NHummex 61
CCMMCCCCXCI
Donnerstag, 8. April 1915
Gri: äckerzell, vermißt; Wehrm. Lorenz Korberg,
Bergham, verwundet; Wehrm. Simon
Meier, Altmühldorf, verwundet: Wehrm. Engellert
Prer, Altmühldorf, vermiwt; Wehrm.
Pius Freitag. Eriesbäckerzell, schwer verwundet;
Wehrm. Johann Ernst, Nosenh-= im, schwer verwundet;
Wefr. Andreas Niederbichler, Untersiegodorf,
leicht verwundet.
Res.-Feld-Art.-Rgt. Nr. 8: Fahrer Joseph
NRoth, Schliersee, leicht verwundet.
Res.-Pionier-Kompanie Nr. 6: Pionier Georg
Neumaner, Rosenheim, leicht verwundet;
Hornist Korbinian Wernberger, Westerndorf.
vermißt; Gefr. Johann Hatzl, Rottach, vermißt;
Pionier Lorenz Heinrich, Endorf. vermißt: Pionier
vLudwig Niederhuber, Mühldorf, vermißt.
Ssyerische Rachrichten.
Sperer, 6. April. Ein seit eiwa drei Wochen
in Haßloch (Pfalz) untergebrachter Verwundeter
hatte durch das Kampfgetöse auf
dem Schlachtselde die Sprache verloren. Dieser
Tage nun fand er plötzlich die Sprache wieder;
allerdings kann er nur langsam und kohweise
sprechen. Die Aerzte hoffen aber, daß
die alte Geläusi#lei: sich bald wieder einstellen
wird.
Bumberg, 6. April. In Kremmeldorf bei
Scheßtig erstach aus Ulnvorsichtizleit der auf
Osterurlaut besindliche Pionier Seelmann aus
Höttensdorf den Jufanteristen Betzler aus
Sckeßlitz, der nach zweimaliger Verwundung
ebenfalls sich auf Urlaub befand. Bride halten
sich über den Wert eines sog. Kniders im
Felde unterhalten. Im Eifer des Gespräches
zog Seelmann das Messer samt der Scheide
aus dem Stiefel und führte gegen Betzer einen
Stoß. Der Slich traf ihn in die Brust,
sodaß Betzler nach einer Stunde rerstarb. Seelmann
wurde rerhaftet.
Bamberg, 5. April. Durch die Einwirkungen
des Krieges sind von den 836 Bäckereien
der Stadt bis jen: 12 zur zeitweiligen Einstellung
ihres Betrielen gemungen worden.
Amberg, 6. April. Durch ein Gropfeuer
wurde das Anwesen des Oekonomen Rösl zum
Schererhof in Uliersberg in Asche gelegt. Alle
Getreide= und Fur ervorräe, landwirtschaftliche
Maschinen sowie 19 Schweine sind verbrannt
Als Brandstifter wurde der J#7
Gelegenheitsardeiler Johann König verhaftet,
der nach seiner . erfolgten Entlassung aus
dem Gesängui'fe bei dem Brandleider in Dien',
getreten war.
Jaeiches sn
Au bei Aibling. 6. April. In einer der
letzten Nächte wurde von noch
Dieben in dir: Fleischbank des Wirtschaftspäch
lers Edmeier eingebrochen. Die Diebe machten
reiche Beute und schleppien eine groß:
Menge Wurst= und Fleischwaren fort.
Bolzkirchen, 6. April. Die 33 jährige
Sägearbeiter#frau Katharina Mittl, deren
(Mann vor 8 Tagen zum Militär einnucen
mußte, regie sich darüber derart auf. daß
schon am 29. März durch Erhängen sich dae
Leben nehmen wollte. Von Haueinwohnern
wurde sie von diesem unseligen Schritte abgehalten.
