nahmen. So sind demnach dank
der Tapferkeit und dem herzhaften Zugreisen
1
i
unserer in ungebrochener Kampfkraft fechtenden
Truppen alle italienischen Anstrengungen, das
am 15. Juni eingebußte Gelände zuruckzuerobern,
blutig gescheitert.
Bei der Heerergruppe des Feldmarschallo v.
Vorocvic keine besonderen Ereignisse.
Der Chek des General#tabs.
Das nnse der Piave.
DHOaag, 25. Juni. Oie Morningpost er
führt aus Ho italienischen Hauptquartier vom
Montag: Das Ho wasser der Piave hal den
hochsien Stand seil dem Jahre 182
erreicht. Es ist selbitverständlich, daß dadurch
die Fortsetzung der österreichischen Angriffe verindert
wird, obwohl natürlich auch eine italie
nische Gegenoffensive unter diesen Umständen von
durchschlagendem Erfolg sein könnie.
Der Krieg zur See.
Rege Tätigleit in der Noroscc.
DOaag, 25. Juni. Dem „Pelil Jour.
nal“ wird aus Kopenhagen gemeldet: Eine
große Tatigleit wurde in der Nordsec seilgc.
siellt. Man vernahm von der Kune Jütland
lebhafte Kanouoade.
Angemeines vom KReieg.
Die Gewaltherrschaft in Irland.
Berlin, 26. Juni. In Jrland itt die
[Diltatur eingefuhrt Luorden. Das „Pelit
Journal“ berichtel aus London, daß in Irlund
die verfassungsrechtlichen Garantien außer Krast
gesetzi worden lind.
Eine angebliche Spionagcaffarec.
Buaijel. 26. Juni. Die „Vasler Nachrich
ten“ melden aus London, daß der ehemalige
Spionageverdach! verhaftet wurde.
Noch eine ganze Reihe anderer Personlichkeiten
werde beschuldigt, den Deutschen Dolumente üler
die nationale Verkeidigung geliefert zu haben.
Masaryk beim Präsidenten Wilson.
TVern. 26. Juni. Der Tschechenführer Pro
sessor Masarul murde vom Präsidenten Wilson
empfangen.
Mörder und Mörderverehrung.
Wiederum erreicht und auf dem Wege uber
ein wesischweizer Blatt, die „Feuille d'Avis de
Lausame“ vom 8. Juni 1918, die Nachricht
von ciner neuen englischen Mordtat, die die
blutigen Namen „Baralong“ und „King Siephen“
aufs neue in jedem Deutschen schmernlich
lebendig macht. Ein Ossizier der englischen Han
velstnarne brachte lürzlich ein ihn angreifendes
I. Boot durch Geschütfeuer zum Sinten. Die
fla besagt mit grausamer Knappheit:
„Trotz den Rusen der Deutichen „Kamerad!“
verzichtete der englische Öffii ier darauf, diese
Schurken zu retlen, so daß die ganze Besatzung
von den Wogen verschlungen wurde.“ Es ist
nicht erwähnt, ob er. wie die Edlen des „Baralong“,
auch auf die mit dem Tode Ringenden
einen Schiebsport eröffnet hat. Vielleicht
war seinem angelsächsischen Herzen der Anblick
langsamer Todesqualen eine größere Wollust.
Wir in Deutschland machen uns ja immer noch
keinen rechien Begriff von den Moglichkeiten
der sittlichen Verrohung, die in England als
Folge einer allzu langen, rein materiellen Wellherrschaft
und eines hohlen, von keinerlei Geistigkeit
getragenen Herrentume sich entwickelt hat.
Rur auf ein Voll, das selbst die rohesten Triebe
in sich trägt, lonnten ia auch die grausig- plumnen
und grellen Greueliugen und Mordplalate ihre
V##: Josua.
Lordmajor von Sheffielde, Zir A#nas, wegen
64 J-r
Wirkung tun. Im Deutschen lell selbst gegen
die zuweilen unvermeidlichen GOrauiamkeiten, die
ein solcher Krieg auf Leben uno Tod mit sich
bringt, ein tieses inneres Widerilreben; der Eng
lander, hierin seinen ihm ion so vesensfremden
romanischen Bundesbrudetn verwandt, findet in
ihnen eine willlommene Gelegenheit, dunsle, höl
lische Triebe seiner Rasse loszulaliim und unge
fraft am hellen Tageslicht sich ausloben zu
lassen.
