Kummer 80
3#gerliche Nabeich en.
Alscholeins, 5. April. Herr Frz. Laver
unuswirth, Schloßberr in Ascholding, hat sein
S lof. samt dan geböriyen Alleen, Gärlen und
Fischwassern usw. an Herrn Dr. Richard Serau
aus Oeterreich flammend, rerkauit. Der neue
Beriner ist bercits aufgezogen. Das ganze Schloß
soll neu reuoviert werden. Herr Lungwirth
surn zurzeit als Reservecoffirier im Felde: auch
Herr Seran im Offisier, zureit zur Erholung
beurlaubt.
Candehunt, 5. April. Der aus dem hiesigen
GCesangenenlager entiprungene französ. Kriegs-Lesangene
Amault ist bei Gündlkosen von einem
Bauern aufgegrisfsen worden. Er wirde der
CGem armeri: übergeben und wieder in Landrhut
eingeiiesert.
Geenzlande.
Kufstein, 5. April. Durch eine Kundma
85 ung der l. I. Bezirl#s#auptmannschaft vom 2.
Lronrl wurden für die Stadt Kusnein. solgende
#pPreise fu r Alkisch witgkhtasmlo
is:- fleisch 3 wen, Kubfleisch 2 Kronen
60 Oeller. K. 2 Kronen 6/) Heller,
Kalb#schl iene. Kronen 60 Hell#r. Schweinesieisch
Kronen 60 Leller, Schaffleisch 1 Krone
80 Heller. «
-·-»
*
beotsisachrachten.
Rosenheim, 6. April.
jeiänungen im Felde. Dem Musiler
Rudoh Schnarn im 1. Landunrmbateillon
Pai#a isl das Militärverdienlreuz 3. Kl. mit
Sc weriern verliellen worden. Schnarn iin Mit
glied der Rosenl. ur Sladttapelle. Der Vizewac#meihner
Frauz Biopur im 8.#lbH Art.-Neg.,
Soin des Rentiers Bippus in Lind Aibllng, er-Lieli
das
Viserne Kreuz.
"iebesgahen, die Rosenheimer
„siaen am 1#. März en die baner.
Enandioifsion nufllidle n, ünd don Sr. Exjellenz
Herrn General der Insanteri: Ritter v. Ben—
zino einem Negimeni uberwiesen worden, das
zum großen Teil aus oberbayerischen Landsleuten
beileht, nämlich dem bayer. Reserve Jnsanterieregiment
Nr. 15. Es inmt dies es Negienent,
welches sich schon gleich za Beginn des
Nrieges durch Eroberung der ersten französischen
Fahne besonders ausgezeichne t hat; letztere
besindet sich bedanntlich jetzt inmn Bather. Armee—
museum in München. Auch der Oerr Kommandeur
deie tepf.ren Rg'm ntörchtitle unterm
28. März 1915 an den Herirn Professor, der die
Absendung besorgie, für unsere patriotischen
Gymnasiasten ein Danlschreiben. Es loutet:
„Für die beim Regiment eingetrofsene Liebessendung
Nosenheimer Gumnasiaflen sage
ich den Spendern meinen DHank. Euer Hochwol,lgeboren
bitte ich, diesen den Spendern
udermitleln zu wollen. Die willlommene Gabe
in mir ein Beweis dafüur, daß die Jugend in
der Heimal in dem Bemuhen, ihre Opferfreudigkeit
für unser Heer zu zeigen, mit dem Aller
wekteifert.
Mit dem Auodrucke vorzüglicher Hochachtung
*½.
Die
G’umi
Graßmann, Oberst.“
Den Paleien an deutsch= Kriegs
gefangene in Rußland brauchen keine
Jollinleulls llarangen mehr beigefügt zu werden.
zunssen bei Paseten an deutsche
Givilgefangene Nußland zwei weiße) Jollinl
aitserllärungen deigegeben sein.
