Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

 

Aumm̃er  409

über  Ruhe  und  Ordnung  und  fast  könnte  man
ron  normalem  Leben  sprechen.  Alltäglich  langen
auf  radiotelegraphischem  ge  die  neuesten
Nachrichten  ein,  die  in  deutscher,  polnischer  und
ungarischer  Spracke  in  der  Kriegeiitung  erscheinen.
  An  Sonntagen  spielt  vor  dem  Rathausfe
  eine  Militärkapelle,  wobei  nicht  selten
auch  Geschützdonner  die  Begleilung  gibt.  In
den  Kafferhäusern  herrscht  lebhaftes  Treiben,
auch  in  den  Geschäften  geht  es  rege  zu.  In  den
ersten  Dezembertagen  versuchten  die  Russen  mit
Aeroplanen  auf  die  Stadt  Bomben  zu  werfen,
doch  ohne  Erfolg.  Die  Batterien  auf  dem
zu  iesienic  nahmen  die  feindlichen  Flieger  unter
Feuer,  worauf  diese  sofort  umkehrten.  Die  von
russischer  Seite  verbreiteten  Gerüchte  über  Hungerenot
  in  der  Stadt  sind  erfunden.“
Ein  franzesisee  Torpedoboot
un  der  Adria  gesunken.

Paris,  26.  err,  Amtlich  wird  mitgeteilt:
Das  sranzösische  Torpedoboot  „Dague“,  das
einen  Lebensmitteltrausport  nach  Montenegro
legleitete,  ist  am  24.  Februar  abends  9  Uhr
3  Min.  im  Hasen  von  Antivari  auf  eine  österreichisch-ungorische
  Mine  gestoßen  und  gesunken.
38  Mann  werden  vermißt.  Der  Transport
erlitt  leine  Unterbrechung,  der  Transportdampser
  ist  rechtzeitig  zurückgelehrt.

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Falien.
Italienischer  Umschwung.

Rom,  26.  Febr.  Das  „Giornale  d'Italia“
  mahnt  die  italienische  Presse,  die  bisherige
gegen  die  Zentralmächte  genbte  einseitige  Kritik
fallen  zu  lassen  und  an  den  deutschen  Siegen
nicht  zu  mäckeln,  da  deren  Richtigkeit  außet
Zweifel  steht.  Die  Mahnung  des  Blattes  ist
auffällig,  weil  es  bisher  selbst  die  maßloseste
Kritik  der  “be’e  gegen  Deutschland
geübt  hat.  (J.)

Unruhen  in  Jolien.

Rom,  26.  Febr.  In  NReggio  nell'Emilia  (Calabrien)
  sand  nach  einer  Meldung  der  Agenzia
Stefani  gestern  abend  im  Theater  Ariosto  auf
Veranlassung  der  nationalistischen  Gruppe  eine
geschlossene  Versammlung  statt,  in  der  der  österreichische
  Reichsratsabgeordnete  Dr.  Cesare  Battisti
  (Soz.)  sprechen  sollte.  Als  die  Eingeladenen
in  großer  Zahl  zu  der  Versammlung  strömten,
  füllte  sich  der  Theaterplatz  mit  einer  seindseligen
  Menge,  deren  Haltung  bald  drohend
mwurde.  Während  eine  Abteilung  Carabinieri
Absperrungen  vornahm,  wurde  sie  das  Jiel  eines
  lebhaften  Steinbembardements.  Hierbei
wurden  zahlreiche  Carabinieri,  ein  Polizeikommissar,
  serner  ein  Hauptmann,  ein  Mafor  der
Carabinieri  letztere  schwer  —  verunndet.  Ale#
eine  Abteilung  der  Carabinieri  bei  dem  Transporte
  von  verwundeten  Kameraden  mit  Steinen
  beworfen  wurde,  gab  sie  Feuer.  Durch  die
Schusse  wurde  eine  Person  getötet  und  5  verwundet,
  wovon  eine  in  der  Nacht  starb.  Ferner
uurden  3  Carabinieri  verwundet,  11  leichter
verletzt.  Zwei  Schutzleute  erlitten  Wunden,  zuri
Ouetschungen.  Zur  Wiederherstellung  der  Ordnung
  wurden  neue  Abteilungen  Carabinieri
entiandt.  Der  Generalinspelleur  des  Ministeriums
  des  Innern  wurde  mit  der  Untersuchung
beauftragt,  die  Staatsanwaltschaft  hat  auch
Untersuchung  eingeleitet.  Mit  Rücksicht  auf  die
internationale  Lage  beschloß  der  Ministerrat,
den  Präfekten  Anweisung  zu  erteilen,  Versammlungen,
  sowie  alle  die  öffentliche  Ordnung  gesalrdenden
  Demonstrationen  zu  untersagen,  auch
in  Lolalen,  welche  sonst  für  das  Publikum  bestimmt
  sind.  (3.)

