Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

Num̃mmert  Aa

Sontale  Aundschan.

Schwabach,  27.  März.  In  der  eine  große
Anzahl  von  Betrieben  umsassenden  Felngoldläger-Industrie

  ist  wegen  schlechter  Geschättelage
  eine  Vereinburung  wischen  Arbeitnebern
  und  Arbeitnehmern  abgeschlossen  worden,
wonach  ab  heute  die  Betriebe  bis  auf  weiteres
eingestellt  werden.

Bayerisches  Oberland.

Kolbermoor,  27.  März.  Diese  Woche  wurden
  zmei  wertvofe  Wolfshunde  von  unbelannten
  Tätern  SLctötet,  einer  dez  Herrn  Kern
durch  mehrere  Messerstiche  und  einer  des  Htn.
Erhart  durch  Vergistung.

WMolbermoor,  27.  März.  Mehhgsrieister
Mally  dahier  wird  ab  1.  April  in  Hausham
eine  Filiale  errichten.

Bad  Mibling,  27.  Mérz.  Das  Belleidungramt
  des  1.  Armeekorps  München  hat  die
Schneiderzwangeinnung  für  den  Amtsbezirk
Asbling  mit  der  Lieferung  von  ca.  500  Tuchhofen
  bedacht.

Bolzkirchen,  27.  März.  Am  Sonntag  den
29  März,  mittags  1  Uhr,  findet  im  Saale  des.
Gasthofes  zur  „Atten  Post“  der  diesjährige
Cauturntag  statt.  Auf  der  Tagesordnung  stlelien:
  Jahresbericht.  Neuwahl,  Erhöhung  cer
Caustener  und  Fstictzung  des  Gauturefektes
für  1914.

Schliersec.  27.  März.  In  Begleitung  zines
Freundes  wollte  der  Kunstmaler  Max  Hagen
von  Dackau  eine  Tour  auf  die  Bodenschnunternehmen.
  Nach  der  Durchwanderung  des
Dürnbachsteiges  wurde  Hagen  unwohl  und  nach
kurren  Augenblicken  trat  ein  Schlagapfall  ein,
der  seinem  Leben  ein  Ziel  seßtzte.  Ter  Verschiedene
  wurde  in  das  Leichenhaus  Weszenhofen
überführt.

Enge'sberg,  27.  März.  Am  Samstag  ist
der  ber  its  im  fünften  Monat  in  Untersuchung:-haft
  betindliche  Bauerskohn  Peter  Oberaröbu'et
ron  Offenham,  Gem.  Enge'sbr,  als  nicht
sculdig  entlassen  worden.  Er  war  wegen  der
im  Sommer  und  Herb't  1913  in  hie’iger  Gegend
  verübten  Brandstistungen  eing.  zogen

Weltwolislk  und  Kriegsgefahr.

Rosenheim,  28.  März.

 

 

„Weltpolztil  und  Kriegogefahr"  war  das

Thema,  das  lich  Herr  Dr.  Nitlter  für  seinen
Vortrag,  der  am  vergangenen  Donnerstag  in
der  Ortegruppe  des  Alldeutschen  Verbanc:
statlsand,  gewählt  haite.  Nachdem  Lieser  Verband
  nur  die  besten  Reduer  für  die  stits  altuellen
  Themata  zur  Verfügung  hat,  üben  diese
Vorträge  überail  eine  proße  An:jehungskraft
aus.  Doß  oer  sieilv.  Vorsitzende  der  hiefigen
Ortegruppe,  Herr  Vanlkasiier  Hoffmann,  nur
einen  mähigen  Kreiz  von  Zuhörem  begrüßen
tonnte,  hatte  seinen  Grund  lediglich  darin,
daß  der  Vortrag  infolge  Zasammentrefiens
rerichiedener  mißlicher  Unstände  erst  am  Mutwochabeno
  der  Ortsgruppe  angeseigt  wurde.
modurch  die  Bekanntmachung  in  den  Tagesblättern
  erst  in  den  letzten  Stunden  crmöglicht
war.

