Brenner, Sohn des Oberleutnants Brenner, zu
den Fahnen gerufen wurde, Efladet heuer am
hiesigen Gymnasium keine Absolutorialprüfung
statt. Es ist dies do erste Mal seit Bestehen des
Gymnasiums.
Lotalnachrichlen.
Rosenheim, 21. Jum
Auf dem Felde der Ehre gefallen-Martin
Nottenkolber, Maler aus Nosenheim,
Kriegsfreiwilliger im 1. Pionier-Bat., Inhaber
des Militärverdienstkreuzes 3 Kl. mit Schwertern;
J. Wäsler, Mesnersohn von Götling, Soldat
im 12. Inf.-Reg.; Jos. Steinberger, Hausbesitzerssohn
in Hausham, Soldat im 20. Insanterieregiment.
Auszeichnung im Felde. Der Bäckermeister
Joseph Wagner aus Rosenheim, welcher
seit Kriegsbeginn bei einem Fußartillerieregiment
an der Westfront sleht, wurde mit dem
Militärverdiensttreuz 3. Kl. mit der Krone und
mit Schwertern ausgezeichnet. Dem Telephonisten
Thomas Lohmaier bei der Bahnstation
Rosenheim, Infanterist im 18. Nes.-Inf.-NReg.
wurde das Eiserne Kreuz verliehen.
esuch in der Sanierungsanstalt.
Die Sanierungsanflalt Rosenheim wurde heute
vom Polytechnischen Verein München besichtigt.
Etwa 35 Herren hatten sich dazu eingefunden.
K. Realschule Rosenheim. Für die
mündliche Schlußprüfung an der K. Realschule
Nosenheim wurde nicht, wie gestern. berichtet,
der Rektor der Anstalt, sondern Oberregie
rungsrat Dr. Bock des Kultusministeriums als
issa beflimmt. Irrtümlicher-=weise
ist Dr. Bod als Prüfungskommissär bei
der Absolutorialprüfung des K. hum. Gymnasiums
Nosenheim genannt gewesen; hier fungiert
vielmehr der Nelior alo Prüsungskommissär.
Wir machen serner darauf aufmerlsam,
daß an der Realschule Rosenheim am 10. Juli
von früh 9 Uhr an und am 14. September, von
früh 10 Uhr an, Aufnahmeprüfungen für neueintretende
Schüler der ersten Klasse stattfinden.
Es steht jedem frei, sich der ersten oder der zweiten
dieser Prüsungen zu unterziehen. Die Anmeldung
aller Neueintretenden soll aber noch
vor dem 10. Juli erfolgen. Dabei sind Schulzeugnis,
Geburts= und Impfschein in Vorlage
zu bringen. Die Prüfung erstreckt sich auf den
Lehrstoff der drei unteren Volksschulklassen.
Sommer-Anfsang. Am 21. Juni um
7 Uhr 32 Min. erreicht die bei uns in den
letzten Wochen- so selten gewordene Sonne für
dieses Jahr ihren höchten Stand über dem
H#mmelaquator, es findet die sogen. Sommersonnenmende
statt. Der Moment, in dem das
der Fall i#, entspricht nach estronomis er Zählung
dem Anfang des Sommers. Die Sonne
gebt bei uns an diesem Tage um 4 Uhr 15 Minf
truh auf und erit abends 8 Uhr 14 Min (na
der neuen Zeit 9 Uhr 14 Min.) unter; sie veis
weilt also in unserer Breite 15 Slunden 59 Min
über dem Horiront und steigt um die Mittagszeit
bis zu 5 Grad Höhe über den Meridian.
Mit abnehme. der Mittagshöhe tritt dann auch
wieder eine allmähliche Abnahme der Tageslänge
ein.
Jugendlicher Betrüger.
Ein junger
Bursche von etwa 14 Jahren kaufle sich dieser
Tage in einem hiesigen Kleidergeschäft eine Kleinigkeit
und erkundigte sich dann bei dem Lehrling
der Firma nach der Adresse des Verkäufsern.
Der Lehrling gab arglos die erbetene Aus-Daraufhin
ging der Bursche nach der
lunft.
Wohnung des Verkäufers in der Samerstraße.