die  Lurlel  sin  Weiurieg

Das  Dardanellenbombardement.
Konstantinopel,  26.  Febr.  Das  Bombardement
  der  Dardanellen  wurde  den  ganzen
getrigen  Tag  über  erfolglos  fortgesetzt.  Ein
seindliches  Panzerschiff  ist  bereits  außer  Gelecht
  gesetzt.  Die  mehrfach  gemeldeten  Beschiebungen
  der  Dardanellenforts  müssen  als  ziemlich
  zwecklose  Demonstrationen  angesehen  werden.
  (3.)
Die  Ansprüche  auf  die  Dardanellen.
London,  26.  Febr.  In  Beantwortung  der
Frage  betr.  die  neuerliche  Rede  Sasanows,  in
der  dieser  erlläxte,  daß  die  Ereignisse  an  der
russisch-türkischen  Grenze  politische  und  wirtschaftliche
  Probleme  in  Verbindung  mit  der
Frage  des  Zuganges  Rußlands  an  das  offene
  Meer  der  Verwirklichung-.  näher  bringen  würden,
  erklärte  Sir  Edward  Grey  im  Unterhaus:
as  ist  ein  Bestreben,  mit  dem  wir  volle  Symbathie

  haben.  Die  genaue  Form,  in  der  es
grvirkicht  wird,  ist  Lswesseuornd  in  den  n  Erden
dingungen  belt  -  –’—

—

Marokto.
Eine  neue  französische  Schlappe
in  Marollo.

Madrid,  26.  Febr.  Nach  einer  Melnung
aus  Tanger  sollen  franz.  Streitkräfte  unter
dem  Kommando  des  Obersten  Martin  am  Inauenflusse
  durch  die  Aufständischen  eine  schwere
Schlappe  erlitten  haben.  Die  aus  eiwa  600
Mann  bestehende  franz.  Kolonne  wurde  von
überlegenen  maroklanischen  Streitträsten  nachts
unvermutet  angegriffen.  Es  gelang  den  Marokkanern,
  die  Poiten  zu  Eairan  6  à
sie  bereils  hurze  Jeit  nach  dem  Alarm  g.  blat
sen  war,  sich  im  stanz.  Lager  besanden.  VI.  ach
einem  Nahkanipfe  mußten  die  Franzehen  un:et
schweren  Verlusten  die  Stellung  räumen.  -t
verloren  zahlreiche  Tote  und  Cesangene,  ihre
Verwundeten  nahnen  se  mit  sich.  (3.)

Amerlia  und  Chlna.

Amerika  und  Japan.

Tokio,  25.  Febr.  Wie  verlautel,  hat  die
jananische  (Admiralität  alle  im  Auslande  befindlichen
  japanischen  Kreuzer  in  die  Heimat
gewässer  zurückeordert.  Die  geheime  Mobili
sierung  des  Heeres  dauert  sort.  Eine  Roeihe
von  Dampfern  ist  durch  Mittelsmänner  von  der
japxanischen  Regierung  angekauft  worden.  Die
Dampfer  sollen  offenbar  als  Truppentransportschiffe
  dienen.  Trotz  des  Stillschweigens  aller
ja  panischen  Behörden  ist  es  ganz  offenbar,  daß
Japan  umfassende  Kriegsrorbereitungen  trifft.