Wenn  wir  auch  gewohnt  sind,  daß  die  Repräsentanten
  des  Tideutschen  Verbandes  unfere
aurwärtige  Politik  in  den  schwär'’esten  Farben
schildern,  so  erweckten  die  Ausführungen  des
Herrn  Dr  Ritter  doch  bei  allen  Anwesenden
das  größte  Interesse.  das  in  lebhaften  Beisallsbezeugungen
  zum  Ausdruck  kam.  Der  NRedner
  führte  ungefähr  folgendes  aus:

Die  deutsche  Weltpoli.ik  ist  bisher  gelennzeichnet
  gewesen  durch  den  Mangel  an  feseen
Zielen,  aber  auch  durch  den  Mangel  an  Erkenntnis
  bei  oen  Führern  wie  brim  Volle,  was
überhaupt  Weltpo.i.ik  fi.  Fass  allgemein  nerstand
  und  verstaht  man  cine  Paradevolitik  darunter,
  die  man  macht,  um  neben  den  anderen
groß  dazustehen.  Berschiedene  Reden  haben
diet#e  Jrrmeinung  bestärkt.  In  der  Tat  aber
ist  Weltpolitik  eiwas  absolnt  Notwendiges,  etmas
  rein  Geschättliches,  sie  bedeutet:  Schutz
der  Weltinteressen.  Diese  werden  durch  unsefren
  Welthandel  geschaffen,  von  dem  wir  aile
leben.  #ch  die  Landwirtschaft  zieht  den
Hauptrerdienst  aus  dem  vom  Auslame  gekommenen
  Geld,  das  die  Städte  kaufkräftig
macht.  Daraus  geht  hervor:  Weltpolttik  bedeutet
  die  Sicherung  des  Absatzmarkles  und
eweitens  Sicherung  dez  Bezuges  der  Rohstofse
für  die  Industrrie,  besonders  ron  Baumwolle
und  Erzen  uso.  Drittens  bedeutet  Weltpolitik
auch  die  Sicherung  von  Siedlungsland.

Früher  lind  une  riele  Mitlionen  Deutsche  verloren

  gegangen,  die  scemdes  Volkstum  und
fremde  Konkurrenz  verstärkten,  ras  muh  anders.
werden.  Die  Festlandgermanen  würden  nach

der  heutigen  Lage  der  Dinge  bald  die  schwächste
NRasse  werden,  da  die  Slaven  halb  Europa
und  halb  Asien,  die  Romanen  woei  Drilttel  von
Amerika,  Nordafrila  und  Wesleuropa,  die  Englischsprechenden
  einen  anderen  großen  Teil  der
Welt  bevölkern.  Wir  Deutsche  sind  auf  einen
kleinen  Raum  eingeyfencht,  der  übervöllert  sein
wird,  wenn  wir  80  Millionen  zählen.  Besitzen
wir  über  nicht  eigenes  Siedlungaland,  so  wird
unsere  Auswanderung  immer  wieder  don  den
fremden  #ltern  gufgelogen  pder  spielt  doch

Rosenhelmer  Auzeiger

e  don  un  ein  Verbrechen  an
unserer  Zulunft,  wenn  wir  nicht  bafür  sochen
würden,  daß  auch  das  Deutschtum  genügenden
Spielraum  in  der  *“  -'

DasyouischcAukxapolifikg!aubtrun,ia
Mirtesafrika  ein  passendes  Ziel  gefunden  zu
haben.  Das  stimmt  durchaus  nicht.  Redner
lagt,  es  wäre  Pilicht  der  Nation,  dagegen  Ein-Spruch
  u  erheben.  Mittelafrika  wäre  als  Zugabe
  anzunehmen,  aber  nie  als  Haupt#zek  unserer
  Politek.  Denn  Mittekafrika  ist  kein  Absatzland,
  es  kann  nie  genügend  Rohstofse  liefern,
und  es.  isf  kein  Siedelungsland;  mehr  als  3—4
Millionen  Weiße  können  nie  dort  lehen.  Das
allein  richtige  Jiel.  für  uns  wäre  Vorderasien
und  der  Weg  dorthin.  Schon  nach  dem  Plane
von  Friedrich  List  sollte  ein  Staatenbund.
Deutschland,  Oesterreich,  Ballan-Türkei,  entsienen,
  alio  cine  friedliche  Verbindung  der  durch
gemeinsame  Interessen,  den  Schug  vor  Rußland,
  auseinander  angewiesenen  Staaten.  Die
Losung  „Berlin-Bagdad“  sei  in  diesem  Sinne
auogegeben  worden.  In  der  Schritt  von  Dr.
von  Winterstetten  „Berlin-Bagdad“  ist  diese
Politit  am  besten  dararstiltt.

