Full text : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

 

 

 

 

 

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Der  „Ne#eieersscheimt  täglich  nachmiktags  4  Ur  (mil  Ausnahme  der  Gonn-  ,·  ·-udesex-DekÆvnaemenlopkeigbelküqtvtnslellühkllchSMakkloPiemfsp
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Fernsprecher:  OQerlag  und  Redaktion  Rr.  72,  Inseraten-Abteilung  Nr.  233.  *  —  «

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Rosenheimer  Anzeiger

 

 

 

Die  e##paltige  Peitigeile  im  Anzeigentell  kostet  15  Pig.,  51e  Pettlzeilc  im  Rellameleil  40  N.
Die  Annahme  von  Anzeigen,  Nekiumen  und  Betlagen  ersolgt  durch  die  Annonen-Expedlilon
Caasenstein  &  Logler,  A.-(-,  Rosenheim,  Muͤnchen,  Nurnberg,  Berlin,  Bees##  Ce#ak

Schluß  der  Anzelgen-Annahme  12  Uhr  millags.

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Rosenheimer  Tagblakt

Amtliches  Publikations-O#gen

Nemu#er  147  a  Keth.1  Leo  II.,  Papst,

Die  wiedererwachle  Besflie.

RNosenheim,  27.  Juni.

Wenn  nicht  alle  Anzeichen  trügen,  sieht  Ruß
land  vor  neuen  schweren  inneren  Erschütlerungen.
#zwar  braucht  man  nicht  alle  Meldungen  ernst
zu  nehmen,  die  jeßzt  durch  die  Ententelunäle  uber
Die  Lage  in  Ruhland  verbreilet  werden,  allein
die  Anzeichen  mehren  sich  doch,  die  auf  einen
bevorstehenden  Um'turz  in  Rußland  hindenien.
Die  alte  russische  Revolulionobestie,  die  seit  bald
zwei  Jahren  eigentlich  nie  recht  zur  Ruhe  gekommen
  ist.  scheint  aufs  neue  erwach!  zu  sein.

Die  Ursachen  der  gegenrevolutionären  Ve
megung  in  Rußland  sind  sehr  zahlreich.  Die
Bolschewisten  mil  ihren  verdrehten  Ansichten  und
Praktiken  haben  das  Chaos  geradezu  ungeheuerlich
  gestaltet;  ihre  Gewaltherrschaft  gegen  das
Bürgertum,  „die  Bourgevisie“,  hat  lihnen  eine
s#arke  seindliche  Macht  geschaffen.  Desorgani
sation  und  Mihwirtschaft  haben  sich  in?  Un
nemessene  gesteigerl,  der  Hunger  in  den  großen
Stadten  nimmt  immer  düiterere  Formen  an.
Dazu  kommt  die  Unmfriedenheit  über  den  Frieden
  von  Brest-  Litowsk,  dessen  „harte  Bedin
nungen“  der  verständnislosen  Starrlöpfigkleit  des
Herrn  Trotzli  zugeschrieben  werden.  Ein  nicht
zu  unterschäbendes  „Triebmitlel"“  der  Gärung
in  Grohruhland  ist  das  Geld  der  Entente.  Die
Aufstandbewegung  der  Tschecho-Slowaken  er
freut  sich  der  latlräftigen  Unterstülzung  der  Enlente,
  und  auch  bei  der  sibirischen  Gegenrevo
lution  haben  Amerikaner,  Eugländer  und  Fran
josen  die  Hand  im  Spiele.  Die  Rechnung  der
Herren  in  Washington.  London  und  Parie  geht

dahin,  das  ihnen  gefügige  Bürgerlum  etwaunter
  der  Führung  eines  Kerenski  zum

meuen  Kriege  gegen  Deutschland  zu
drängen  und  so  eine  neue  Ostfront  zu
schafsen,  die  den  gesährdeten  Wesien  entlasten
muhßte.  Also  neues  russisches  Kanonenfutter!

Es  wird  sich  in  den  nächsten  Wochen  zeigen.
ab  die  Rechnung  der  gescheiten  Herren  in  allen
Teilen  ftimmt.  Auf  deutscher  Seile  hat  man
allen  Anlaß,  die  Vorgänge  in  Ruhland  mil  of
senen  Augen  zu  verfolgen.  Es  sind  je  doch  bereils
alle  Mahnahmen  getroffen,  um  elwaigen  Ueberlaschungen
  im  Osten  gewachsen  zu  sein.