Genf,  25.  Febr.  Der  Pariser  „Herald“
meldet  aus  Neuhert!  Das  1.  und  2.  Flottengeschwader
  der  Vereinigten  Staaten  ist  nach
dem  Stillen  Ozean  ausgelaufen.  Die  vor
Schanghai  liegende  amerikanische  Flotte  wurde
durch  sechs  Kriegsschiffe  des  zweiten  Geschwaders
  verfslärlt.  (J.)  Amerila  scheint,  wenn
der  „Herald“  die  Wahrheit  vertündet,  ein  sehr
ernstes  Wort  in  der  Sache  mitsprechen  zu  wollen.

Japan  und  die  Philiopinen.

Kopenhagen,  26.  Febr.  „Rietsch“  meldet
aus  Tokio:  Politische  Kreise  machen  die  Regierung
  darauf  aufmerksam,  daß  die  Zeit  gekommen
  sei,  den  Kauf  der  Philippinen  von
Amerika  in  die  Wege  zu  leiten.  (3.)

Beerichiede##e  acheichlen.

Köln,  26.  Febr.  Der  40jähr.  Kaufmann
Reifeffli  hat  sich  mit  seiner  Frau  und  seinem
10jahr.  Töchterchen  durch  Gas  vergiftet.  Die
Familie  wurde  tot  in  der  Wohnung  aufgefunden.
  Ob  ein  Unglück  oder  ein  Selbstmord  vorlicgt,
  steht  noch  nicht  fest.  Der  Gashahn  stand
offen.

 

Genf,  26.  Febr.  Die  Schweizerische  Depeschenagentur
  meldet  aus  Grenoble:  In  dem  Gebiete
  von  Grenoble  sind  zahlreiche  Lawinen  niedergegangen,
  die  Ueberschwemmungen  verursachten.
  Fabriken  und  Elektrizitätswerke  wurden
  stillgelegt.  Der  Verkehr  ist  stellenweise  unterbrochen.
  Mehrere  Züge  blieben  sliecken.  Da
der  Schneesturm  andauert,  i#l  eine  Besserung
der  Lage  vorläufig  nicht  zu  erwarten.  Der
Sachschaden  ist  bedeutend.

London,  26.  Febr.  Den  „Doily  News“
wird  aus  Denver  gemeldet,  daß  in  dem  Indianerreservat
  an  der  Grenze  des  Staates  Utah
ernstliche  Unruhen  ausgebrocken  sind.  Mehrere
Gefechte  fanden  statt,  in  denen  ein  Weißer  getötet
  wurde.  Die  Stadt  Bluff  ist  von  kriegerischen
  Indianern  umzingelt.  Alle  Merbindun-#
  sind  gbgeschnitten.  Man  befürchtet  eine

assaker.  Truppen  eilen  zur  Hilfe.

Fweriische  Nachrichter.

Eandshut,  26.  Febr.  Große  Not  herrscht
in  der  Familie  des  Söldners  Loidl  m  Jemiing
bei  Neustadt  a.  D.  (Niederbayern).  Der  Mann
steht  seit  Krieqgsbeginn  im  Felde.  Die  Frau
kam  mit  gesunden  Drillingen  nieder,  starb  aber
an  Entkräftigung  infolge  großer  Unterernäh.
rung.  Außer  den  Drillingen  sind  noch  drei
Kinder  vorhanden,  von  denen  das  ältesle  erst
5  Jahre  alt  ist.

deggendorf,  26.  Febr.  Ein  biederer  Landmonn
  brachte  zur  hiesigen  Sparkasse  11000
Mark  in  lauter  blanlen  Zwanzigmarkstücken.  Befragt,
  wo  er  das  viele  Gold  her  habe.  sagte  er,
er  habe  es  seit  Kriegsbeginn  daheim  im  Kasten
liegen.  Genau  ausgerechnet,  hat  der  Mann
seit  dieser  Zeit  215  Mk.  Zinsen  verloren.