In das Krankenhaus verbrachl, ver
hielt sich die Frau die ganze Nacht sehr ruhig
und bat am Samslag, daß sie zu ihrem Mannc,
der auf Ostern Urlaub erhielt. und zu ihren
3 klleinen Kidern beimlehren dürfe. Da kein
Grund gegen die :! Munsch vorlag, durfte die
Frau am Osterson:: das Krankenhaus i
lassen. Auf dem Heimme#e wurde Frau Miltll.
wie es scheint, wieder von Orcilun 4 befallen, denn
Jadella aber mochte der Mer#f## sein. daß ich
mich bereits entfernt habe; denn als sie am
Arm des deusschen Sennors aus dem Innern
des Hauses in den Hof hinaustrat, benahm
sie sich so, als ben sie jede Möglichkeit des
Belauschtwerdens für ausgeschlossen. So wurde
ich zu einer unfreiwilligen Zengin der zärtlichen
Szene, die sich da unmittelbar vor mir am
Springbrunnen abspielte und deren ausführliche
Schilderung Sie mir, wie ich holje, erlassen.“
Aber er durfte ihr nichts erlassen. Jetzt,
em 1#
nachdem er so viel gehört hotse, mußte er
erfahren, wenn er auch sahy, daß es ihr
chenbasten Empfinden blberielle seinem Verlangen
Folge zu leisten, und daß die Worte
nur widerwillig von ihren Lippen kamen. Mit
Mühe und wahrscheinlich nur unvollkommen
verbarg er selbst seine von Sekunde zu Sekunde
wachsende Crregung, als er nun bestätigt hörte,
was er bei ihrer ersten Andeutung geahnt.
Glaubte er doch, in einen schwindelerregenden
Abgrund zu blicken, während er ihr zuhörte.
Seine gestrige Unterhaltung mit sabella
del Vasco, diejes von ihr herbeigeführte Gespräch,
das mit einer so überraschenden und
verhängnisvollen Wendung geendet, war nur
eine getreue Wiederholung dessen gewesen, was
sich an der nämlichen Stelle schon einmal zuetragen,
nur mit dem kleinen Unterschiede, daß
statt seiner damals sein ungi#talicher Vorgänger
die schöne Tochter Manuels in seinen
Armen gehalten. Tuch“ lhm hane sie von ihrer
heißen Sehnsucht gesprochen, aus den unwürdigen
Verhältnissen befreit zu werden, deren
chmach sie nicht langer ertragen lonne —,
olelleicht woren es sogar die nömlichen Worte
gewesen, mit denen sie gestern auch ihn betört
Jahre alte i
unbelannten
“
siee ging nicht zu ihrer Familie heim, sondern
auf den Bahndamm. am Teufelsgraben und
wars sich vor einen Zug. Sie wurde von der
Maschine gestreift und am Kopf und rechlen
Fuß leicht verletzt. Hierauf faßte die Frau den
Plan, sich vom nächsten Zuge überfahren zu
lassen und verstedte sich im Walde. Ein Strek
lenwärter wurde durch einen Soldaten auf die
Frau aufmerksam gemacht und bewachte das
Bahngeleise. Bei nkunft eines Zuges warf
sich Frau Mittl auf die Schienen, konnie aber
vom Bahnbediensteten weggerissen werden, worauf
nach Anhalten des Personenzuges die
Frau im Dienstwagen nach der Station Holztirchen
verbracht wurde. Am Sonntag verbrachte
Herr Mitlll seine Frau nach München
in die Psychiatrische Klinik.
Bausham, 6. April. Die Gemeinde überweist
ein Grundstück an der Schlierach in Abwinlel,
das in Parzellen von 900 Quadratmeter
abgeteilt wird, Gemeindebewohnern unentgeltlich
zum Anban von Gemüsen und Kartofseln.
Ruhpolding, 6. April. „Gruß aus der
Heimat“ betitelt sich eine von Forstmeister Keyser
ins Leben gerufene lleine Zeitung, die an
die Ruhpoldinger Krieger versendet wird. In
vornehmer Ausstattung, auf gutem Papier ge
druckt, enthält das sechsscilige „Blättle“ aͤb
wech ;slungsreich en Inhalt in Poesie und Prosa.