Privaltelegram:: wrerlehr zwischen
Feldheer und Heimat. Die Feld= und
Etappentelegraphenanitalten u #rden fortan bei
Privattelegrammen aus dem Feite ##n Kopfe
nicht mehr den Abgangsort angeben, sondern
slalt dessen den Vermerk „Aus dem Felde“, telegraphieren.
Diese Herkunftobezeichnung wird
auch bei der Aufnahme in das Telegrammauskunftsformblatt
an Stelle des Aufgabeortes
eingetragen.
Die Osterfeiertage waren vom Wetter
besser begünstigt, wie man noch am Samotag
zu erwarten hofite. Da am Samslagabend
Regen einfsente. glaubte man, auch einen verregneten
Ostersonntag erwarten zu müssen. Erfreulicherweise
fand diese Befürchtung ihre Bestäligung
nicht. Im Gegenteil, der Ostersonntag
Lradhte uns das schönste Frühlingswetter. Die
Sonne lachie vom blauen Himmel und überflulteie
Stadt und Land mit goidenem Schein.
Alles freute sich des schönen Sonnentages und
der Spaziergänger und Ausfslügler gab es gar
Vvietc. Auch im VBahnverlehr machte sich das
scene Wetier gur geltend. Abends trat wieder
ein Umschlag in der Witterung ein, und die
Nadlt brachte ergiebigen Regen, der #rauch am
Monlag noch nicht aufhörte. Erst am Nachmittag
klar# es wieder auf, jung und alt ins Freie
lockend. Der heutige Dienstlag begann mit prächtigem
Sonnenschein.
„Der Kampf gegen England in
au's und Familie“. Ueber dieses Thema
veranstaltet die Ortsgruppe Rosenheim-Aibling
des Hansa-Bundes am Donncrstag, den 8. ds.
Mis., abends 38 Uhr, im Saale des Hotels
„Deutscher Kaiser“ einen Vortragsabend. Der
Wolll
— —752
Vortragende, Oberbürgermeister a. D. Dr. Neff,
hat an dem vom preußischen Ministerium veranlaßten
Kurifus über die Volksernährung im
Kriege, bei welchem die ersten Professoren der
Vollswirtschaft, Physiologie und Landwirkschaft
Vorträge gehalten und hervorragende Prakiile#
Unterweisungen gegeben haben, mit teilgenommen.
Auch der Hansa Bund will durch Vorlräge
dieser Art dazu beitragen, die Bevölkerung
über ihre Pflichten zur Abwelr des englischen
Ausbungerungsplanes gegen unser Voll auszullären
und bittet F#nders auch die Frauen,
welchen in diesem Kampfse eine hervorragende
Rolle zusällt, um zahireichen Besuch der Versammlung.
Im Stadt-Kinematograph gelangt
heute Dienslag ein neues, herrlickes Programm
zur Vorfülrung. (Siehe Inserat.)
Gefunden. Eine Kindermütze wurde gesun.
den: abzuholen im magisiratischen Geschüftszimmer
Nr. 2.
Masik und #heaker.
Rosenbeimer Volkstheater. Fir
den Ostersonntag brachie das Rosenheimer
Vollotheater die Pos Hie „Die beiden Reichen mül
ler“ von A. Amno. Der große Saal des Doicl
Denischer Kaiser“ war vollbesetzt. Als große
Humorstuck war es angelnadigt, und viel Daeie
lerleit löste es auch aus. Da war vor allen
der Steinllopfer Knoche. Dieser bajuwarische
Urlyp sand in Joses Krämer den besten Vertreter.
Mil der größten Ruhe sand sich der
biedere Nalurmensch in die kritischiten Si#nalionen
und wußte ihnen immer die beite Seite
alngewinnen. So zeint Zosef Krämer immer
non Neuem seine ielseinzgkeit alo Charaller
darsiclier. Auch oie Negie war von ihm fer
üut geführt: las Zusammenspiel war ktreffiic
einstudiert und die ein selnen Bilder gaben dazu
einen gulen Rahmen. Hermann Hofer siellte den
Fabrill#efiteReichenmüller. Es war der solide.
behabige, mit Ueberlegung landelnde Geschäft?