1  Ueber  die  Vorgänge  in  Rußland  liegen  nachsichende
  neue  Meldungen  vor:

Aus  dem  Haag,  27.  Juni.  (Drahtbevichl.)
  Nach  einer  Mitteilung  aus  Petersburg
erhält  sich  dort  hartnäckig  das  Gerücht,  daß
der  Erzar  in  einem  Zuge,  der  von  dem  durch
die  Tschecho-Slowalen  eroberten  Jelaterinenburg
oubging,  ermordet  worden  sei.  Sein  Sohn  Alerei
soll  nach  langer  Krankheit  gesiorben  sein.  Die
Regierung  erklärt,  das  Gerücht  von  der  Eremordung
  des  zaren  Jei  noch  nicht  beslätigt.
Großfürst  Nichael  Romanow  soll  in

Omsk  die  Gegenurevolution  leiten  und
dott  einen  Aufruf  gegen  die  Bolscheuiki  verüffentlicht
  haben.  Er  weigert  sich  aber,  den
Thton  anzunehmen  und  befürwortet  jtalt  delsen
die  Einberufung  der  allrussischen  Volksversammung.


Kerenski  in  E

*  London,  27.  Juni.
Daily  News  berichten:
angekommen.

7  Die  bedrohten  Bolschewiki.

**  Bern,  26.  Juni.  Wie  die  Petersburger
Telegraphenagentur  meldet,  erklärte  Trotzkn,
daß  der  tschecho-slowakische  Aufruhr  infolge
Ulnterstützung  der  russischen  Gegen
rrevolution  immer  größeren  Umfang  annehme.
  Die  Tschecho-Slowaken  haben  mindestens
behn  große  Slädte  besetzt,  darunter  Pensa,

l.

ugland.
(Drahtbericht.)  Die
Kerenski  ist  in  England

Sa  a-Nowo-
  Nikolajew,  Omsk  und  bedrohen
Sie  üben  ein  Schreckensregiment  aus
ulanphmen  vielfach  Hinrichtungen  der  Sowmjetbehörden
  vor.  Sie  handeln  im  Einverständnis
ztit  den  gegenrevolutionären  russischen  Weißen
L

Das  hungernde  Petersburg.

§  Basel,  26.  Juni.  Die  „Neue  Korrespondenz“
  meldet  aus  Detersburg:  Der  Sowiet  richlele
  an  alle  Kisenbahnerorganisationen  ein  Mani- 



 

Freitag,  28.  Inni  1918

Hie  Gegenrevolution  in  Rußland.

Eine  Friedensvermittlung  dureh  Spanien?  —

Englisch-amerikanische

Fühler.  —  Ein  Seegefecht  in  der  Rordsee.  —  TLuftangzriff  auf  Paris.

 

fest,  daß  die  Bevöllerung  bedroht  sei,  Hungers
eu  sterben.  Man  nähere  sich  der  kritischiten  Pe-Das

  Eisenbahnerpcrsonal  wird  dringend
gebelen,  das  Möglichste  zu  tun,  damit  wenigstens
die  Arbeiterbevölkerung  ernährt  werden  könne.

Die  Friedensfeage.

°  Genk,  26.  Juni.  Das  „Journal  der  De
bats“  meldete,  Clemenceau  werde  auf  eine  so
hialistische  Anfrage  hin  im  Kammerausschuß
nächsie  Woche  zu  der  Rede  des  Grafen  Vurian
Stellung.  nehmen.  Deigegenüber  berichtet  der
„Tempo“,  der  Kammerausschuß  für  Auswärtt
ges  habe  auf  Verlangen  der  Regierung  die  Friedensfrage
  auf  sechs  Wochen  verlagt.

Friedeusvermittlung  durch

Spanien"?

Haag,  26.  Juni.  Ein  Teil  der  holländischen
Blätter  bringt  ein  Neutertelegramm  aus  Ma
drid.  Darin  heißt  es:  „Der  österreichische  Vol
schafter  besuchte  den  spanischen  Außenminisler.

In  den  Wandelgängen  wurde  mitgeteilt,  daß  die
NRegierung  die  Cortes  vertagen  möchte,  um  voll
kommene  Frriheit  des  Handelns  in  den  schwe
benden  und  äußerst  michtigen  internationa
len  Verhandlungen  zu  haben.“  Ein  an

 

derer  Teil  der  holländischen  Presse  halt  diese

Meldung  für  die  Ankündigung  einer  beginnen
den  Friedensvermitktlung,  die  auf
öôsterreichischen  Wunsch  vom  Konig  von
Spanien  ausgehen  soll.