Bsneriiches  Oneriens

Bad  Aibling,  26.  Febr.  Der  am  11.  Juni
1878  zu  Feilnbach  geborene  Sohn  Sebastian
Ehrenbeck  der  Götlerseheleute  Balthasar  und
Balbine  Ehrenbeck,  zuletzt  Dienstknecht  in  der  Gemeinde
  Wiechs,  wanderte  im  Frühjahr  1894
nach  Amerika  aus.  Im  Jahre  1900)  schrieb  er.
daß  er  Holzarbeiter  in  Colorado  sei.  Seit  dem
Jahre  1901  fehlt  aber  jede  Nachricht  über  ihn,
er  ist  verschollen.  Auf  Antrag  seines  Bruders
Taver  Ehrenbeck,  Sattler  in  München-Schwabing,
  soll  er  jetzt  für  tot  erklärt  werden.  Ter- 



 

 

mind  dam  dasu  ist.  ist  auf  den  21.  September  1915  an-—

  —  —  —

————.—

Endorf,  26.  Febr.  Herr  Privatier  Joses
Ritzinger,  eine  in  weiten  Kreisen  belannte  Personlichkeit,
  ist  heule  S#estorben.  Er  war  schon
lan  ere  Zeit  schwer  ertrankt.  In  beller  Erinnerung
  nird  er  bei  allen  Besuchern  des  En.
dorier  Teaters  sein,  gehö#rle  er  doch  eine  Reihe
Tron  Jabren  zu  deisen  ersolgreichsten  Mitgliedern.
  I##  Riainger  ist  64  Jahre  alt  geworden.
  An  jeinen  Bahre  trauern  Gattin  und
Tochter.

Ortssammelskelle  für  Liebesgaben
Magistrat.  immer  Nr.  16.

Mit  guen  Er  o#hat  die  Zammlung  sär-  die
EELEIEIIIIIIEIII
daten  im  FZelce  hegr  inen.  Die  Cesellschaft  Har
monie  khal  der  O###fammeli#elic  511  Mk.  uber
u  iefen.  Außerdem  u  urden  lon  rrivater  Seite
45  Ml.  abgegeben,  gemiß  ein  schöner  Anfang,
der  noch  ergänzt  wird  ourck  verschiedene.,  sehr
Filliommen-  (Gaben  2o#  Schol-ladelets,  Dörrobit
  uim.  Zedermann  gibt  auch  da  mieder  gerne
eine  Kleingleit  für  unsere  lapferen  Krieger,
die  so  damdar  #ind  für  jedes  Gedenken  aus
der  Heimat.  Forlm  ährend  lommen  aus  dem
Felde  von  Toldaten  Anfragen  nach  Zithern.
20  tadello#e  ISnurumente  haben  wir  schon  abschiden
  lonnen,  Vielleick!  steht  aber  noch  manche
Zither  unbenützt  am  Sfeicher;  deshalb  bitten
wir,  auch  serner  Musilinstrumente  jeglicher  Arl
bei  uns  abzugeben.

Cotatnacrrichler.

Rosenheim,  27.  Februar.
Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Alois  Mayer,  Menger  aus  Nosenheim,  Soldat
im  9.  würrtemb.  Zns.-Reg.;  Balthafar  Numberger,
  Sohn  des  k.  Straßenwärter  Numberger
  in  Gehering,  Kriegssreiwilliger  im  bayer.
Ersan-Bataillon  Nr.  2;  Friedrich  Greiner  von
Bad  Aibling,  Inf.  im  2.  Inf.-Reg.