Ungestraft. mehr noch: vetherrlicht?
Und dies i#ll an dieser neuen Nachricht das
(Grauenvollste: Georg V., Konig von Gr)5
biitannien und Irland. hat üich den Morder
Hilfloser. in Ausubung ihrer milil##rischen Pflicht
außer Kampf geietzter Gegner petsönlich vor
siellen lassen und ihn mit einer „seht hohen Aus
zeichnung“ geschmuckt! Zelbin das gewiß nicht
übermäßig deutschfreundliche Lauanner Blatt
kann sich nicht enthallen, hierzu de Bemerkung
zu machen, daiß man wwar schon kavon gehört
habe, daß auch deutsche U. Bools-Kommandan
len ihre Opfer ihrem Schicksal übellassen hatten.
aber noch nie., daß Kaiser Wilhelm ihnen da
für eine besondere Auszeichnung volliehen hatte.
Nun ist es ja aber aller Welt bekannt. daß oie
deutschen U. Boole, oie für das Uben unslerer.
von England mit Aushungerung beorohlen
Krauen und Kinder kampfen, in allen Fallen
ihr Acußerste# tun, um die Bettzungen der
lorpedierten Schiffe, selhn unter egener schwer
iter Gefahrdung. zu reiten oder se weniglleuin
Voolen auszusenzen. Hier aber wurden wie
derum. ktrotzdem die Reklung der Ertrinkende“
eine Leichtigkeit für den Engländer gewesen ware.
mil höhnischer Roheit die braven deutschen See
leute ihrem Schicksal überlassen und ihr letzter
Ruf „Kameraden“ mil einem kalten Grinsen be
antwortet.
Der große englische Historiker urd Philosoynh
Thomas Carlyle, ein gluhender Vetehrer Fried
richo des GGroßen und deutschen Geiftes uber
haupt. hat einn ein beruhmtes Buch uber „Hel
den und Heldenverehrung“ geschiehen. Cin
neuer englischer (Geschichtoschreiber leimte sich mit
Kug das Thema „Mörder und Morderver
ehrung" wohlen.
Für Uuns isl diese erschreckende Behung eng
lischer Moral eines der uberzeugenssien Zeiche“
des wellgeichichtlichen Riedergangs England.
Die ganze wulende Ohumacht, d ihre Ver
nichlungsziele nicht mehr in einem ritterlichen
Ringen erreichen kann, druckt sich dain aus. F#
sler kann uns in unserem Siegespillen nichtezusammenschließen,
als die Beitätigug # und Ver
herrlichung solcher seiger Mordtaten. Die Man
ner vom „Baralong“, vom „Kim Sterhen“
und nun dieser ungenannte Mordbuke stehen vor
Deuschland als Gerichtete, und mt ihnen die
Nation, die ihnen Beifall ruft. der Tag der
Vergellung wird kommen, d as schwören wir alle
unseren braven, seige ermordeten Brudern zu.
Mord an Gesangenen.
Unter eidlicher Belraft#gung terichtet der
Krankenträger D. folgende Begebuheiten au.
den Kämpfen bei St. Marie-u.Maes im Sen
tember 1915: ..Ich war mit dem Kankentrager
A. gerade beim Verbuiden eines sranzösischen
Verwundeten, als wir von den vordringenden
Franzosen umringt und gejsangen genommen
murden. Der französische Korporal sagte, daß
nur das rote Krenz unser Leben lelte, deun
alle übrigen Deutschen würden kaputl
gemacht. da ein verwundeier deutscher
Husar in der Nähe lag, bat ich, diesen noch verbinden
zu dursen. Der Husar gehörte zu einer
unserer Kompanie zur Verstärkung beigegedenen
Schwadron. Er war an der Hüfte schwer ver
mundet, die Gedärme hingen ihm heraus. Der
französische Korporal antwortete auf meine
Bitte: „Es wird nichts verbunden, es wird
alles kaput gemacht.“ Darauf zog u#r ein Dolch.
messer und durchschnitt dem Husaren die Kehle,
daß er sofort starb. Als wir späler vor den
Regimentslommandeur gebracht wutden, rief diesser
dem Korporal zu, er solle uns ins freie
Feld laufen lassen und uns zusanmenschieben
Der Korporal bat, uns schonen z dürfen, ar
Mir Kronlenträger seien und schon einen französischen
Verwundeien verbunden. Kuen.