Branuting  in  Euglund.

*Aus  dem  Haug.  27.  Juni.  (Draht
bericht.)  Hollands  Nicumes  Büro  meldet  aus
London,  Branting  ist  nuunmehr  in  London  an
gelommen,  um  an  der  Arbeiterkonferenz  teil
zunehmen.

de  schlachh  im  Westen.

In  Erwartung  der  neuen  Offensive.

*  Rotterdam,  26.  Juni.  Die  Londoner
„Daulo  Mail“  schreibt  Die  Vorbercitungen,
die  der  Feind  für  eine  neue  Offensive  getroffen
hat,  sind  beinahe  beendet.  Nahezu  drei
Viertel  seiner  verwendbaren  Reserven  slehen  ge
genüber  der  englischen  Grom.  Die  zunehmende
Anzahl  der  Ausklärungoflieger  über  unseren  Li

nien  ist  ein  weiteres  Zeichen  für  die  Bereilschaft.

Erplosionenin  Aerdun.
Berlin,  27.  Juni.  (Drahtbericht.)  Am
25.  Juni  vormitlags  wurden  im  Ostteil  von
Verdun  zwei  SExplosionen  beobachtet.  oie  grosic
Brände  zur  Folge  -hatten.

die  gänpse  n  in  venejien.
Der  amtliche  ssterreichische  Bericht.

WIB.  Wien,  26.  Juni.  Amtlich  wird  verlautbart:


An  den  Fronten  westlich  der  Eisch  war  die
Gefechtstätigleit  in  den  letzten  Tagen  wieder
lebhafter.

Auf  dem  Zugna-Rücken  schlugen  wir  starle,
durch  heftiges  Geschützfeuer  eingeleitete  Vor
stöße  unter  schweren  Feindverlusten  ab.  Auf
der  Hochfläche  von  Asiago  und  zwischen  Brenta
und  Piave  verlief  der  gestrige  Tag  wesentlich
Tuhiger.  Das  erbitterte  Ringen  vom  24.  Juni
hal  für  die  Italiener  mit  einem  vollen  Mis  1
erfolg  geendet,  der  am  ersten  dadurch  in  die
Erschelturn  tritt,  daß  in  den  meistumstrittenen
Kampfgebieten,  auf  dem  Asolone  und  dem  Monte
Pertica,  unsere  dem  Feinde  folgenden  Abteilungen
  beträchtliche  Abschuitle  seiner  vorderslen
Vinie  in  Besitz  nahmen.  So  sind  demnach  dank
der  Tapferkeit  und  dem  herzhaften  Zugreisen

1

i

unserer  in  ungebrochener  Kampfkraft  fechtenden
Truppen  alle  italienischen  Anstrengungen,  das
am  15.  Juni  eingebußte  Gelände  zuruckzuerobern,
blutig  gescheitert.
Bei  der  Heerergruppe  des  Feldmarschallo  v.
Vorocvic  keine  besonderen  Ereignisse.
Der  Chek  des  General#tabs.
Das  nnse  der  Piave.
DHOaag,  25.  Juni.  Oie  Morningpost  er
führt  aus  Ho  italienischen  Hauptquartier  vom
Montag:  Das  Ho  wasser  der  Piave  hal  den
hochsien  Stand  seil  dem  Jahre  182
erreicht.  Es  ist  selbitverständlich,  daß  dadurch
die  Fortsetzung  der  österreichischen  Angriffe  verindert
  wird,  obwohl  natürlich  auch  eine  italie
nische  Gegenoffensive  unter  diesen  Umständen  von
durchschlagendem  Erfolg  sein  könnie.

Der  Krieg  zur  See.

Rege  Tätigleit  in  der  Noroscc.
DOaag,  25.  Juni.  Dem  „Pelil  Jour.
nal“  wird  aus  Kopenhagen  gemeldet:  Eine

große  Tatigleit  wurde  in  der  Nordsec  seilgc.
siellt.  Man  vernahm  von  der  Kune  Jütland
lebhafte  Kanouoade.

Angemeines  vom  KReieg.
Die  Gewaltherrschaft  in  Irland.
Berlin,  26.  Juni.  In  Jrland  itt  die
[Diltatur  eingefuhrt  Luorden.  Das  „Pelit
Journal“  berichtel  aus  London,  daß  in  Irlund
die  verfassungsrechtlichen  Garantien  außer  Krast
gesetzi  worden  lind.