Ein  poü#ütischer  und  wirtschaftlicher  Bund  von
Deutschland  bie  Vorderafien  gäbe  rz  einen
großen  sicheren  Markt.  sichere  Rohstofsquellen
und  ein  gewaltizes  Siedlungsland,  in  welchem
vereinzelte  deutsch:  Kolonien  schon  große  Srfolg#
erzielten.  Da  aber  dir  anderen  Mächte  befürchteten,
  w#ir  lönnten  diesen  allein  richtigen
Weg  noch  beschreiten,  zettelten  sie  den  Balkankrieg
  an,  der  uns  rom  Landweg  nach  Asien
abschneiden  und  den  Balkan  unter  rufsischen
Einsluß  bringen  sollte.  Redner  legt  die  Jusammenhänge
  und  die  Bedeutung  des  Balkankrieges
dar,  der  für  uns  die  denkbar  unheilvollsten  Folgen
  hatte.  Er  sprengte  die  Türkei  ab.  drängte
Rumänien  an  die  Seile  des  Dreiverbandes,
legt  Oesterreich  im  lünrtigen  Kriege  so  gut  wie
ganz  nach  Süden  feit,  so  daß  T  eutschland  fast
allein  gegen  22  französische  und  40  üussische
Armeekorps  eu  kämpfen  haben  wird  und  dabei
oollständig  cingektreist  üund  von  aller  Zufuhr
abgeschnitten  ist.

rentum  her  kann  jeden  Tag  losbrechen,  unsere
Passivität  hat  diese  Gefahr  erst  recht  orzeugt.
Wir  müssen  von  unserer  Divlomatie  fordern,
daß  sie  ihr  Augenmerk  hauptsächlich  oer  Ballan=
  und  türkischen  Frage  zuwende.

Der  Sporl-  und  Reunplaß.
Rosenheim,  23.  März.

Seit  langem  schon  wird  in  Rosenheun  von
allen  Intereifenten  das  Profekt  emes  allgemeinen
  Sport  und  Nennvd’'anes  ver  olgt.  Wiederholt
schon  ist  es  namentlich  im  Reanverein  erörtert
worden.  Im  Sckobe  der  släktischen  Kollegien
kam  es  zur  Beralung  in  Verbindung  mit  der
Errichtung  eines  Kinderspielpiatzes  und  in  Versolgung
  der  von  M.-N.  Baumann  und  G.-B.

auer  eingereichten  Anträge.  Die  nädtüchen
Kollegien  haben  dann  eine  Kommission  eingesetzt.
  welch  sich  mit  deri  Projelt  inzu  ischen  näher
belaste.  Sie  hat  zwei  Sitzungen  abgehalten;
in  der  letzten  Sitzung  lagen  die  vom  Staztbauamt
  auegearbeiteten  Projelle  vor.  Das  ErgFebnis
  dieser  Beratungen  ist  in  einem  ausführlichen
  Schreiben  dem  Rennperein  Nosenheim  unterbreitet
  worden.  Das  Michtigste  daraus  sri#
hier  wiedergegeben.

