Metadata : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1904. (88)

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den  Absender  und  für  den  Empfänger  als  gewöhnliche  Briefe  zur  Post  gegeben.  Ausgenommen
sind  jedoch  folgende  Fälle:

1.  Telegramme,  die  als  eingeschriebene  Briefe  zur  Post  gegeben  werden  sollen,  sind  mit
der  vor  der  Adresse  niederzuschreibenden  Angabe  »Post  eingeschrieben«  oder  —  PR—,
oder,  sofern  es  sich  zugleich  um  postlagernde  Telegramme  handelt,  mit  dem  Vermerk
»postlagernd  eingeschrieben«  oder  —=  GR  —  zu  versehen;  sie  unterliegen,  wenn  die  Briefe
innerhalb  Deutschlands  auszuhändigen  sind,  einer  vom  Absender  zu  entrichtenden  Einschreibgebühr
  von  20  F.  Diese  Einschreibgebühr  von  20  F  kommt  auch  bei  der  Auflieferung
  aller  Telegramme  mit  Empfangsanzeige,  die  mit  der  Post  weiterbefördert  oder
postlagernd  niedergelegt  werden  sollen,  zur  Erhebung,  da  derartige  Telegramme  stets
als  eingeschriebene  Briefe  zur  Post  gegeben  werden.

2.  Telegramme,  die  einer  an  der  Grenze  gelegenen  deutschen  Telegraphenanstalt  zur  Weiterbeförderung
  mit  der  Post  nach  dem  Nachbargebiet  oder  darüber  hinaus  übermittelt
werden  sollen,  ohne  daß  die  über  die  Grenze  führenden  Telegraphenverbindungen  unterbrochen
  sind,  werden  als  gewöhnliche  oder  als  eingeschriebene  frankierte  Briefe  zur  Post
gegeben,  je  nachdem  der  Absender  dies  durch  den  gebührenpflichtigen  Vermerk  Post-“
bz.  „Post  eingeschriebent  oder  —  PR  =  verlangt  hat.  Die  vom  Absender  vorauszubezahlende
  Gebühr  beträgt  im  ersten  Falle  20  JF,  im  zweiten  Falle  40  F.  Hat  der
Absender  keine  Postgebühren  im  voraus  entrichtet,  so  werden  die  Telegramme  der  Post
als  gewöhnliche,  nicht  frankierte  Briefe  übergeben.  Das  Porto  wird  dann  vom  Empfänger
  eingezogen.

B.  Weiterbeförderung  durch  Eilboten.

VI  Die  Kosten  für  die  Zustellung  von  Telegrammen  mittels  Eilboten  an  Empfänger  außerhalb
  des  Ortsbestellbezirks  der  Bestimmungs-Telegraphenanstalt  können  vom  Absender  durch  Entrichtung
  einer  festen  Gebühr  von  40  F  für  jedes  Telegramm  vorausbezahlt  werden.  Der  Absender
hat  in  diesem  Falle  den  Vermerk  „Eilbote  bezahlt“  oder  —  XI=  vor  die  Telegrammadresse  zu
setzen.  Ferner  steht  es  dem  Absender  eines  Telegramms  mit  bezahlter  Antwort  frei,  die  etwa
entstehende  Eilbestellgebühr  für  das  Antwortstelegramm  nach  dem  Satze  von  40  F  im  voraus  bei
der  Aufgabe  des  Ursprungstelegramms  zu  entrichten.  Das  Ursprungstelegramm  ist  in  diesem  Falle
vor  der  Adresse  mit  dem  taxpflichtigen  Vermerk  „Antwort  und  Bote  bezahlte  oder  —=  RXKD  —
zu  versehen.

Hat  der  Absender  den  Eilbotenlohn  nicht  vorausbezahlt,  so  werden  die  wirklich  erwachsenden
Auslagen  vom  Empfänger  oder,  falls  dieser  nicht  zu  ermitteln  ist  oder  die  Zahlung  verweigert,
vom  Absender  eingezogen.

Die  Ankunftsanstalt  ist  befugt,  die  Eilbotenbestellung  auch  für  ein  Telegramm  mit  der
Bezeichnung  Posté  anzuwenden,  sofern  der  Empfänger  schriftlich  den  Wunsch  ausgedrückt  hat,
seine  Telegramme  durch  Eilboten  zu  erhalten.  In  diesem  Falle  haftet  allein  der  Empfänger  für
den  entstehenden  Botenlohn.

vn  Auf  Verlangen  des  Absenders  oder  des  Empfängers  werden  Telegramme  auch  von  einem
Orte  mit  Telegraphenanstalt  nach  einem  anderen  Orte  mit  Telegraphenanstalt  durch  Eilboten  be-