Contents : Sachsen-Chronik Erste Serie. (1)

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gabriel  Ihone,  Johan  Frankenhusen  vnd  vil  ander  glaubhafftiger  mer,  die
hirbie  geheischt  vnd  gebeten  sind,  Vnd  ich  Hermannus  Crokendorff  priester
mentzer  bischthumbs  vffinbar  schrieber  von  gewalt  des  Romischen  Richs  310)
vß  allen  den  geschichten  die  dann  hir  Inne  also  ergangen  vnd  gescheen  sein,
mit  den  Namhafftigen  geczugen  bin  ich  mit  yn  geinwertig  gewest,  Solliche
geschicht  von  wortte  cu  wortte  gesehin  vnd  gehord  habe,  Dorumb  ich  diess
geinwertige  Instrumendt  getruwelich  mit  myner  Hand  geschrieben  geticht
vnd  gevffinbaretvnd  In  vffinbaren  Forme  gesatzt  411),  czeichin  ond  namen  nach
gewonheit  in  eym  glauben  ond  geczugnisl  aller  obgeschrieben  geschicht  gebeten
  ond  geheischt  2c.  Vud  diewiele  nu  der  gnand  Ebirhardt  also  nach
seinem  gefenglichem  oßkommen  vnuorlemet  cu  kirchen  vnd  Strassen  gangen
ist,  So  erkennen  wir  vns  nach  gethaner  vunser  Cusage  als  fur  die  obgenant
  summe  vierdehalb  hundert  und  dreißig  schoch  obingerurtter  wehrunge
  412)  verhafftet,  Vud  recht  selbgelden  zu  sin,  Gereden  ond  globen
  auch  alle  semptlich  In  ond  mit  krafft  diess  briues  Fur  vns  vnd  alle
vnnsir  erbin,  als  recht  selbst  schuldigen  an  alle  ondirscheid  dafur  gud  cu
sein,  Vnd  wollen  den  obingenanten  vunserm  gnedigen  Herren  die  obingenante
  Summ  Vierdehalphundert  ond  drießig  alde  schog  wehrung  siner
gnaden  vnd  sins  bruders  muntz  vff  die  tagczeit  vormeldet,  Semptlich  vn—
norzoglich  vßrichten  ond  beczalen  an  alles  vortzihen  313),  Wo  abir  des  nicht

im  Jahre  1212.  —  Sie  hatten  auch  als  Statthalter  in  Erfurt  große  Gerichtigkeiten
und  Besitz,  und  residirten  auf  dem  sogenannten  „Maynzerhofe“.  —  So  trat
Berthold,  Vicedom  von  Apolda,  den  Predigermönchen  das  Recht  an  eine  Gasse
zu  Erfurt  im  Jahre  1270  ab  (Mencken  S.  R.  G.  I.  S.  538.).  —  In  einer  Urkunde
vom  29.  Dezember  1303  erscheint  dagegen  Dietrich  von  Eckstädt  als  Vicedom
und  gleichzeitig  mit  den  von  Apolda  waren  auch  die  von  Rusteberg,  von  denen
Albert  bereits  1143  als  Stadtpräfekt  zu  Maynz,  vorkommt  und  Idenreich  1162
schon  als  Vicedom,  1193  Helwig  als  Marschall,  und  1209  bis  1227  ein  Theoderich
als  Vicedom,  Ministerialen  des  Erzbischofs  von  Maynz  bis  endlich  Heinrich  Vitzthum
  von  Rusteberg  sein  Vicedomiat,  doch  nicht  das  zu  Erfurt,  an  den  Erzbischof
verkaufte.  Aber  auch  die  von  Eckstädt  verkauften  im  Jahre  1352  (24.  Februar)
ihren  Vicedomiat  von  Erfurt  an  den  Erzbischof  (Falkenstein,  Erf.  Chronik  S.  434).
Ueberhaupt  scheint  der  Vicedomiat  zu  Erfurt  seit  Abgang  der  Vicedome  von
Apoldanichtmehr  erblich,  sondern  käuflich  gewesen  zu  sein;  denn  im  Jahre  1413
(20.  Aug.)  verkaufte  der  Erzbischof  von  Maynz  Johann  dasselbe  an  Johann  von
Allenblumen  (Falkenstein,  a.  a.  O.  S.  292)  und  im  Jahre  1459  (8.  April)
Erzbischof  Dietrich  an  Günther  Bocken.  —  Lächerlich  ist  es  daher,  daß  Rüxner  im
Turnierbuche  einer  Apel  von  Vitzthum  auf  einem  Turniere  zu  Zürch  1165  aufführt
  und  ihn  zu  dieser  Familie  rechnet,  und  eben  so  seltsam  die  Behauptung,  daß
die  Vitzthume  sich  im  13.  Jahrhundert  in  die  Linien  Apolda  und  Eckstädt
  getheilt  hätte.  Endlich  ist  noch  zu  erwähnen,  daß  nach  Knauth  (im
Prodromus  S.  587)  erst  im  Jahre  1639  mit  Rudolph  Vitzthum  von  Apolda,
kursächsischen  Obercämmerer,  einem  Manne  von  großem  Besitze  und  Reichtbume,
der  auch  große  Stiftungen  zu  Freiberg  und  Dresden  gemacht,  die  Familie  ausgestorben
  sein  soll.  Dieser  Rudolph  wird  auch,  doch  ohne  Zusatz  „von  Apolde“,
in  einem  Fourierzettel  von  1614  (bei  der  sächsisch-hessischen  Erbverbrüderung)  als
Obercämmerer  mit  aufgeführt.

*/10)  Eine  mittelhochdeutsche  Uebersetzung  des  Notarius  publicus  sacri  romani
  imperii.

11)  Die  sehr  gewöhnliche  Formel  der  Notare  des  Mittelalters.

412)  Statt  verbindlich,  verpflichtet.

"  15)  Ohne  allen  Verzug  und  Weiterung.