Nach einer Widmung des Herausgebers spricht
in der ortüllichen Mundarkt herzliches „Grüas,
Gott“ in Gedichtform von Pfarrer Ficker zu
den Herzen der Soldaten. Eine historische
Slize von Kooperator Bergmaier schildert das
Miesenbachtal in den napoleonischen Kriegsjah:
ren. „Schwere Zeit“ und „Trost“ sind zwei
tief empfundene, warmherzige Gedichte von
Frau Kunstmater Therese Bredt, während Frei
frau von Berchem zu erzählen weiß von drei
Kriegen, die sie als „Tochter“ (1806), al-„Braut“
(1870) und als „Mutter“ (1914 15
miterlebte. Forstmeister Keyser berichtet dann
einiges aus Ruhpoldings zeisiger Vergangen
heit“, bringt eine kurze Tagrevue und läh:
in einem reizenden Gedichte die Krieger vom
folgen Familiennachrichten. Pfarrer Fider ge
denlt in der Beilage noch der gefallenen Hel
den der Psarrei.
Terninorich'ea.
Rosenheim, 7. März.
Auf dem Felde der Ehre gefallen:
Nupert Hieninger, Maler aus Rosenheim, Soldat
bei der Fliegerableilung, gestorben in München:
K. Grenzobertontrolleur August Leib aus
Grafing (vor mehreren Jahren am Hauptzoliamt
NRosenheim tälig), Oberleutnant und Kompagnieführer
im Res.= Jnf.-Reg. Nr. 20.; Mar
Mayer, Bauerssohn aus Sattelttambach bei
Kloster Au a. J., Juf. im 16. Res.-Juf.
NReg.; Johann Eberl, Pfieger in Gabersee. Res.
im 2. Inf.Reg.; Seb. ayerhofer, Feicht#
ner-Bauerssohn an der Mörn, Pf. Engelsberg,
Soldat im 16. Juf.-Reg.: Franz Schillmaier,
Harrer-Bauerssohn in Oberneukirchen, Soldat
im 8. Iuf.-Reg.: Gütlers= und Zimmermannssohn
Alois Darenberger aus Trucktlaching.
Auszeichnungen im Felde. Der Grenz
aufseher X. Borhammer, welcher als Ofisziere
steilvertreter im 8. Feld-Art.-Reg. steht, wurde
für sein tapferes Durchhallen in der Feuerstellung
mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.
Dem Unterofsizier Georg Zahler beim Landwehr-
Ins.-Reg. Nr. 2, welcher bereits im Be
sig des Eisernen Kreuzes ist, wurde das Verdienstkreuz
3. Kl. mit Schwertern verliehen.
Der Gehilfe im städt. Lageriaus Ludwig Mühl
hauer, Landwehrmann im Landwehr-Iuf.-Reg.
Nr. 1, hat das Eiserne Kreuz erhalten, ebenso
hatte, nachdem sie sehon einmal ihre Wirksamkeit
erprobt.
Die erste EGmyfindung. die sich bei der Erkenntnis
von so viel Lüge und Verworsenheit
in Werner geregt. war begreiflher veise die
eines heftiaen Zornes gewesen: aber sie haue,
noch ehe Conchita geendet, bereuts ganz anderen
Gefühlen, ##rn (Jesühlen namenloser Erleichterung
und jubelnder Freude Plagz gemacht.
Wenn es sich so verhielt, war er ja aller Verrank.
6. en ei., und keine Niksicht mehr
binderte hn, die Schlinge zu gerreißen. mit der
man ihn hinterlistig zu fesseln versucht hatte.
Es war ihm zumute, als wöre plöglich eine
Bergeslast von seiner Brust genommen worden.
Er atmete freier, und der dumpfe Druck, den
er so lange noch immer in den Schlafen gespürt
hatte, wor mit einem Male wie verschwunden.
„Und weiter?“ drängte er, als Conchita
Innehielt. güher geschah dann weiter
Ich mußte natürlich glauben, D% die
beiden sich er alle Ewigkeit angehörten. Bauten
sie doch allerlei Iuoissbtäne: wie nur Verlobte
es tun können. Und spielte Isabella ihre abscheutiche
Rolle doch 1 zuse daß selbst mir, die
ich zur Genüge kannte, kein Zweisel an
ihrert frichngte kom. Es wunderte mich
auch nicht, daß die beiden während der folgenden
Zelt ihre Liebe zunächst noch als ein Geheimnis
zu bewahren schienen. Sie moshten ja
tristige Gründe dafür haben, und ich us
hundert klelinen Anzeichen, wie sie uns Saen
nicht so leicht entgehen, daß sie nach wie vor
in stillem Einverständnis miteinander waren.