Nach  dem  einen  vom  Stadtbauamt  ausgrarbeiteten
  Projekt  ist  als  Platz  für  die  Rennbahn
cin  Teil  des  Haustältergutes,  nach  den  anseten
  das  Celände  zwischen  der  Ebersbergerstraße
und  denm  Mühlbach  bezw.  Inn  in  der  Nähe
des  Hobränkellers  (Fornanen)  vorgesehen.  Wie
aus  dem  Erlänterungsbericht  des  Stadtbauamtes
  hervorgeht,  soll  die  Bahn  als  seste  Nasenbahn
  ausge#ührt  werden.  In  Betracht  Togimt
für  das  eine  Prozekt  das  Terrain  auf  dem  Hausiättergut,
  nordwestlich  der  Präparandenschnie.
Dlises  Gelände  ist  im  oberen  Teile  hoch,  im  unteren
  tief  gelegen,  weshalb  eine  größere  Erobewegung
  unrermeidlich  ist.  Die  Planie  und
Herstellung  der  Rennbahn  umfaßt  eine  Erddewegung
  von  eirka  3000  Kubikmeter,  die  dezersten,
  zucciten  und  dritten  Platzes  einschliewich
Sattelplatz  von  8600  Kubiklmeter.  Die  bis  zurn
ehem.  Bahnwärte  r#u  au##baute  Peinrenen.
tenstraße  muß  auf  cine  Länge  von  160  Meler
bis  zur  Einfahrt  in  die  Rennbahn  verlängert
werden.  Als  Rennstallungen  könnten  vererst
die  Stallungen  des  Haustättergutes  Verwendung
  finden.  Nicht  unerwähnt  dürste  bleiben,
daß  bei  Verwirklichung  dieses  Projeltes  außer
der  Stadtgemeinde  nur  drei  weitere  Grundbesitzer,
  Steinbeis,  Diener,  Ruedorffer)  in  Betracht
lämen.

Die  Kosten  für  die  Bahn  auf  dem  Haustättergute
  betragen  39  500  Mark.  Beansprucht  werden
  37  Tagwerk  Grund,  von  denen  24  Taqwerk
im  Eigenkum  der  Stadtqemeinde,  10,27  im
Eigentum  des  Brauereibesitzers  Diener,  1.7  im
Eigentum  des  Ab#.  Rusdor'fer  und  0,7  im  Eigentum
  oer  Firma  Stcinbeis  Hehen,  In  der
Summe  von  39  500  Mark  sind  die  Kosten  für
Crunderwerbungen  nicht  inbegriffen.  Die  Bahn
ist  mit  1000  Meter  Länge  und  15  Meter  Breite
als  Rasenbahn  vorgesehen  und  wird  nach  Vornchener

  Rennvereins  gewalzt.  Wei- 



 

Leren  im  Kostenanschlag  vorgelehen  der  Auk-Die

  Kriegegesahr  vom  Ballan  und  vom  Slan#ur.

  eine  untergeordnete  Roll:  in  besreffendel  vo-  sur  die  notwendigen  Bauten  wie  Tribu=Lande.
  Es  wär  «

aktisztcklifatohMusisäodiumüannscfedsä
guan«.  .  .,.

Das  zweite  Projelt  behandelt  die  Errichtung
eines  Rennplatzes  auf  dem  Areak  zwischen  Mahlbach
  und  dem  tünstigen  Hochwasserdamm.  Das
hierür  in  Betracht  kommende  Gelände  ist  ziemlich
  eben.  Die  erforderliche  Planie  umfaßt  zirka
5000  Kubiklmeter.  Doch  werden  die  geringen
Planierungskosten  durch  Beseitigung  der  in  diesem
  Gelände  rorhandenen  Wurzelstöcke  und  der
Neuanpllanzungen  reichlich  aufgewogen.  Auch
die  Straßendaukosten  sind  hier  ziemtich  hohe,
da  jegliche  Zusahrt  zu  diesem  Gekä#e  mangelt
und  drei  Biücken  über  die  dieses  Gelände  ourchziehenden
  Bäche  hergestellt  werden  müssen.  Ausdrücklich
  erwähnt  der  Erörterungsbericht  des
Stadtbauamtes,  daß  dieses  Gelände  sich  im
Hochwassergebiet  befindet,  somit  dieses  Projelt
solange  unausführbar  ist,  als  nicht  die  Hochwasserdämme
  am  linksseirigen  Innufer  ausgeführt
  sind.  Auch  die  Grunderwerbungen  dürften
sich  hier  infolge  der  oielen  in  Betracht  kommenden
  Grundbestzer  ziemiich  ##m#ierig  gestalten.
  Eine  Stalling  ist  hier  nicht  vorhanden,
sie  ist  vorerst  auch  nicht  projeltiert.

Weiter  wurde  zu  diesem  Projekte  eine  Variante
angefertigt  für  das  Gelände  zwischen  Herderbach
und  Mühlbach.  Die  Bankosten  der  Rennhahn
bleiben  so  ziemlich  oie  Fleichen  wie  bei  dem
andern  Projelt.  Die  übrigen  erhöhten  Baukosten
  erklären  sich  durch  die  Herst-liung  der
längeren  Oufahrtostraßen  und  zweier  Brücen.
Im  übrigen  dürfte  sich  auch  hier  die  Grunderwerbung
  schwieriz  gestalten.

