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ur Aufklärung
Unterm Heutigem ging mir von dem gerichtlich vereidigten Chemiker Dr. Hoppe, München eine Abschrift des
folgenden an den Kommunal-Verband Rosenheim gerichteten Schreibens zu:
Von der Firma Karl Schlicht, Fabrik chemisch-pharmazentischer Präparate, in Rosenheim, wurden uns zur Untersuchung
und Begutachtung unter Verschluß mit dem unverletzten Siegel des Magistrats der Stadt Rosenheim Übersandt
§folgende von ihr erzeugte Präparate: Pfannkuchen-Pulver, Pfannkuchen-Tabletten, Vanille-Kuchenwürze, Backpulver. Wir
erdaten und erhielten von der Firma detaillierte Angaben über die qualitative und quantitative Zusammensetzung der Prärarate.
Fermer wurden uns auf Wunsch Muster der Einzelbestandteile mitgesandt. Die genaue wissenschaftliche Untersuchung
zur Bestimmung bezw. Nachprüfung des Mengen-Verhältn isses der Bestandteile ist im Gange. Durch die Ergebnisse der
rinstweilen erfolgten qualitativen Analyse wurden die vom Hersleller gemachten Angaben beslätigt. Außerdem haben wir auf
2 Z zunsch die Präparate auch praktisch im Haushalt erprobt. Auf Grund davon, wie auf Grund der vorderhand Genigstene quali:
tatio analytisch nachgeprüften Angaben der rn#si*•2d Zus ammensetzung besteht für uns kein Anlaß, die Hräparate
als gesundoheceitlich nachteilig oder auch nur bebdenklich zu erachten. Die Kostproben könnten uns, wenn ein Urteil in
ker Hinsicht gewünscht wird, eher bewegen, die Präparate zu loben. Die Rezepte enthalten durchweg einen Zusatz von kohlensautem
Kalk, der an Stelle des zur Zeit nicht verfügbaren Mchls oals indifferentes Verdunnungemittel dienen soll. Ueber
die Angebrachtheit dieses usatzes bei Badpulver und ähnlichen Präparaten sind die Meinungen geteilt. Es ist bekannt, daß
seitens der Neichsgetreideitelle in Berlin den Fabrikanten ein solcher Zusatz geradezu empfohlen worden ist. Von anderer
Seile ist in der Literatur dagegen geschrieben worden. Die zahlreichen Gründe für und gegen können hier nicht aufgeführt
werden. Es kann auch nicht der Zweck dieses Gutachtens sein, in diesen ungeklärten Fragen entscheidend Stellung nehmen
zu wollen.
Es darf aber folgendes gesagt werden: Der Jusatz von reinstem (7!) lohlensaurem Kallk ist gesetzlich nicht verboten.
Auch auf dem Verordnungswege ist, soweit uns bekannt. nicht dagegen vorgegangen worden etwa auf Grund von Gutachten
der slaatlichen oder städlischen Untersuchungsämter. Wir wissen sogar, daß der verantwortliche Leiter einer solchen Anstait
es abgelehnt hat, einem Fabrikanten auf Anfrage ũber die Zulässigleit Auskunft zu erleilen. Dies erscheint auch völlig veriländlich,
denn es handelt sich bei der ganzen Frage nicht eigentlich um gesundheitliche! Bedenken, sondern um solche der
bandelsüblichen Zulässigkeit. In letzterer Hinsicht ist uun zu erwägen, daß in der jetzigen Kriegszeit Maßnahmen auf dem
Crnälrungsgebiet getrossen werden können und getroffen werden mussen, die man in Griedenszeit nur ungern allgemein geüb:
sehen würde, gegen die man aber, wenn sonst gegen das be tr. Erzeugnis hinsichtlich der Preisbemessung keine Erinnerungen
beitehen, zur Zei keinerlei Einwendungen macht. Von diesen Gesichtspunkten aus uno unter diesen Voraussetzungen ge
winnen wir die Uebemeugung, dah auch gegen die untersuchten Präparate vom Nahrungsmittelchemiker keine objektiv zu
begründenden Einwände erhoben werden können. Wir tragen daher auch. solange der oben gekennzeichnete Zustand nicht
durch Gesene oder Verordnungen geändert wird, keine Beden len, den Wunsch der Firma Schlit#zu erfüllen, die ständige
Kontrolle ihrer Präparate zu übernehmen, um ihr dadurch Gewähr zu schaffen, daß sie die Einzelbestanoleile immer in
gleicher Reinheit und mit gleichem Gehalt vom FKrikanten erhält, und um ihr so zu helfen, ein Präparat stets gleicher Zusammensetzung
herausbringen zu können. Bei der großen VBedeutung, die solchen Hräparaten in der Seit der
heutigen Eierknappheit für die Bereitung von Me hlspeisen zukommt, ist das Bestreben der Firma
Schlicht für glei-letben. Vualität auf diese we ise Sorge zu tragen, gewiß berechtigt und zu billigen.
