wurden die hier kämpfenden italienischen Divisionen trotz hartnäckiger Gegenwehr
überrannt, der Eintritt in den Bergwald erkämpft.
Noch weit besser ging'’e in der Champagne. Der erste Anlauf der Infanterie
durchstleß die ersten feindlichen Linien fast ohne Verluste. Seltsam: sie
waren verlassen
Da brach, als die Angreifer auf der ganzen Front sich anschlckten, lhren
Slegeslauf weiterzutragen, aus den Höben des Reimser Bergwaldes nach
Westen und Osten Tod und Grauen speiend, das wütende Feuer der fronzösischen
Artilierie auf die Stürmer berein. Zugleich bellten jetzt plötzlich aus
den vom deutschen Vordereitungsfeuer kaum erfaßten rückwärtigen Gräben
die selndlichen Maschinengewehre los und mähten die deutschen Schwarmlinlen.
Entsetzliche Klarhelt: der Franzose hatte gelernt — er kannte den deutschen Kniff
und hatte ihn anzuwenden gewußt.
Furchtbar wurde nun die Lage der Oeutschen. Am schlimmsten waren dielenigen
Teile der 7. Armee daran, welche die Marne überschritten hatten. Hinter
ihnen schlug plötzlich das französische Fernfeuer ein, Unmassen Flieger schwirrten
beran und halfen durch Bombenabwurf nach, um die Marnebrücken zu zerstören.
Aber auch im Walde von Reims, genau wie jenseite in der Champagne, fluteten
bie Angreifer In die vor kaum einer Stunde erst überstiegenen vorderen Gräben
des Feindee zurück, kauerten sich dort zusammen und konnten doch dem Vernichtungefeuer
dee Feindee nicht entrinnen, das matbematisch genau auf dle
betäubten Klumpen der Stürmer niederprasselte.
Ludendorff erkonnte sofort den ganzen unentrinnbaren Ernst der Lage.
Schon am 16. mittags gab er den Befehl, den Angeiff in der Champagne, der
sich völlig festgerannt hatte, einzustellen, die Armeen in der neuen Linie zur Abwehr
zu organisieren und msglichst schnell allee Entbehrliche nach rückwärte
berauszuziehen, um die frel gewordenen Ololsionen nach Flandern werfen und
dort zu dem längst geplonten Hauptstoß ausholen zu können. In welcher Verfassung
diese Oiovisionen nach dem eben 5bgeschlagenen Angriff sein würden,
datan scheint er kaum gedacht zu hbaben
Oamit wurde auch der Stoß von Reims fnnlos, die über die Marne vorgedrungenen
Truppen mußten so schnell ale möglich zurückgenommen werden.
Sofort konnte dae nicht gescheben: die wenigen noch vorhandenen Brücken
lagen unter schwerster Bedrohung durch Artillerie und Flieger. Der Rückzug
mußte vordereitet werden, sollte er nicht in sinnlose, mörderische Flucht ausarten.
Noch einmal zeigte sich der Geist der Truppen In böchstem Glanze. Sie
begriffen den Ernst ihrer Lage, begriffen, daß Panlk Untergang bedeutete.
Am 17. erreichte sle der Befehl, noch bis zur Nacht vom 20. zum 21. auszuhalten.
Sie hielten aus — noch vier entsetzliche Tage hindurch. Im Schutze der Finsterni#.
giugen sle donn völlig geordnet über den Fluß zurück.
Noch ehe dleser Befehl erteilt war, hatte Ludendorff bereite die große Verschiebung
der vorhandenen und der aus der Kampffront um Reims auezuscheidenden
Reserven nach Flandern angeordnet, hatte der Eisenbahntransport
begonnen. Aber mit grimmiger Zäbigkeit hlelt Ludendorff noch an der letzten
schwachen Hoffnung fest, den Stoß auf Relme wenigstens nördlich der Marne
beiderselts der Stadt noch weiter fortführen zu können. Er kom am 17. mit
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