Was  die  Kosten  andelangt,  so  würde  für
die  Remnbahn  bei  den  Forstauen  ein  Vetraq
non  56000  Mark  in  Betracht  kommen.  Die
Variante  dam  isr  mit  50  000  Mk.  vorgeseben.

Die  Beratungen  in  der  Kommission  haben
das  Ergebnis  gebracht,  daß  man  im  Intereise
der  biesigen  Geschäftewelt  die  Errichtung  der
Nennbahn  auf  dem  Platz  in  der  Nähe  der  Forstauen
  sehr  beprüßen  würde.  Doch  kam  man
einhellig  zu  der  Ueberzeugung,  daß  in  aksehbarerZeit
  der  Aerwirk.ichung  dieses  Wunsches
nicht  näher  getreten  werden  kann.  Abgefehen
ron  den  hohen  Kosten,  kann  der  Platz  bei  den
Forstauen  solange  nicht  gewählt  werden,  als
nicht  das  Gelände  durch  Errichtung  der  Hochwasserdämme
  am  Inn  geschützt  ist.  Außerdem
stehen  die  z.  Teil  wertvollen  Gründe  ausschließlich
  im  Eigentum  oritter,  sodaß  die  Grunderwerbungen
  aufß  rordentliche  Schwieri.  kiten  bieen
  würden.  Enolich  sind  die  Zufahrtsverhäi"=nisse
  sehr  ungünstig  und  man  müßte  mit  mehreten
  Bachüberbrückungen  rechnen.  Infolgedessen
iĩt  sich  die  Kommission  einig,  daß  nur  die
Frage  über  die  Schailfung  einer  Rennbahn  auf
dem  Haustättergute  mit  Aussicht  auf  einen  greifbaen
  Erfolg  weiter  behandelt  werden  kang.

Vevor  das  iedoch  geschieht,  siellt  die  Kommission
  an  den  Rennverein  verschiedene  Bedingungen.
  Zunächst  wird  vertangt,  daß  vom  Reunverein
  rechtsverbindliche  Ertlärungen  seiner  Mitglieder
  und  sonstiger  vom  Rennverein  zu  gewinnender
  Interessenten  über  die  finanzielle  Beteiligung
  an  dem  Rennbahnunternehmen  in  einer
Form  beigebracht  werden,  die  der  Kommission
und  den  beiden  städtischen  Kollegien  hiureichende
  Sicherheit  bieten.  Dabei  wird  namentüch
auf  ein  Schreiben  des  Rennvereins  vom  15.Arril
1912  Bezug  genommen,  wonach  der  Rennverein
die  Zusicherung  gibt,  für  eine  Beteiligung  an
dem  Rennunternehmen  in  der  Höhe  von  20#  000
bis  50  000  Mark  sich  zu  bemühen.  Der  Kommission
  wäre  es  im  Interesse  der  Förderung
der  Sache  sehr  erwünscht,  wenn  diese  Erklärungen
  bis  zum  1.  Mai  beigebracht  wären.

Die  Kommission  hat  auch  mit  den  Münchner
Rennvereilen  unterhandelt.  Sowohl  der  Münchner
  Rennverein  wie  der  Münchner  Trabrenn-=und
  Zuchtrerein  begrüßen  die  Schaffung  einer
Bahn  in  Nosenlleim.  Der  Rennverein  weis  aber
darauf  hin,  daß  die  Abhaltung  von  Nennen
nicht  allein  von  ihm  abhängt  und  mt  nicht  urerheblichen
  Kosten  verbunden  ist.  Seine  Rennen
in  Landehut  hätten  troz  guten  Weitere  und
Beruch;  seinen  Etat  mit  1800  Mk.  delastet,
sodaß  der  Beschluß  gesaßt  worden  sei.  Rennen
auewärts  nur  dann  abzuhalten,  wenn  der  betreifende
  auswärtige  Verein  ihn  geae#n  seig##
Verluste  sicherstelle.  Andererseits  hat  der  Münchner
  Trabrenn=  und  Zuchtverein  ausdrücklich  die
Verpflichtung,  alljähriich  im  Frühjahr  und  Herbst
auf  dem  Nosenheimer  Rennplatz  Pferderennen
zu  deranstalten,  abgelehnt.  Der  Verein  habe
noch  nie  auf  auswärtigen  Rennbahnen  Rennen
veranstaltet  und  werde  niemals  solche  abhalten,
weil  sich  der  Verein  damit  der  Gefahr  aussetzen
würde,  daß  ihm  von  den  für  die  eigene  Bahn
mit  Totalisator  genehmigten  Renntagen  die  auswärtigen
  Termine  gekürzt  würden.  Außerdem
wäre  die  Aufbringung  der  Rennpreise  für  die
hiesigen  Veranstallungen  oder  vekuniöre  Zuwendungen
  hiefür  dem  Vercin  unmöalich,  da  er
bei  seinem  letzten  Heröst-Meeting  selbst  ein  grobes
  Defizit  erlitten  habe.