mann, in seiner gewinnenden Lieben# würdiglkeit
eine selr ansprechende Figur. Vertüa Zwilliag
mar bemüht, als seine Frau Ulrite ihm mög.
geichitl gleich zu slehen. Em#l Mahr war wohl etwas
zu trocken für einen Liebhaber, doch war
er mit Eiser bei der Sache. Eine ganz prach
lige Fi aur und einen wasch echten Schwalen fanden
wir in . B. Huthmann. Dieser Kaufmann
Beusd,le aus Stuitgatt machte einen vortrefflichen
Eindrud in seiner Biederkeit und Gulmütiglei:,
die schon einen starken Anstoß verlräqt,
bis sie aus ihrer Gleichmäßigkeit herausfällt,
dann aber in hohe Erregung geräl. Dazu
der unverfälschte Dialelt es war ein Ver-Anügen,
diesem Spiel zu folgen. Auch seine
Tochler Lisbeth war bei Tlsa Miller in sehr
guten Händen. Es war wirklich so, wie sie
sagte: „mit mir isch net guat auslomma, i
muaß mein Kopf durchsetza, andersch gib i kei
uah“. Finn Vach spielle die hübsche, nach
höheren Jdealen strebende Tochter Elise des
Steinilopfers mit autem Geschmad. Alois Vach
weiß slets auch in die kleinften Nollen die beste
Rote zu bringen, so auch hier in seinen Diener
Baithafar, dem das Kammerzöschen Sophtie,
Marie S Sprenger, unermüdlich eine bessere Meinung
über die Frauen im Allgemeinen und im
Besonderen veibringen wollte. Es wären noch
zu nennen Therese Bach als Frau Bardara
des Sieinllopfers. Math. Krämer als Kommie
und der Bahnbofinspelior Lohrmann von Karl
Braun, die hach Kräften zu einem vollen Gelingen
beilrugzen. Das Sliück fand eine aunerst
Ceifallofrendige Aufnahme.
Soziaole Nundschan.
München, 5. April. Die Heeresverwallung
liat ein wesentliches Intereise daran, daß in
ihren eigenen und in den für das Heer oder
die Marine liesernden privaten Betrieben jeder
nicht unbedingt geboiene Arbeilerwechse
vermieden wird. Es erscheint daher ange--zeigt,
die dort beschäftigten Arbeiter, soweit sie
vom Heeres#enn zurückgestellt oder beurlaubt
sind, darauf hinzuweisen, daß ihre Zurückstellung
bezw. Beurlaubung bei jedem Arbeitswechsel
sofort auhet Scaft tritt. Xs ist Anordnung
getrossen, die soforlige Einstellung eines jeden
dienstpflichtigen Arbeliers in die Truppe zu veranlassen,
der bei einem der bezeichneten Betriebe
die Arbeit niederlegt oder das Arbeitsverhältnis
kündigt, auch wenn dies in der Absicht geschicht,
in einen anderen solchen Betrieb einzutreten.
2
Bunte Cijronil.
Eine erschütternde Episode
aus dem Luftkrieg.
Englische Blätler bringen folgende Schilderung:
Ein Leutnant als Beobachter mit einem
Sergeanten als Führer war von der französischen
Heeresleitung beauftragt, eine verdecie
deutsche Batterie festzusiellen, deren Feuer grosten
Schaden anrichtete. „Als wir über die deulschen
Linien kamen,“ erzählte der Flugzeugführer,
„wurden wir von einem furchtbaren Granatfeuer
begrüßt. Wir stiegen höher und sahen
endlich nicht eine, sondern drei Batterien.“ „Da
sind sie also!“ sagte der Leutnant und ballte die
Faust gegen sie. Dann rief er, zu mir gewendet:
—
zusnlere Aufgab ist erfüllt, schnell zurück!“ Ich
wandte rasch, aber wir waren kaum 500 Meter
weit gesommen, als der Regen der Schrapnells
schlimmer denn je wurde. Der Nauch hüllte
und in so dichte Wolken, daß es unmöglich
war, 20) Meter weit zu sehen. Wir versuchten,
aus dieser Hölle hinauszukommen, aber Schrapnells,
eines Ummer besser gezielt als das andere,
erplodierten gerade über unsern Köpfen
mit emsetziichem Krachen. Einen Augenblick
alaubte ich, daß mein Gehirn zersprungen sei.