Kriegsanleihe  und  Kgl.  Bank.  Wir
machen  darauf  aufmertsam,  daß  für  jene  Zeichner
  auf  Kriegsanleihe.  die  erst  später  in  der
Lage  sind,  die  Gelder  für  ihre  JZeichnung  aufzubringen,
  die  Kgl.  Bank  mit  ihren  Filialen
Wertrapiere  bis  zur  gleichen  Höhe  wie  die
Kriegsdarlehenskassen  belehnt,  wobei  dermalen
ein  Zinsfuß  von  51  108  in  Anrech  znuung  gebracht

wird.  Die  deutschen  Staatspapiere  nerden  bis
3  75%,  die  Schuldoerschreibungen  und  Pfand
briese  der  4  Landschaften,  der  lommunalen  Verbände
  und  ähnliche  Papiere  bis  zu  70%  die
Industrie  Obligationen  bis  zu  6107  0,  die  Anien
bis  zu  50“  bezm.  40  ihres  Kursuertes  beliehen.
  Für  die  Berechnung  in  der  Kurs  vom

5.  Juli  vorigen  Jahres  maßgebend.

Zur  Kriegsanleihe.  Ueber  die  Zwischenscheine
  zu  den  Schuldverschreibungen  der
Kriegsanleihe  veröffentlicht  das  Reichsbankdirektorium
  in  der  heutigen.  Nummer  eine  Bekanntmackung.
  Alle  Interessenten  seien  darauf
aufmerksom  gemacht.

Verlustlisten.  In  nächster  Zeit  werden
in  den  deutschen  Verlustlisten  Listen  mit  der
Ueberschrift  „Unermittelle“  erscheinen.  In  diesen
  Listen  sind  enthalten  die  Namen  der  An.
gehörigen  der  deutichen  Armece,  die  in  der  Gefangenschaft
  oder  in  deutschen  Lazaretten  gesiorben
  sind  und  bei  denen  der  Truppenteil
sehlt  oder  nicht  fengeitellt  wmerden  kann,  sowie
auch  solche  mit  Regimentsangaben,  die  aber
meist  ungenau  sind.  Diese  Listen  werden  unter
  fortlaufender  Nummer  von  Zeit  zu  Zeil
erscheinen.  Die  Liste  Nr.  1  der  Unermittelten
wird  in  der  bayerischen  Verlustliste  abgedruckt
werden.

Privatgüterverkehr  nach  und  von
dem  Feldheer.  Die  neueste  Nummer  des
bayer.  Verkehrsministerialblattes  enthält  die
näheren  Bestimmungen  für  die  Annahme  der
nach  dem  Feldheer  bestimmten  Sendungen  von
10  bis  5s0)  Kilo  bei  den  Güterabferligungsstellen
  der  Eisenbahn.  Sendungen  geringeren
Gewichts  werden  nicht  angenommen;  sie  müssen
  bei  der  Post  aufgegeben  werden.  Die  Eisenbahnsendungen
  können  als  Frachtstückgut  oder
Eilstückgut  aufgegeben  werden.  Die  Fracht  nebst
einer  Rollgebühr  von  25  Pfg.  muß  bei  der
Aufgabe  bezahlt  werden  (Frankierungszwang).
Bei  den  drei  bayerischen  militärischen  Paketdepots
  München,  Nürnberg  und  Wärzburg  konnen
  für  deren  Gesch  äsftsbereich,  der  sich  aus  dem
Aushang  ergibt,  Versandstücke  bis  50  Kilo  unmittelbar
  gebührenfrei  aufgegeben  werden.