slLaboratorium Dr. bender d dr. Bobein
er. Dr. lob. noppe, Raatl. geprüfter abrungsmitteichemiter, gerichtlich vereldigter Sachverfländiger
Aus Vorf'eehendem ist zu entnehmen, daß meine Präparate keine Schundware und auch nicht gesundheitsschödlich
sind, vielmehr Artikel, die von vielen Hausfrauen direkt verlangt werden, was aus einer Anzahl von Attesten,
von denen ich einige weiter unten im Wortlaut widergebe, hervorgeht. Außerdem liegen Nachbestellungen auf Monate
hinaus vor. Wenn meine Waren eine Schundware und gesundheitsschädlich wärer, würden sich dieselben nicht dieser
Beliebtheit erfreuen, wie es tatsächlich der Fall ist. 4%
Karl Schlicht.
Rosenheim, den 3. Februar 1917.
Indem ich Ihnen die Güte und gute Verwendbarkeit
es
Pfannluchenpulvers bestätige, ersuche ich Sie gleichzeitig um
Uebersendung des 3 fachen gechabten Quantums.
Ottobeuren, den 27. Jamar 1917.
Franz Eppele.
Atteste.
Ihre Präparate Pfannkuchenp., Eierkuchenp., Vanilleluchenwürze,
haben sich bei meiner Kundschaft sehr gut eingeführt
und können auf's Beste empfohlen werden.
Schongau, den 28. Januar 19:7.
Bestätige den Eingang Ihrer zweiten Erprehguttendune
M. F. Wiedimann. chenwürze und telle
über 50 Karton = 5000 Stück Vanillink#
Ihnen mit, daß meine Kundschaft voll und ganz rirug ist.
Habe von Ihnen das Pfannkuchenpulver bezogen und wird Ich werde Ihnen in den nächsten Tagen weitere Aufträge zu-
selbes aanz gerne gekauft.
Bad Tölz, den 30. Januar 1917.
Th. Berr.
Als flandige Braucherin Ihres so beliebten Pfannkuchenpulwers
will ich Ihnen beweisen, daß selbiges zu Allem hervorragend
verwendbar und Jedermann bestens empfohlen werden
kann.
München, den 26. Januar 1917.
Maric Lutz.
Tas von Ihnen wiederholt bezogene Pfannkuchenpulver
hat sich in meinem Kundenkreis schnell beliebt gemacht.
München, den 27. Januar 1917.
Anna Schmidt.
Je Pfonnkuchenpräparate sind vorzüglich und sino sehr
begeh
Freilassing, den 23. Januar 1917.
M. und P. Eder.
Teile Ihnen mit, daß ich mit dem von Ihnen bezogenen
Pfammuchenpulver, Vanillinkuchen und Backpufs ver sehr zufrieden
bin und reichlich Absatz sindet.
Kempten, den 27. Januar 1917.
Jos. Heberle'' Ww.
gehen lassen.
Nürnberg, den 29. Januar 1917.
J. G. Müller.
Es ist mir eine besondere Freude, Ihnen mitteilen zu können,
daß sich Ihre Fabrikate in meinem großen Kundenkrelse
außerordentlicher Beliebtheit erfreuen und kann ich denselben nur
die größte Verbreitung wünschen.
Magdeburg, den 27. Jamar 1917.
Johannes Hanisch, Laboratorium Wiesbiben.
Bestätige Ihnen hiedurch, daß ich mit dem Uerkauf Ihrer
Schlicht'“ Pfannkuchenpulver, als auch Vamillinkuchemwürze bis.
her sehr gute Erfolge eExzlelte, da diese beiden Artikel belm.
Publikum Faehr beliebt sind und deehalb gerne gekcuft werden.
Bei eintretendem Bedarf werde ich mich wieder an Sie wenden,
da ich kein anderes, ähnliches Präparat mehr sühren will.
München, den 28. Januar 1917.
Fr. Norkaner.
leber das von Ihnen früher erhaltene Backpulver sowle
über letztempfangene y kann ich Ihnen mitteilen,
daß solches von Kundschaft senge gern gekauft wird, da
der Preis sehr billig und r ch allen Anforderungen eines
guten Backpulvers entspricht. Ha be geldes! in meinem Haushalt
ausprobiert und ist diese Probe sehr gut allen.
Hartkirchen, den 28. Januar 1917.
Ludwig Kilz.
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