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Die Front’im Osten. — SE
'rd 27!7.
nutmsöliche Stelluogileir
Strümpfe, ein Nasiermesser, eine Kleiderbürste.
und verschiedene anderen lleine Gegenstände in#t
Gesamtwerte von etwa 30—40 Mk., um damii
zu verschwinden. Der Junge gab an, der Sohn
eines Gasthofbesitzers in Berchtersgaden zu sein
und den Verlauf eines größeren Postens Eier
vermitteln zu lönnen. Er wird als ein sehr
aufgeweckter Bursche beschrieben, mit schwarzen
Anzug und sogen. Kommunionhut, grüner
Weste. Ferner hatte er einen Koffer bei sich
Zweckdienliches wolle man an die hiesige Polizes
berichten.
Bauernversammlung. Donnerstag, C.
Juli, nachmittags 1 Uhr, findet im Kath. Gesellsactjaftehaus
in München, Brunnstraße 7, eine
Versammlung des Christlichen Bayerischen Bauernveteins
flatt. Esllprechen: Dr. Schli. tenbauer:
Die Negelung der Fleischversorgung in Bayern
Dr. Heim: Die Organisation der Lebensmitteiversorgung
im Reiche. Zu dieser Versammlung
haben auch Konsumenten Zutritt.
Ein Ruf aus dem Felde. Von einem
im Felde siohenden Soldaten wird uns geschrieben:
Wenn wir auch berücksichtigen, daß die
Verhältnisse der Ernährung der Bevölkerunrecht
schwierig geworden ünd und Friedensgerüchte
diesen enuprmgen so haben wir au
der Front fur diese Art „Allesbesseroifer- nuc
ein verächtliches Ackselzu en. Etatt auf di-Zähne
zu beißen und die Fäuste zu ballen, ein
Vertrauen hat, offiziell sagt, wenn es an dem ist,
tuscheln die Friedensmeier — die verfluchte.
Hasenherzen! Wer hier im Felde siehl, uro#
jeden Tag dem Tod in die Augen sehen darf.
der weiß, daß es Frieden nur gibt, wen
wir den Feind niedergerungen haben. Lieber
lassen wir alle freiwillig unsere Knochen hier
bleichen, statt einen halben Sieg und flauee
Frieden heimzubringen! Dazu bedarf es
der Unterstützung der Heimat: wir wollen
nichts weiter als ein zuversichtliches Ausharren,
das siärlt uns den Rücken, nicht aber
das eiende Gelläffe um teuer gewordene Butier.
Seit 22 Monaten tragen wir deshalb doch lorperliche
Strapazen und Enthebrungen und Gesahren
auf Schritt und Tritt — weil wir unerschunerlich
un unseren Endiieg glauden und ihen
leben Gebe Gott den Unsrigen in der Heimas
ein Verlländnis für das, was und zum Siege
nötig. üit, und mache er die Flaumacher munttot!
Das ist unser Wunsch!
Entwicken. Der russisae Kriegsgesangene
Startschenko Rimovei (21 Jahre al, 1.zn Mir.
groß, graue Augen, blonde Haarc, ohne Bart.
iräjtig, spricht nur russisch, tragt schwarzen Ge
fangenanzug, russ. Mutze, russ. Mantel, Schaft
stiesel mit der Nummer 37 006), ist in der Nacht
vom 19. aus 20. ds. Mts. vom Arbeitskommando
Pfraundorf, B. Rosenbheim, enlfloben.
Von der Straße. Eine Dienmagd von
Haudel, Judusteie und Gewerbe.
Gewerbesörderung. Aus der Freiherrlich
Moritß von WMeningichen C Gewerbestipendienstiflung
tommen jur das laufende Jahr Slipendien
nic: unter 5) Mart und niünn uber 200
Mark an bravbe, begabte und durftige junge
Leute als Beibilse zar luckhtigen Auebildung
im gewerblicken Beruse z#r Vergebung. Die
Bemerber imussen enlweder eine K. baner. Real
ichule besuckt baben und dereils als? Lehrlinge
oder Gebilfen im (Vewerbe (nicht Handel) verwendet
werden, ode: eine K. baner. Realschule
besuchen. Näheres durch bie Geschaftsstelle der
Gewerbeförderung. Mat# Josessplan 20, ersler
Stock, woselbil auch die Gesuche einzureichen sind.
Toicnlifse.
Rorfenlieim: sreileinn. Pfarrer u. Lam
merer Andreas Ferimair von Baprischzell, 80
Jalre. #
Sltepltanslirchen: ehem. Gaberbell
bäuerein Theres# G.abrul in Racholding b. Hal
fing. zulezt beim Muier in Hogering. 87 J.