Abgabe  von  Holz  an  die  Familien
von  Kriegsteilnehmern.  Eine  Cnt.
schliehung  des  Finanzministeriume  ermächtigte
die  Forstämter,  an  Familien  von  Kriegsteilnehmern,
  die  seither  dem  Käuferkreise  der  lokalen
Brennholzversteigerungen  angehörten  und  denen
es  mangels  männlicher  Vertreter  schwer  fällt,
sich  an  den  Versteigerungen  zu  beteiligen,  das
zum  gemöhnlichen  Hausbedarfe  benötigte  Brennolzt

  freihändig  um  einen  dem  durchschnittlichen
i  ktetandig  un  angenäherten  Preis  abzugeben.
  Forstberechtigte,  die  ihr  Rechtbrennholz
für  1915  bezogen  haben,  sind  von  der  Ver-„
  ausgeschlossen.

bacht  ebkerreichische  Gestellungs-“u
  I.  u.  I.  Generaltonsulat

 

 

 

 

 

in  wid  ieili  R  mit:  1.  Alle  dem  Geburtsjahrgänge
  1896  angehorigen  Oesterreicher  1

Sonnfä,  28.  Februar  1916

und  Ungarn  haben  sich  behuf-s  Verzeicknung
sofort  mit  Postkarte  beim  7.  u.  k.  ölterr.-ung.
Generallansulat  in  Munchen  anzumelden.  Anzujuhren

  ill:  1.  Name.  2.  Geburtsiahtgana.  3.
Ga#matee-  nelnr  4.  Verus  Anst77—  .
Adresse.  II.  Die  Jahraanee  1891.  1895.  1895
gelangen  demnächst  zur  Musterung,  die  bezün.
lichen  Anordnungen  werden  nock  verlautbart
Uerden.  1II.  Die  regelmäßigen  Stellungen  der
Jahrgänge  1892,  1893  und  1896  sind  erst  für
einen  späteren  Zeitpunkt  in  Aussicht  genommen.

In  sfranzösischer  Gefangenschaft.
Ein  Roienheimer,  welcher  in  Montbrison  gefangen
  ist,  konnte  an  seine  Angehorigen  wieder
cine  Ponlarle  gelangen  lassen,  welch:  das  Dalum
  des  11.  Frhruar  krägt.  Er  beitätigt  mit
der  Karte  den  Empfang  verschiedener  Sendun:
Len,  schreibt  aber  dann  solgendes:  „Lasse  durch
die  Zeilungen  bekannt  geben,  daß  an  Gefangene
in  Frankreich  leine  Lichesgaben  gesandt  werden
sollen,  da  sie  fur  Palkete  gezählt  und  dofür  die
gro#en  Palete  von  den  Angehörigen  nicht  mehr
verabsolgt  werden.  Mir  fehlen  bis  beute  sieben
Valete.  Es  werden  monatlich  nur  zuri  Patete
verabsolgt.“"  Bekanntlich  sind  die  Uergünsti-Zungen
  der  Gefangenen  in  Frankreich  wesentlich
Cingeschränkt  worden.  dazu  gehört  auch  der
Emrfang  ron  Paketen.  Der  hier  mitgeteilte
Nalschlag  soll  daher  zur  Nicktschnur  dienen.  Der
Postlarte  in  rom  franzbrischen  Jensurdienst  noch
zjolpender  Stempel  aufgedruckt:  „Antwortbriesfe
dürsen  nur  aus  zwei  Seiten  je  16  Zeilen  bestehen.“
  Tatsächlich  schreibt  der  Absender  der
Postkarte  auch,  daß  er  einen  Brief  vom  25.
Januar  erhalten  hat,  von  dem  dad  letzie  Blatt
abgetrennt  war.  Der  Brief  beiand  also  nur
noch  aus  zwei  Seiten.

Beschaffung  von  Sämaschinen.  Cemeinden
  und  Cruchafien,  sowie  Vereinigungen
ron  Landwirten,  nelche  eine  Sämaschine  uur
gemeinsamen  Benügung  anschaffen  wollen,
halten  vrom  landw.  Kreisausschuß  Zuscküfse  bs.
zu  51)  Mk.  für  die  Maschine.  Oesucke  sind
alsbald  an  den  landw.  Bezirlsausschuß  unter
Angabe  des  Katalogpreises,  der  Fabrik  und
des  vom  Lieferanten  eingeräumten  Radbattes
einzureichen.  "

Brot=  und  Meylverbrauch  in  Rolenheim.
  Ueber  den  Brot  und  Mehlver-Urauch

  in  Rofenheim  vecröffentlicht  der  Siadtmagistrat
  heute  zwei  aichtige  Belanntmachungen.
  Wir  machen  unsere  Leser  besonders  darauf
  aufmerksam  und  legen  die  Einhalmung  der
darin  niedergelegen  Bestimmungen  alien  dringend
  ans  Herz.