Eine  angebliche  Spionagcaffarec.
Buaijel.  26.  Juni.  Die  „Vasler  Nachrich
ten“  melden  aus  London,  daß  der  ehemalige

Spionageverdach!  verhaftet  wurde.
Noch  eine  ganze  Reihe  anderer  Personlichkeiten
werde  beschuldigt,  den  Deutschen  Dolumente  üler
die  nationale  Verkeidigung  geliefert  zu  haben.
Masaryk  beim  Präsidenten  Wilson.

TVern.  26.  Juni.  Der  Tschechenführer  Pro
sessor  Masarul  murde  vom  Präsidenten  Wilson
  empfangen.

Mörder  und  Mörderverehrung.

Wiederum  erreicht  und  auf  dem  Wege  uber
ein  wesischweizer  Blatt,  die  „Feuille  d'Avis  de

 

 

Lausame“  vom  8.  Juni  1918,  die  Nachricht
von  ciner  neuen  englischen  Mordtat,  die  die
blutigen  Namen  „Baralong“  und  „King  Siephen“

  aufs  neue  in  jedem  Deutschen  schmernlich
lebendig  macht.  Ein  Ossizier  der  englischen  Han
velstnarne  brachte  lürzlich  ein  ihn  angreifendes

I.  Boot  durch  Geschütfeuer  zum  Sinten.  Die
fla  besagt  mit  grausamer  Knappheit:
„Trotz  den  Rusen  der  Deutichen  „Kamerad!“
verzichtete  der  englische  Öffii  ier  darauf,  diese

Schurken  zu  retlen,  so  daß  die  ganze  Besatzung
von  den  Wogen  verschlungen  wurde.“  Es  ist
nicht  erwähnt,  ob  er.  wie  die  Edlen  des  „Baralong“,
  auch  auf  die  mit  dem  Tode  Ringenden
  einen  Schiebsport  eröffnet  hat.  Vielleicht
war  seinem  angelsächsischen  Herzen  der  Anblick
langsamer  Todesqualen  eine  größere  Wollust.
Wir  in  Deutschland  machen  uns  ja  immer  noch
keinen  rechien  Begriff  von  den  Moglichkeiten
der  sittlichen  Verrohung,  die  in  England  als
Folge  einer  allzu  langen,  rein  materiellen  Wellherrschaft
  und  eines  hohlen,  von  keinerlei  Geistigkeit
  getragenen  Herrentume  sich  entwickelt  hat.
Rur  auf  ein  Voll,  das  selbst  die  rohesten  Triebe
in  sich  trägt,  lonnten  ia  auch  die  grausig-  plumnen

 

und  grellen  Greueliugen  und  Mordplalate  ihre

V##:  Josua.

 

Lordmajor  von  Sheffielde,  Zir  A#nas,  wegen

 

 

 

64  J-r

Wirkung  tun.  Im  Deutschen  lell  selbst  gegen
die  zuweilen  unvermeidlichen  GOrauiamkeiten,  die
ein  solcher  Krieg  auf  Leben  uno  Tod  mit  sich
bringt,  ein  tieses  inneres  Widerilreben;  der  Eng
lander,  hierin  seinen  ihm  ion  so  vesensfremden
romanischen  Bundesbrudetn  verwandt,  findet  in
ihnen  eine  willlommene  Gelegenheit,  dunsle,  höl
lische  Triebe  seiner  Rasse  loszulaliim  und  unge
fraft  am  hellen  Tageslicht  sich  ausloben  zu
lassen.