Dann aber kam ein Tag, den ich niemals vergessen
werde, weil er meine Abneigung gegen Isabella
und ihre Mutter bis zu Haß und Verachtung
Gnaigbers aus die teure Heimat schauen. Dann-
der Maurer Hubert Greger in Eimsfilzen bei
Landl, Landwehrmann im Vandw.-Juf.-Reg. 1.
Hans Wallner aus Wasserburg, Unterossizier
im 10. Feld-Art.-Reg., erhielt das Militärverdienstkreuz
3. Kl. mit Krone und Schwertern.
Der Hauptmann Ferdinand Kolb aus
Traunstein wurde zum Major befördert und
mit dem württemb. Militärverdienstorden ausgezeichnet;
er ist bereits im Besitze des Eisernen
Kreuzes 1. und Lehrer Georg Mühl
bauer in Traunstein wurde zum Leutnant im
Jägerbataillon Freising befördert. Der als
Inf.-Unterofsizier ins Feld gezogene Oekonomenssohn
Anton Jahner zum Preußen in Siglberg
(Traunstein), Inhaber des Eisernen Kreu
zes, wurde zum Vir eseldwebel befördert und mier
der goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet.
Die beiden Unterofsiziere Matthias und Hein.
rich Meier, Bürgermeisterssöhne aus Sch lehi ing,
erwarben sich das Eiserne Kreuz; Heinr. Meier
wurde außerdem noch mit der silbernen Tapfer
keitsmedaille und dem badischen Verdienstkreuz
ausgezeichnet. Der Sanilätsunterofsizier J.
Kirchmayer in Inzell hat sich das Eiserne Kreuz
erworben.
Ernennung. Der Kgl. Regierungs= und
Vauassessor Josef Unterberger bei der Kal.
Regierung der Oberpfalz in Regensburg, iil
zum Bauamtmann und Vorstand des Straßen
und Flußb##mts Regensbur) ernannt worden.
Herr Vauamtmann Unterberger ist in Nosenheim
bestens bekannt. Bereits im Jahre 19001
war er Baupraktikant am Kgl. Stlraßen= und
Flußbauamt in Rosenheim, und vom 1. Septem
ber 1901 bis zum 1. Februar 1912 wirkte er
als Bauamtaassessor am gleichen Amte, bis er
dann Regierungs- und Bauassessor in Regensburg
wurde. Herrn Bauamtmann Unterberger
lnüpfen auch verwandtsch hasliiche Bande an un
sere Stadt. Er ist Schwiegersohn des Herr#.
Magistratoratles Zischal in Rosenheim. Seine
jehzige Exnennung wird in weiten Kreisen unserer
Stadt sreudig begrüßt werden.
Förderuna der Volksernährung
durch die Verkehrevernaltung. Der
Ztaatminiier für Verkehrsangelegenleiten hat
genehmi#t, daß dem Personat der Staatseisen
baluverwaltung, das an seinem Dienst= oder
Wohnort teine Gelegenbeit hat, Feld-- oder Gar
lenban zu betreiben, während der Kriegszei:
nach einem in der Nähe gelegenen Ort, an dem
es Land gepachtet oder im Besitze hat, frei:
Fahrt zu dessen Bewirischaftung gewälrt wird.
Die gleiche Vergünstigung ist auch für die An
gehörigen dieses Personals zugellanden worden
Gendarmerie-Dienst. Befördert: zum
Wachtmeister der Gendarmerie-Sergeant Joi.
Braun in Sachrang. Versetzl: Gendarmerie
Wachtmeister Venanlius Edenberger von Burg.
zirchen nach Fischbachau; Gendarmerie-Sergeant
Andreas Schielein von Lalling nach Kirchdorf.
Der Österverkehr stand heuer weit hin
ter dem Vorjahr zurück. Am Karsamstag,
Ostersonntag und Ostermontag wurden an den
Fahrkartenschaltern in Rosenheim 8081, in Kuf
stein 356, in Aibling 2435 und in Prien 180|1
Fahriarten, verkauft. Gege: nüber dem Vorjalr
bedeuten diese Ziftern ein merkliches Weniger,
nämlich in Nos senheim 2701, in Kufflein 3618.
in Aibling 917 und in Prien 721 Fahrkarten
weniger. Die Kriegsostern zeigten also auc#-in
dieser Hinsicht ihre Wirkung. Für Kusstein
war noch der Paßzwang von besonderer Wie
iung.