Vortragsabend  findet  am  Dienslag,  den
2.  März  im  Fünferl.  Verein  statt.  Herr  Dr.
Anton  Lechleuthner  soricht  über  „Ein  Jubiläum
  auf  dem  Berge"“.  Der  Abend  wird  zugunsten
  der  Kriegshilfe  pderanstaltet.

Eine  Müllerversammlung,  einberusen
  vom  Bezirk  Rosenheim  des  Bayerischen
Muilerbunde,  findet  morgen  Sonntag  hier
siott.  Sie  wird  nachmi.tag?  1.1  Uhr  im  Hotel
,  Konig  Otto“  abgehalten.  Auf  der  Tagesordnung
  sieht  die  Besprechung  über  das  Ausmahlen
  ron  Brotgetreide  nach  den  geietzlichen
Vorschriften.

Feuer.  In  der  verflossenen  Nacht  ist  die
mechanische  Schreinerei  des  Herrn-  J.  Brochenlerger
  im  Anwesen  des  Herm  D.  Schran  in
Fürstätt,  Gries  6,  ron  einem  verheerenden  Feuer
heimgesucht  rorden.  In  der  zehnten  Nachtstunde
  kam  das  Feuer  in  der  Maschinenhalle
zum  Ausbruch;  es  grisf  dann  auf  die  mechonische
  Schreinerei  über,  welche  mit  der  Maschidenhalle
  eingeäschert  wurde.  Das  Holzlager.
welches  in  einem  Schuppen  abseits  untergebracht
ist,  blieb  verschont,  gleichwohl  ist  der  Schaden
nicht  unbeträchtlich,  namentlich  an  Maschinen.
Werkzeug  und  Modellen.  Die  Rosenheimer  und
die  Fürstätier  Feuerwehr  belämpflen  das  Feuer
erfolgreich,  so  daß  das  Wohnbaus  glücklicher
meise  verschont  blieb.  Ueber  die  Entstehungsursache
  ist  sickeres  noch  nicht  bekannt.  Mit
den  Aufräumungsarbeiten  in  alsbald  begonnen
  worden.

Rodelbahn.  Von  Locheck  wird  uns  mitheteilt,
  daß  die  Rodelbahn  sehr  gut  ist.

Gesunden.  1  Läschcken  und  1  Stück  Stoff
wurden  gefunden;  abzuholen  im  magiftratischen
Geschästszimmer  Nr.  2

Berguüqungsanzeiger.

Lichtspiele  Helios.  JIm  Hotel  „Deut.
scher  Kaiser“  gelangt  Samstag  und  Sonntag
eine  hochinteressante  aktuelle  Kriegenummer  zur
Vorführung:  „Unsere  Braven  im  Feindesland““
in  zwei  Teilen.  Erlebnisse  aus  dem  großen
Weltkriege  1913  15.  Autbzer  einigen  vorzuglichen
  Nebennummern  isl  dem  Progkamme  noch
einer  der  besten  Heny  Porten=  Film  „Ihre
Hoheit“  beigegeben.

Karnverschee.
C(andshut,  26.  Febr.  Der  heutige  Vitltualienmarkt

  war  schwach  bestellt.  12
Stück  Eier  erhielt  man  für  1  Mk.;  das  Pfund
Rindschmalz  kostete  im  Großverkauf  1.10  bis
1.15  Mk.,  im  -leinverkauff  u  1.  15  bie  1.20  Ml.;
Sbte  1.20  bis  1.30  Mr  :  Mollerreibutter

M.,  Schweinefett  1.10  W.  m