Ungestraft.  mehr  noch:  vetherrlicht?
Und  dies  i#ll  an  dieser  neuen  Nachricht  das
(Grauenvollste:  Georg  V.,  Konig  von  Gr)5
biitannien  und  Irland.  hat  üich  den  Morder
Hilfloser.  in  Ausubung  ihrer  milil##rischen  Pflicht
außer  Kampf  geietzter  Gegner  petsönlich  vor
siellen  lassen  und  ihn  mit  einer  „seht  hohen  Aus
zeichnung“  geschmuckt!  Zelbin  das  gewiß  nicht
übermäßig  deutschfreundliche  Lauanner  Blatt
kann  sich  nicht  enthallen,  hierzu  de  Bemerkung
zu  machen,  daiß  man  wwar  schon  kavon  gehört
habe,  daß  auch  deutsche  U.  Bools-Kommandan
len  ihre  Opfer  ihrem  Schicksal  übellassen  hatten.
aber  noch  nie.,  daß  Kaiser  Wilhelm  ihnen  da
für  eine  besondere  Auszeichnung  volliehen  hatte.
Nun  ist  es  ja  aber  aller  Welt  bekannt.  daß  oie
deutschen  U.  Boole,  oie  für  das  Uben  unslerer.
von  England  mit  Aushungerung  beorohlen
Krauen  und  Kinder  kampfen,  in  allen  Fallen
ihr  Acußerste#  tun,  um  die  Bettzungen  der
lorpedierten  Schiffe,  selhn  unter  egener  schwer
iter  Gefahrdung.  zu  reiten  oder  se  weniglleuin
  Voolen  auszusenzen.  Hier  aber  wurden  wie
derum.  ktrotzdem  die  Reklung  der  Ertrinkende“
eine  Leichtigkeit  für  den  Engländer  gewesen  ware.
mil  höhnischer  Roheit  die  braven  deutschen  See
leute  ihrem  Schicksal  überlassen  und  ihr  letzter
Ruf  „Kameraden“  mil  einem  kalten  Grinsen  be
antwortet.

Der  große  englische  Historiker  urd  Philosoynh
Thomas  Carlyle,  ein  gluhender  Vetehrer  Fried
richo  des  GGroßen  und  deutschen  Geiftes  uber
haupt.  hat  einn  ein  beruhmtes  Buch  uber  „Hel
den  und  Heldenverehrung“  geschiehen.  Cin
neuer  englischer  (Geschichtoschreiber  leimte  sich  mit
Kug  das  Thema  „Mörder  und  Morderver
ehrung"  wohlen.

Für  Uuns  isl  diese  erschreckende  Behung  eng
lischer  Moral  eines  der  uberzeugenssien  Zeiche“
des  wellgeichichtlichen  Riedergangs  England.
Die  ganze  wulende  Ohumacht,  d  ihre  Ver
nichlungsziele  nicht  mehr  in  einem  ritterlichen
Ringen  erreichen  kann,  druckt  sich  dain  aus.  F#
sler  kann  uns  in  unserem  Siegespillen  nichtezusammenschließen,
  als  die  Beitätigug  #  und  Ver
herrlichung  solcher  seiger  Mordtaten.  Die  Man
ner  vom  „Baralong“,  vom  „Kim  Sterhen“
und  nun  dieser  ungenannte  Mordbuke  stehen  vor
Deuschland  als  Gerichtete,  und  mt  ihnen  die
Nation,  die  ihnen  Beifall  ruft.  der  Tag  der
Vergellung  wird  kommen,  d  as  schwören  wir  alle
unseren  braven,  seige  ermordeten  Brudern  zu.

Mord  an  Gesangenen.

Unter  eidlicher  Belraft#gung  terichtet  der
Krankenträger  D.  folgende  Begebuheiten  au.
den  Kämpfen  bei  St.  Marie-u.Maes  im  Sen
tember  1915:  ..Ich  war  mit  dem  Kankentrager
A.  gerade  beim  Verbuiden  eines  sranzösischen
Verwundeten,  als  wir  von  den  vordringenden
Franzosen  umringt  und  gejsangen  genommen
murden.  Der  französische  Korporal  sagte,  daß
nur  das  rote  Krenz  unser  Leben  lelte,  deun
alle  übrigen  Deutschen  würden  kaputl
  gemacht.  da  ein  verwundeier  deutscher
Husar  in  der  Nähe  lag,  bat  ich,  diesen  noch  verbinden
  zu  dursen.  Der  Husar  gehörte  zu  einer
unserer  Kompanie  zur  Verstärkung  beigegedenen
Schwadron.  Er  war  an  der  Hüfte  schwer  ver
mundet,  die  Gedärme  hingen  ihm  heraus.  Der
französische  Korporal  antwortete  auf  meine
Bitte:  „Es  wird  nichts  verbunden,  es  wird
alles  kaput  gemacht.“  Darauf  zog  u#r  ein  Dolch.
messer  und  durchschnitt  dem  Husaren  die  Kehle,
daß  er  sofort  starb.  Als  wir  späler  vor  den
Regimentslommandeur  gebracht  wutden,  rief  diesser
  dem  Korporal  zu,  er  solle  uns  ins  freie
Feld  laufen  lassen  und  uns  zusanmenschieben
Der  Korporal  bat,  uns  schonen  z  dürfen,  ar
Mir  Kronlenträger  seien  und  schon  einen  französischen
  Verwundeien  verbunden.  Kuen.