Kirädor' am JI### Austragsvater Abrahom
Hauser beim Raß. 77 Jahre.
Gars am Inn :Gaitwirtsgattin Agnes Sita
ßer, 35 Jahre.
M 11). . Nr - 1 Nen 1 n lh :
gab bei der Vermieterin des Zimmers an, der Heulen und Winseln — dem Feinde Musik in die Miesbach wurde wegen Unterkunfislosigkeit und PFlattiinn: Brivatier Me negied Absmeirr,
Bruder des Verläufers zu sein und erhieit darOhren und Wasser auf seine Teufelsmahlen. näcktlichen Streunens in Arreft verwalrt und ebem. Schweinelandler in Langenpfunzen.
auch Einlaß in sein Zimmer. Hier suchte er ihh) Und uns verlängert solch Gewinsel in unveran-um Arbeilsauftrag vorgeführt. 9
geeignet erscheinende Gegenstände aus, wie Eis wortlicher Weise den Krieg. Statt abzuwarten, — — Wetterbericht fur Donnerslag, den 22. Junigarn-Hemden
und Hosen, zwei 7 Paar seiden die berusene Regierung, die unser volles Fortschreitende Besserung.
— 7—
der jungen Fau und bat: „Sei nicht böse, Schuttern gelegt.“ Haus ein, aber es ist nichts Wunschenswertes
Tamte Lena. Ich weiß, es ist nicht in der Ord- Frau von hocch, chate die Agen gesenkt. darunter. Aufgeblasene und onispruchsvolle
nung daß ich dich soon wieder um Hilse an- Ein kleiner Seuszer hob ihre junge Männer, denen man es auf den ersten ennr# ungen mamen, aber sie
spreche. Ich weiß, ich bin ein jämmerlich „Du solltest Viedt crhketen ienat Eine Blick ansieht und beim ersten Wort anhör, unterbr 9 9 at
sowacher Charalier, ein Mensch, der niemals
widerstehen lann, wenn irgendeine Versuchung
an ihn heranmitt, der er besser aus dem Wege
geben sollte. Weshalb hat auch Onlel Bogisluaw
mich durchaus zum Gardeoffizier machen
wollen!“
Er seusfzte gepreßt auf und sah die junge
Frau dabei mit einem so drollig hilflosen Ausdruck
ous seinen bübschen, blauen Augen an,
daß Helene von Lersch, ob sie wollte oder nicht,
herzlich lachen mußte.
leich aber wurde sie wieder ernst.
„Es ist viel an dem, was du
sprichst, Edgar. Mein Mann hatie sich nun
einmal dareu, bersessen, daß — da ein grausames
Schicksal ihn, wie er zu sagen pflegte,
zum Gobricantn #ewacht, hatte — wenigstens
ber Vegekiiforptle defk Ränge Bacogen
schlimm aber auch für mich.“
Der junge Hishier erschrak und sagte beklommen:
„Wird es dir denn so schwer, Tante
Lena, mir beizustehen? Bin ich dir zur Last ?“
Frau von Lersch wehrte hastig ab.
„Wie magst du so etwos auch nur denken,
Edgar? Ich, age mir nur, wenn du eiwa für
einen kausmenischen oder juristischen Beruf erzogen
worden wärest, wic gut du mir zur
Selte stehen, sachlich beurteilen könntest, ob ich
meines Mannes blindes Vertrauen rechtfertige.
Ich tappe meist ganz unschlüssig umher. Vogislaw
hat mir, trotz aller fürsorglichen testamentarischen
Bestimmungen, mit seiner reichen und
komplizlerten Hinterlassenschaft zu viel auf die
Frau' wie du, kaum dreißigjährig, schön und
voller Leben, gehört in die 2 WVek nicht an den
Arbeitötisch.“
Ein Name schwebte auf den Lippen des
jungen Olsiziers, aber er sprach ihn nicht aus.