Gleichzeitig sühlte. ich mich plötzlich krank; dann
schnitt mir zun einem Male dichter Nebel iede
Aussicht ab, so daß ich wie in Nacht saß- Trotz
meiner Schmerzen hielt ich die Maschine in
derselben Höhe, um den Geschossen auszuweichen,
die sellener wurden. „Sind Sie gesund,
Leuluant?“ rief ih, aber ich belam keine Anlwort.
Da ich giauble, dah er mich nicht gehört
hatte, wiederholle ich meine Frage und öffnete
dalei meine Augen. Aber ich empfing wieder
leine Antwort, und ich sah nichts als liese
Dunlelheit um mich her. Ich befand mich allein
im weiten Naum, 6C/110 Fuß über der
Erde. Ich sürchtele mich und besahl Gott meine
Sceie, denn inl suhlte, mein leyzteo Slündlein
sei gelommen. Da ich jedoch die Batterien meiner
Feinde unter mir hörte, so hatte ich nur den
einen GCedanken, zurückzukehren, koste es, was
es wolle, ½2„ die Meldung zu überbringen.
Geleitet von dem Geräusch der Schrapnelle unler
mir wendete ich die Maschine in der Nichtung,
in der ich zu meinen Kameraden zu kommen
hossie. Ich suhr in dieser Richtung ungefähr
zwei Minuten, als der Leutnant zu meinem
Erstaunen plotzlich aurrief: „Achlung. Mann.
Höher Linaus!“" Ich riß das Flugzeng so rasch
empor, daß es hinauf schoß, und dabei die Wettersalnne
eines Kirchlurms mit sortriß, an dem
die Maschine um ein Haar zerschmetiert wäre.
„Daule, Herr Leulnant,“ sagie ich. „Sie müs,
sen entsckaldizel, aber ich lann nichis sehen.
Sind Sie verwundet“" „Ja“, antworlele er,
ich glaule, schwer; ich fühle mickht selrr schlecht.“
Dann sagie er: „Wenden Sie jenzt nach linlo.
nodd. mehe nach links. So ilst's gut. Nun gerade
vorwärts!“ Vald zeigle mir ein frischer Kugei
legen an, daß wir wieder über den Linien der
Deulschen waren, elma drei Minuten später
rief die Stimme des Beobachiers: „Nun sind
wir da. Ich sehe unsere Leuie, die auf uns
warten. Laßt den Apparat niedergehen!“ Ich
Uörte nichis mehr, aber bald landelen wir auf
sestem Grund und Boden.“ Den Wartenden,
die das Flugzeug umringten, bot sich ein erschrekender
Anblick dar: der Flug zeugführer war
erblindet, für immer des Lichtes beraubt, und
neben dem bleichen Mann mit den toten Augen
lehnte der leblose Körper des Osfiziers, der
soeben seinen letzten Atemzug gelan hatte.
Wieesin Deutschland aussieht. Die
„Liller Kriegszeitung“ verspottet die französiichen
Jeitungsberichte über die „veltungelosen
Zustände in Deutschland“ in amüsanter Weise
wie folgt: lleberall müssen sich die Deutschen
einschränten. Im seinsten Berliner Westen lann
man sehen, wie gleichzeitig zwei Personen ein
Klavier benutzen. An Kopfbedeckung mangelt
es so, daß man dort Leute der verschiedensten
politischen Gefinnung unter einen Hut gebracht
hat. Auch die Wäsche wird knapp. An einem
Keller stand bereits angeschrieben: Wöschemangel!
Was Lebensmittel anbelangt, so klann
es im Osten laum noch Reis geben: die Russen
haben überall Reis aus genommen! Das
Rriegsmaterial soll schlecht sein. Bestimmt weiß
ich'“ von den deutschen Lafetten. Die sollen
unter jeder Kanone sein. Wir glauben an den
Sieg der Verbündeten.