Mit  diesem  Ergebnis  der  Kommissionsberatungen
  beschäftigte  sich,  wie  schon  berichtet,  der
Stadtmagistrat  in  seiner  gestrigen  Sitzung.  Er
hat  nach  unwesentlicher  Debatte  die  Berichte
zur  Kenntnis  genommen.  Alles  weitere  höngt
jetzt  vom  Rennverein  ab.  Er  wird  in  nächster

—

 

siellten  Bedingungen  bekriedigend  3#u  erfüllen
permag.  ·  .

Zeit  zeigen  mülsen,  inwiefern  er  die  ihm  jetzt  ge

 

Sonntag,  25.  März  1414
#———“""

  
 

 

 

Jä  bie  engere
ist  das  Lokalblatt  unentbehrlich.
heim-Stadt  und  Land  gilt  dies  im
für  den  „Rosenheimer  Anzeiger“.  #
unterrichtet  über  alle  Vorkommnisse  in  Stad#t
und  Bezirk  schnell,  gewissenhaft  uch
ausführlich,  sodaß  er  in  dieser  Hinsicht  von
keiner  Großitadt--Zeitung  übertroffen  merden
kann.  Taneben  berücksichtigt  er  alle  Vorgänge
  im  politsschen  wie  wirtschaftlichen  Leben,
  lodaß  seine  Leser  in  allen  Belangen  ste##
auf  dem  Laufenden  sind.  Zum  2.  Quarkak  1918,
empfehlen  wir  daher  allen  das  Abonnemen
aquf  den  „Rosenheimer  Anzeiger“,  der
auch  in  Zukunft  ein  vorzüglich  informierten
Heimatblatt  bleiben  wird.

LUt
Loralnachrichten.