Städtischer Kartoffelverlauf. Die
Stadigemeinde läßt am kommenden Freitag ir
jlädl. Lagerhaus einen Waggon Speitelarlof
seln an die hiesigen Einwohner Lerkaufen. Der
Preis belrägt secha Mark für den Zentner.
JZentner und men Bt wie
Zentner werden an eine Fami. ir nich! ab
Weniger wie ein halber
drei
steigerte. Ich war aus irgend einem Urunde' frader
als sonst in das 7 dau meines Obein.: gekommen,
und als ich das Mustlzimmer ging. sah
ich draußen jm Po Strabiend em mi 2cen
bleichem, verstörtem Gesicht au nnd nioder
rennen. Ich zweiselte nicht. daß irgend elwas
Schlimm 28 geschehen sein müsse, und ermarleie.
meine Base in Toinen oder doch in graßer
Aufregung zu sinden. Aber i## traf sie zu
meiner Wosrraschung mit ihre N.utter am
Fenster eines Zimmers im crmen Seock, von
wo aus sie den deutschen Sennor be obachteicn
und allerlei spöttische Bemerkungen über lein
Benehmen untereinander tauschten. Sie nahmen
meinen Eintrin nicht sogleisz wahr, und so
vermochte ich einige Acußerungen Ischeilas
aufzufangen, die mir offenbarten, daß sie ebenso
grausam und herzlos sei wie ihre Mutter, ja,
vielleicht noch schlechter. Sie sprach von der
Komödle, die sie dem Vater zuliebe mit dem
deutschen Dummkopf so lange habe spielen
müssen, als von elner faden und widerwärtigen
osse, die schon längst ausgehört hätie, sie zu
amüsieren. Und sie sogte noch manches andere,
das ich nicht wiederholen mag. Da, als sie eben
eine besonders häßfliche Bemerkung über den
armen jungen Mann gemacht hatte, konnte ich
mich nicht länger beherrschen und verriet durch
eine ungestüme Bewegung meine Anwesenhit.
Isabella erschrak, und wenn ich bis dahin
nichts von ihren Gesinnungen gegen mich gewußt
hätte, der Blick, den sie mir in jenem
Momemt rst würde mich darüber belehrt
ben, daß e fzae nur an einer Moglichkeit,
nlch aber * dibr guten Witlen sehlte, mich
umzubringen. Am nächsten Tage hörte ich,
daß man den Sennor in seinem Zimmer erschossen
gefunden habe. Glauben Sie nun, daß
gegeben. Der Verkauf erfolgt nur genen Barzahlung.
Wir machen auf die Belanntmachung
des Stadtmagistrates hierüber aufmerksam.
Auszahlung der Rubegehälter,
itwen= und Waisengelder durch die
Post. Im Bereich der bayerischen Staatseisenbahn-
Verwaltung wird in nächster Zeil eine
lehr vorleillaste Neuerung eingeführt werden.
Die Auszahlung der Ruhegehälter, Witwenund
Waisengelder des Eisenbahnpersonals wird
lünftig auch an den Postschalrern erjolnen. Empsänger
von Ruherehällern, Wilwen und Waisengeldern,
die von der Zahlstelle ziemlich weit
entsernt wohnen, lönnen verlangen, daß ihnen
das Geld im Postsche4verlehr überwiesen wird,
wofür sie eine Gebühr von 5 Pig. zu ent.
richten haben. Die Jal lung ersolgt dann wie
bei Postanweisungen. Die an großen Verkehrsplätzen
wohnenden Empfänger lönnen ilre Vejüge
bei der nächst9zelegenen Postank#alt erheben.
Dadurch wird insbesondere für die bejahrten
Ruhegehaltsempsänger eine gan:
sentliche Erleichter#ung geschafsen.
Aus Industese und Gewerbe
Waitzingerbräu Miesbach. Wie seitens
der Direltion der Brauerei milgeteilt
wird, soll der Generalversammlung mit Mück
sicht auf die durch den Krien geschaffenen s.wierigen
Verhäilnisse, die Verteilung von 5%. Dividende
(im Vorjahr 87 vor geschlagen, dagegen
der Vortrag auf neue Rechnung erheblich
vermehrt werden.