Der Srief eines Kindes an den
Kaiser. Das „Neue Winterthurer Tagblatt“
veröffentlicht per- Brief des Töchterckens cines
Zahnarztes an den Deutschen Kaiser. Das Kind
hatte den Brief im Jannar gesch rieben, eäa
trotz den strengen Vorschriften im Elsaß die
Abreise einer Nichte aus Mülhausen zu erlangen.
Er hatte folgenden Wortlaut: „Lieber
Deutscher Kaiser! Als Sie uns Schweizern einen
Besuch gemacht hatten, habe ich Sie auch
esehen. Sie sind in einem schönen Auto ge
essen. Jetzt habe ich gedacht, ich wolle Ihnen
einen Brief schreiben und Sie bitten, uns zu
helfen. Wir haben in Mülhausen ein Cousinchen,
das dort in die Ferien ist. Jetzt kann sie
nicht mehr heraus. Ihre Eltern wohnen in
Le Rainch und sie sind in Sorgen um sie,
weil es ihre einzige Tochter ist. Eine Tochter
und ein Sohn sind gestorben. Nun haben wir
sie zu uns in die Schweiz nehmen wollen und
sie dann, bis der Krieg vorbei ist, bei uns behalten
wollen. Aber man läßt sie einfach nicht
heraus. Zetzt habe ich gedacht, wenn Sie in
Mülhausen einfach sagen: „Ich will“ daß Gretchen
Götz nach Winterthur in die Schweiz geht!“
dann kann sie gewiß kommen, weil Ihnen doch
alle Leute solgen müssen. Ach, bitte, tun Sie
es. Wissen Sie, ein Vetter von Erelchen und
mir kämpft ja auch für Sie an der russischen
Front. Ich will Ihnen dann auch gern etwas
zuliebe tun. Sie müssen mir dann nur schreiben,
was. Herzliche Grüße sendet Ihnen
Eretchen wohnt an der Zillisheimer Straße 42,
Mulhausen. Ich gratullere Ihnen noch herz-
Millwoch, vv. *rmW 1015
lich zum Geburtstage, daß Sie gesund bleiben
mögen, und daß es bald Frieden gibt.“ Bald
nach Abgang des Schreibens erhielt, so teilt
das „Berl. „Tagbl. "“ weiter mit, die in Frage
kommende Familie von amtlicher Stelle die
Meldung, daß infolge des Briefes eines Schweizermädchens
ans Deutsche Kaiserhaus die Abreise
der lleinen Nichte gestattet sei.
7 *
Englischer Kriegsaberglaube. Die
lileinen Antiquitätengeschäfte in London blühen
und haben viele Kunden, die seltsame Kleinigleiten
aller Art erstehen. Der Beweggrund für
diese Anläufe ist lein lünstlerisches oder Samm.
lerinteresse, sondern Aberglauben. Wie ein solcher
Antiquitätenhändler erzählt, werden hauptsächlich
Dinge verlangt, die eine tragische Geschichte
haben. Schmuck von belgischen Flüchllingen,
den diese Unglücklichen reichlich anbielen,
kaufen andere Leute aus Interesse an den
Kriegeereihnissen. die damit in Verbindung
lehen. Die besten Kunden aber sind Offiziere
und Soldaten, die Amulette aller Art
erstehen. Ich hätte nicht gedacht, daß Soldaten
so abergläubisch sind. Vielleicht kommt es von
den vielen Antomobilisten her, die ja schon
immer Amulette bevorzugten. Kleine Bildchen,
alte Kreuze und Anhänger, die eine Geschichte
oder einen erolischen Ursprung haben müssen,
werden bevorzugt. Ueberhaupt slehen Kriegserinnerungen
hoch im Preise.“
Bccherschan.
