Full text : Sozialdemokratie, Christentum, Materialismus und der Krieg.

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wie  auch  mit  den  Kategorien  Erkenntnisse  a  priori.  Mit  anderen
Worten:  An  den  Größen  ist  nur  die  Kontinuität  dasjenige,  was  zur
empirischen  Erkenntnis  gehört  und  a  priori  erkannt  werden  kann.

Analogien  der  Erfahrung.  Das  Prinzip  derselben  ist:  Erfahrung
ist  nur  durch  die  Vorstellung  einer  notwendigen  Verknüpfung  der  Wahrnehmung
  möglich.  Erfahrung  ist  eine  empirische  Erkenntnis,  die  durch
Wahrnehmung  ein  Objekt  bestimmt;  sie  ist  also  in  diesem  Sinne  eine
Erweiterung  der  Wahrnehmung,  die  im  Objekt  derselben  nicht  enthalten
  ist.

Die  Analogien  und  Postulate  können  nur  regulative  Grundsätze
sein,  da  sie  nur  auf  das  Verhältnis  des  Daseins  Bezug  haben.  Es  ist
dieses  so  zu  verstehen,  daß,  wenn  bei  ihnen  ai:b—i  ist,  so  geben  sie
nicht  x,  sondern  nur,  daß  das  Verhältnis  von  c:x  dasselbe  ist  als  das
von  a:  b.  Es  ist  noch  zu  bemerken,  daß  die  Analogien  wie  alle  Grundsätze
  nur  im  empirischen  und  nicht  im  transzendentalen  Verstandesgebrauch
  allein  Bedeutung  und  Gültigkeit  haben.

Erste  Analogie:  Bei  allem  Wechsel  der  Erscheinungen  beharrt
die  Substanz  und  das  Quantum  derselben  wird  in  der  Natur  weder
vermehrt  noch  vermindert.  —  Die  Zeit,  in  der  aller  Wechsel  der  Erscheinungen
  gedacht  werden  soll,  wechselt  nicht,  da  fie  dasjenige  ist,  an
dem  wir  den  Wechsel  wahrnehmen.  Die  Zeit  dann  aber  für  sich  nicht
wahrgenommen  werden,  folglich  muß  in  den  Gegenständen  der  Wahrnehmung
  ein  Substrat  anzutreffen  sein,  welches  als  Korrelat  der  Zeit
diese  überhaupt  zur  Vorstellung  bringt.  Dieses  Substrat  bringt  uns
die  Kontinuität  der  Zeit  zur  Vorstellung,  infolgedessen  muß  das  Substrat
  selbst  solche  haben.  Die  Kontinuität  ist  aber  das  einzige  Kriterium
für  das  Bleibende  des  Substrates  und  Substanz  ist  der  Begriff  dafür.
Was  wechselt  und  uns  den  Gegenstand  überhaupt  zur  Vorstellung
bringt,  sind  die  Akzidenzen.

Zweite  Analogie:  Alle  Veränderungen  geschehen  nach  dem  Gesetze
der  Verknüpfung  von  Ursache  und  Wirkung.  —  Der  Begriff  Veränderung
  setzt  voraus,  daß  dasselbe  Subjekt  mit  zwei  entgegengesetzten  Bestimmungen
  als  existierend,  mithin  als  beharrend  angesehen  werden
kann.  —  Durch  Wahrnehmung  stelle  ich  in  der  Anschauung  etwas  als
nacheinander  Folgendes  fest  und  zwar  ist  diese  Feststellung  ein  hypothetisches
  Urteil.  An  dem  Beharren  der  Substanz  erkenne  ich  die
Kontinuität  der  Zeit  und  umgekehrt.  Da  die  Zeit  die  Äußerung
meines  inneren  Sinnes  ist,  der  von  den  Akzidenzen  der  Substanz,  d.  h.
von  der  Veränderung  derselben  erregt  wird,  so  muß,  wenn  die  Zeitabschnitte
  unmittelbar  zusammen  hängen,  auch,  Grund  und  Folge  unmittelbar
  zusammen  hängen.  Dieses  Urteil  zu  einem  apodiktischen  zu  machen,