Feldposkörlese und Feldpoftkurken.
Französischer Verrat.
Der Bränzehilse Josef Hartl der Flöninder#
Frauerei. Landr vehrmann im 1. Landwelr Jnfs.-Rat.,
fand, wie bereits belannt, den Heldentod
fürs Vaicrland. Wie er durch französische Hinterlist
gefallen ist, schiloert der Kriegsfreiwillige
Heinrich Kaul, Asiitent der Stlaalsanwaltschaft
in München, in einem Brief an Frau Harll.
Er shreibt: „Ich war Zeuge, wie Ihr Garte
den Heldentod fürs Vateriand geskorben ii.
Es war am 12. Februar, morgens 1.8 Uhr.
Wir waren in Reservestellung zurück und wurden
alarmiert, weil die Franzosen während eines
Schneegestöbers in unsere Schün engräben eingedrungen
waren, und zwar mit ganz bedeutender
Uebermacht. Es galt, keine Zeit zu verlieren.
Jeder griff sofort zu seinem (bewehr
und eilte in di: bedrohten Siellungen, die bereits
von Feie den wimmelten. Ihr Mann war
einer der erften, die sich den Franzosen ente.-
gegenwarfen. Ihr Mann, noch drei Kameraden
und ich scloe un in. tr#nuruppe zusammen.
Wir dran Tarie Vor, stießen
nach einem neei- nen Vair- nelilamps, in welchem
die Franzosen den lürzeren zogen, auf eine große
Abteilung von Franzosen, die einen C ssizier
und ungefähr 60 Mann zählte.
Diese Abteilung brachten wir sünf zunächst
zum Stehen. Dann forderte ich die Franzosen
auf, sich zu ergeben. Die Franzosen hoben zum
Zeichen, daß sie sich ergeben wollien, die Hände
hoch. Wir gingen auf sie zu, um sie zu entwaffnen.
Doch plönlich, als wir etwa I Meter
vor dem OÖssiner flanden, kommandierte er plötzlich
Feuer. Ungefähr 20 Franzosen gaben eine
Salue auf mich, Ihren Mann und einen anderen
Kameraden ab. Ihr Mann und der andere
Kamerad sielen sofort, ich selbit kam unverletzt
davon. Ihr Mann bekam einen Schuß
in sein treuen Herz und einen zweiten in die
rechte Schuiter. Ihr Mann war ein Held bis
zu seinem letzten Angenblid und konnie nur
melschem Verrat und franzölüscher Hinterlist
zum Opser Lalleu-"
ich verecheiat Euns zu sagen-. oie ne e del
Vasco alie ihn in den Tod geir
J.u darf wohl nidh. * i
Was aber
bra#u#te Sie ung,
daß man auch mir ein ähm iic 5ir zunedacht
hatte? War denn in Daune Huuse
schon vor meiner Ankunft von mir 5% i inlin
worden?
„Ja. Nicht so zwar, daß ich es Dören sollte,
und daß ich non einem brimuten aig in
bezug auf Sie Kenntnis erhalten ba elder
ich hien jelzt Augen und Obren vici 5½r sierksamer
osfsfen als früher. Die inzmilchen gewonnene
Erkenninis, daß ich das O8er eines
nichtswürdigen Betruges werden sole. und
die Gewißheit, mich unter Mensihen zu bewegen,
denen jede Schändlichteit zu zutrauen sei, halten
meinen anfänglichen Abscheu vor dem Horchen
und Spionieren besiegt. Aus ein zelnen Worten,
die ich hie und da erbaschte. lernte ich ziemlich
lichere, Schlüsse auft die Absichten meiner Verandten
zieher d ich verstand mich bald
in wenig auch anls Mrr. Blicke und ibr Mienene
spiel, wenn sie sich untereinander verftändigten.“
„Und weil Sie mich für bedrebt hielten,
warnten Sie mich, obwonl ich Ihnen ein
Fremder war? Fürwahr. Sennorita, ich weiß
nicht, wie ich Jlnieiidaairtnnkcnlot
» wilcieinneiiFie nNi waren,
und weil ich danialpisniidiiiandcndm elbe
getan hätte wie für Sie, bedarf es keiner Dankes,
Sennor!
— -
(For#setzung #uloe