Das musilalisihe Universum, die
weltberühmte 210 Pfg.j Ausgabe, die seit landem
das musitalische Gegenstück zu Reclams
Universal Vibliothek bildet, ist in den letzten
Monaten um elwma 1#1 patriotische Werke be
reichert worden, die verdientermaßen lebhaften
Anklang gesunden haben. Es ist erstaunlich,
wie biese mustergultigen Arrangements in typohraphischer
Vollendung zu dem billigen Preis
algegeben werden lönnen. Auch die Auswahl
ltrifft den Geschmack des Publilums. Alle be
ltanmen Nationallieder, Märsche usw. sind in
leichten und mitlelschweren Arrangements Jur
Klavier, sur Gesang und für verschiedene In-#rumente
erschienen und jeder wird auf seine.
Rechnung kommen. Der umfangreiche, jetzt schon
über 2000 Nummern sassende Katalog wird
durch jede Musikalien= und Papierhandlung gra-.
lis abgegeben, oder auch vom Verlag Anton
J Benjam- # Kgl. Schwed. Hofmusikalkenhandlung,
Hamburg XlI.
Ein unzertrennlicher Kamerad des deutschen
Soldalen ist das deutsche Lied. Singend ziehn
unsere Truppen fort von der Heimat, singend
ziehen sie in die 4%% l. Diesem Sangesbedürfnis
trägt das Soidarenliederbüchlein Rechmung,
das neu im Verlag von Carl Aug. Seyfried
& Comp. unter dem Titel: Stolzziehn
wir in die Schlacht erschienen ist. Neu ist
nicht bloß die Auswahl der besten volkstümlichsten
Soldatenlieder, neu ist auch die Aufnahme
älterer fast halbvergessener und doch
so wunderschöner Weisen, neu ist endlich die
allen Liedern beigefügte einfache Begieitung in
Buchstaben mit Jissern. JZeder halbwegs Nolenkundige
wird fie aus Guitarre oder Klavier
schnell spielen können. Preis 15 Pfg.
Kriegsbuch der Volklsernährung
von Dr. Mar Winckel (Verlagsanstalt Carl
Gerber, München), Preis 4% Mk. Der Autor
dieses Buch es ist bereits durch seine seit Kriegsbeginn
erschienene Broschüre über „Krieg und
Vollsernährung“ bekannt. Er hat auf Beschluß
der bayerischen Regierung die vom Ministerium
in Berlin abgehaltenen Kurse besucht und ist
seit vielen Jahren ein eisriger Förderer der
Vollsernährung. In dem vorliegenden „Kriegsbuch
der Volksernadhrung“ sind nicht nur die
schon so viel gepredigten Lehren von der sparsamen
Küchenwirtschaft niedergelegt, sondern in
einer Reihe von Kapiteln wird die Vollsernährung
behandelt im Zusammenhang mit dem
Krieg, den Bundesratsbeschlüssen, mit der
Volksgesundheit und der Bekämpfung der Vollskrankheiten,
mit Industrie und Gewerbe, mit
unserer Kolonialpolitik und endlich mit den Forderungen,
die das neue Deutschland an unsere
Frauen, an die Schulen, an jeden Bürger stellt.
Dr. Winckel hat kürzlich auch in Rosenheim
einen trefflichen Vorthg über Volksernährung
gehalten.
Die „Bibliothek der Unterhaltung
und des Wissens“, deren schmucke, in der
ganzen Welt bekannte Bände eine Zierde jeder
Büchersammlung bilden und von den aiten
len stets mit Ungeduld erwartet werden
eine Einrichtung getroffen, die bei allen vet
große Freude bereiten wird. Sie beginnt in
dem dritten Bande mit der Veröffentlichung
einer in einzelne Kapitel eingeteilten, aber in
sich esammenhängenden Geschichte des Weltkrieges
1914, so daß die Abonnenten ohne besondere
Kosten auf diese Weise in den Besitz
einer reich illustrierten Kriegsgeschichte vom Anbeginn
bis zum Abschluß gelangen. D ige
Inhalt bringt nach wie vor eine rei e auswahl
von spannenden Romanen, Novell-, Erzählungen,
belehrenden Aufsätzen usw. Der in echt
ke kein#n eingebundene Band koltet nur
6