Wilitä  *83  BM.AAt
**  *  0  0

Im  Reichsmilitäretat  ist  ein  größerer  Betrag
enthalten,  um  jenen  Familienpätern,  weiche  mehr
als  drei  Söhne  beim  Mietör  haben,  für  ihre  im
Verhältnis  zu  anderen  Staatsburgern  außerordentlich
  hohen  Opfern  eine  Entschädigung  gewöhren
  zu  können.  Bei  Beratung  des  Militärelats
  im  bayerischen  Landtag  wurde  die  Anregung
  unterstützt,  daß  auch  jolchen  Famflien  die
Enchädigung  gegeben  werden  solle,  von  denen
Söhne  mehr  als  sechs  Johre  gedient  haben.
Die  Sache  steht  nun  so:  Dient  am  1.  Oktober
1913  ein  weiterer  Sohn  beim  Militär  uno  haben
rorher  schon  Brüder  von  ihm  aktio  gedient,  so#
erhält  der  Vater,  wenn  die  Gesamndienstzeit
seiner  Söhne  die  Dauer  von  secho  Jahren  übersteigt,
  für  jedes  weitere  Dienstjahr  eine  Entschädigung
  von  240  Mk.  für  den  Entgang  der  Arbeitstraft#dies
  Sohnes  und  den  Aufwand,  den
ein  Soldat  der  Familie  verurfacht.  Die  Entschc#igung
  muß  nicht  nur  gezahlt  werdin,  wenn
drei  Söhne  zusammen  6  Jahre  dienten  und  ein
rierter  Sohn  einrücken  muß,  jondem  sckon  dann,
wenn  drei  Söhne  zusammen  äber  6  Jahre  dienten,
  beispielsweise  wenn  zwei  Infanterisien  4
Jahre  und  ein  Kavallerist  drei  Jahre  dienten.
Der  Schwerpuntkt  liegt  darin,  daß  nach  dem  1.
Cktober  1913  mehrere  Söhne  mehr  als  6
Jahre  altir  dienten.  Beurlaubunden  von  mehr
als  3  Monaten  werden  abgerechn#t,  bis
Moncten  aber  nicht.  Die  Gesuche  z#ind  bei  der
Cemeindedehörde  anzubringen;  die  Militärpässe
#ind  nicht  abzugeben,  weil  die  Militärbehörden
die  wirkliche  Dienstzeit  selbst  ermitten.  Die  Gesuche
  verbescheidet  das  K.  Staatsministerium
des  Innern;  die  Zahlung  erfolgt  halbjahrlich,
ersmals  am  1.  April  1914;  verspätz-te  Gesuche
werden  berücksichtigt.  Die  Ausführungsbestimmungen
  werden  borfeurlich  darüber  Küarheit
bringen,  daß  nicht  nur  Väter  und  Muütter,
sondern  auch  andere  Vermwam#te,  welche  von  sich
oder  dem  Familienverband  aus  den  Soldaten
mit  verforgen,  die  Emschädigung  bekommen,
wenn  die  Eltern  nicht  mehr  am  Leben  sind.

1  ·
#

 

 

Rosenheim,  28.  März.

Holldienst.  Besördert  wird  in  etatsmäßiger
  Weise  zum  Steuerreoksor  der  geprüfke
Steuerdiennafpirant  Grenzaufseher  J.  Ellenmann
  in  Nußdorf  bei  der  Steuersielle  Trulben.

Bauarbeitcerschunz  und  heimische
Bauweisc.  Wir  machen  nochmals  darauf
auimertsam,  daß  eie  Vorträge  mit  Lichtbildern
  über  Bauarbeiterschun  und  über  die  Bauweise
  im  Gebirge  morgen  Sonntag  den  29.
Mär:,  vormittags  10  Uhr.  im  Saale  des  Hotels
  „Deuticher  Kaiser"  in  Rosenheim  stattfinden.
  Das  in  unserem  gestrigen  Artikel  erwähnte
  Datum  des  5.  April  gilt  für  die  Abhaltung
  der  Vorträge  in  Prien.

Der  Grund-  und  Hausbesigherverein
  hatte  für  Freitagabend  seine  Genera#ver-=-ammlung
  in  das  Case  Wendk  einberufen.  Ste
leilte  jedoch  das  Schicksal  so  vieler  anderer
Hauptversammlungen:  die  Mitglieder  haben
es  vorgezogen,  zu  Hause  zu  diesben.  Leoigiuch
sechs  Ausschuß=  und  vier  Vereinemitglieder  w##
ren  erschienen.  Nach  längerem  Hin=  und  Herreden
  wurde  beschlossen,  die  Versammkung  nicht
ahmhalten,  sie  vielmehr  neuerdinas  für  Mortag
  den  6.  April  einmberufen  und  sie  mit  einem
Vortrage  zu  verbinden,  um  regeres  In  «
bafür  zu  wecken.

Die  neuen  Briefmarken.  Da  ein  kehr
Narker  Schalterandrang  zu  erwarten  t  werdch
dei  sämtlichen  Münchener  Postämtern  Neferusschalter
  zur  Abgabe  der  neuen  Werteeichen  Esgerichtet.
  Außerdem  wird  dem  Puvrikusn  bei
den  Postämtern  München  1  (Residenz#skraße],
München  2  (Bayerstraße)  und  München  6  (Neihauserstraße)
  Gelegenheit  gegeben,  ausschließlich
  für  Sammelzwecke  bestimmte  Freimarken  m
dem  Stempel  des  Aufgabetages  besrucken
lasten.  Auf  Briefumschtögen  aufgeklebte  F#
marken,  ferner  Postkarten  und  Anwesfungs##
Formulare  werden  zu  Sammehzwecken  e
gestempelt.  .  .1«·