Helene hatte die Augen ausgeschlagen und sah
ihm aus ihren grauen, schwarz bewimperten
Augen, die so seltsam kühl und obweisend
blicken konnten, mit süllem Vorwurf a
r wurde ein wenig rot und buchie die
Lippen unter dem winzigen blonden Schnurrbart
zusammen. „Verwünscht,“ dachte er. „Ich
wollte, dieser Loewengard hätte mich nicht zu
seinem, Vertrauten gemacht.“
h sprang er auf ein anderes Thema
über a fragte nach dem keeinern Vetter. „Wie
hast du den Jungen verlasser
der Hia uSchonen flog über 15n schöne Gesicht
er
diar zum besten, Edgar. Du solltest bald
nach Klein-Wlossow kommen und ihn ein
bißchen lustig machen. örbe und
Cornelie, ihr seid seine drei einzigen Passonen,
und das Pony, das er nicht mehr reiten darf.
Aber was nutzt ihr dem armen Burcchen
schließlich! Du hast Dienst, Cornelie kann
höchstens mal tageweise von Papa sort, und
den armen Mörbe plagen die Schmerzen in
seinem Beinstumpf um diese Jaheengels mehr
—½ Zede bessere Stunde freilich gehört
en
„#ne du hast noch immer? iemand Passenden
fuͤr ihn gefunden, Tante Lenar“
Leider nein, die Leute larsen einem das.
daß sie sich um die Stellung nur bewerben,
um sorglos den eignen Studien und Interessen
leben zu können. Oder es stellen sich Loute
mit so schlechten Manieren und halbem Bildungsgrad
vor, daß man ihnen unmöglich ein
Kind mit dem subulen Empfinden meines Hans
anvertrauen kann. Sorte drei: arrogante
Dummköpsc. die die schwere, unendliom viel
Selbstlosigteit erfordernde Auigabe, einem krank.
lichen Kinde Gefährte und Erzieher zu icin.
für eine Bagatelle erklaren. Jast verzweiste
ich daran, das richtige Menschenmaterial zu
sinden. Und doch wird es höchite Zeit. Dona#
soll so bald als möglich nach Meran, wenn es
Tchnen warm wird, nach Reichenhall. Vielleich!
auf Monate. Ich kann ja nicht daran denten,
auf so lange sortzukommen. Auch meint der
Arzt, ich verzärtle ihn auf die Dauer zu sehr.“
er junge Ossizier machte ein par ungeschickte
Versuche, auf Velseree zu vertrosten.
rau von Lersch läch
Laß nur, mein ger Junge. Am Cnde
wird'“ sich ja doch etwas finden, wenn auch
nicht das Beste, fürchte ich, das ich mir für
meinen Amen Hans wünsche."“
Sie stand auf. „Ich mu uß leider fort, Edgar.
Vielleicht nd du mich noch ein Stückchen?
Besorgungen, Rechlaonwott. anfier und so
weiter. Und hier“ — sie e ein Portefeuille
aus der roten Hieinemmasseh hihegemn die zwischen
ihnen auf dem Tisch lag — „das Gewüunschte.“
ie höndigte dem jungen Ossfizier eine
Tausendmartnote ein, die er geruhrt und beschämt
nahm.
„Keine Worie, mein Junge. Rede nicht —
beweise. Ich wein. es is ichwer fur dich, sehr
schwer. Man hatm k des Kongs Rock erlasien
sollen. mentaflens den Garderock.“
Voll ehrlirr dantkbartei leat# Edgar den
Arm um die Schulten der schonen Frau.
.Wie aAut du brl. Lena! Wenn ich dich
nichtn hatte! 4
Vom Gang her nabien sich Schritte. Cs
wurde an die Tin heklapil Ein Boy meldete
Brankein Cornelie diemann am Telephon.
Wenn die gnadige Frau warten könne.
in zehn Minuten wurde das Fraulein hier
sein. Und hier waren auch Briefe gekommen.
„Sagen Sie meiner Schwesier, ich würde
auf *r# warten.“
Helene sah flüchtig die Briejumschläge
durch. Da keiner aus Klein-Wlossow dabei
war, legie sie i Korrespondenz uneröffnet
auf den Schreibisch
Edgar hatte 4c abgewendet und zupfte
an der brokainen Decke, die über den Tisch gebreitet
lag. Lena brauchte nicht zu sehen, daß
bei dem Namen Cornelie eine warme Röte
der Frendel inn ins Gesicht gestiegen war.
ch e Cornelie noch gar nicht gejehen.
Gestern cben hat sie mich im Stich gelassen.
Schuldlos natürlich. Papa wollte sie nicht loslallen.
(For —4gt.)
*
Sa —— , — -