Full text : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

 

 

Rosenheimer  Anzeiger

 

 

Der  „Resenbeimer  Azeiger“  erscheint  täglich  nachmittogs  4  Uhr  (mlt  Ausnahme  der  Sonn-Waeont
  —  —  Der  Abonnementspreis  beträgt  viertelsährlich  MarkcPfe##n
Hfennig.  Für  Postabonnenten  :  ZJustellgebühr  frel  ins  Haus  14  Pkennig  monatlich.

Veralpechert  Berlag  und  Rebatnon  Nt.  7;  Inleralen  ·  Abtellung  Rr.  8

ennig,

 

 

 

 

 

Die  einspaltige  Petitzelle  im  Anzelgenteill  tkostet  10  Pf.,  die  Petligelle  im  Reclametell  80  vi
Annodme  von  Anzeigen,  Reklamen  und  Bellagen  durch  die  Annoncen-Expedition  Haaenktein
  &  Vogler  A.  G.,  Nolenheim,  München,  Nürnberg,  Berlin  us#

Schluß  der  Anzelgen  ·  Annahme  1  Uhr  mlttags.

 

RNosenheimer  Tagblakt

Amlliches  Publikalions-Organ

 

 

Ns.er  110  0

Servalius

Sonntag,  13

Mai  1917

Gr##Servatgus

63.  Jahrgang

Ein  ersolgreiches  Seegefecht  gegen  englische  Zerörer.

Ein  englischer  Zerstörer  vernichtet.  —  Abermals  23.000  Tonnen  versenkt.

Der  Reichskanzler  im  Großen  Hauptquartier  —  Ein  11-Boot  im  Kampf  gegen  französische  Fallen  —  Die

Stimmung  im  englischen

  Heer  nach  den  Niederlagen  bei  Arras  —  Günstige  Ernteaussichten  in  Rumänien  —  Außerordentlich  schwere  Verluste
der  Armee  Sarrails  —  Rußland  und  die  Friedensfrage.

Die  Ariegslae.

Abensbericht.

Wh  Berlin,  11.  Mai.  An  den  Kampfonten
  im  Westen  i##sl  die  Lage  uUnverändert.
"  —

WITB.  Großes  Hauptquartier,
12.  Mai,  vormittags.  Amtlich-Westlicher
  Kriegsschauplag.
Frontdes  General  feldmarschalls
Kronprinzen  Rupprecht  K#  Bayern.
Naa,  starliter  Artillericvorbereilung  griffen
die  Englander  gestern  Abeno  beiderseite  der
#trasen  Arra  Lens,

den

Arras  Douai  und  Arras-Cambrai,
  slellenweise  mit  dichten  Masien,  an.
Wrositenteilo  wurden  sie  durch  unser  Sperrfeuer
abgewiesen.  Wo  er  ihnen  gelang,  in  unsere  Linien
  einzudringen,  warf  unser  Gegenitoß  sie  verluktreich
  zurück.

Heute  morgen  haben  sich  nach  Hochster  Frucisleigerung
  zwischen  Acheville  und  Qucant  an
mehreren  Stellen  neue  Kampfe  entwickelt.

Front  deutscher  Kronprinz

Der  Artillerickampf  wird  an  der  A;ieone  und
in  der  Champagne  mit  wechfelnder  Stärke  fort.
gesetzt.

Bei  Cerny  drängten  wir  die  Franzosen  in  er—
bitterten  Nahlampf  am  Bovelle.Rücken  zurüdk
und  herlten  unsere  dadurch  rerbesserte  Linie  geden
  einen  feindlichen  Angriff.  Gesangene  einer
frisch  eingeseltten  Divition  blieben  dabei  in  unsjerer
  Hand.

Angriffe  auf  die  Lohen  91  und  108  ostlich
ron  Berryzau  Bac  wurden  in  erbitlertem  Nahlamof
  trerlustreich,  abgewiesen.

Die  Fliegertätigkeit.

Zunszehn  feindliche  Flugzeuge  sind  gellern  abgeschossen.


Cestlicher  Kriegsschauplatz.

Geringe  Gefechtstätigleit.

Mazedonische  Front

Im  Cerna-Bogen,  beiderseite  am  Gradesnica
uno  süolich  von  Huma  sino  erneute  feindliche
Angriffe  ohne  jeden  Erfolg  für  den  Gegner  abaeschlagen.


Aus##e#  Hôhen  von  Dobropolic  (östlich  der
Cerna)  sind  lleinere  Kämpse  noch  nicht  abgeichlosen.
  ..

Der  erste  Generalquartiermeister:
Tudendorlt.

——  —  —  —

 

 

   
  

5
.  -“-  )

 

 

s

—  —

45

 

 

 
 

—  —.  %  –4  9  9
½#  a-n  *rs%

 

——

 

Die  Kr#e  sgefangenen  der  Milkelmächle.


Eine  llebersicht  gibt  Ausschluf  uber  die  Zaht
der  Gesangenen,  weld,:  am  1.  Februar  1917  in
den  Händen  der  Mirtelmäcte  waren.  Danact
gab  es  in  Deutschiand  am  genannen  Tag:
1  600  731  Gefangene,  darunter  1.#J  Offislere:
in  Oesterreich=  Ungarn  1  032  055.  darunter
8294  Offiziere;  in  Bulgarien  67  582,  darunter
1146  Offiziere;  in  der  Türkei  23  903,  darunter
704  Offiziere.  Am  1.  Febrnar  waren  altio
2  871271  Gesangene,  darunter  27.620  Ofsi
ziere,  in  den  Hinden  der  Mittelmachte.  Von
diesen  Gesangenen  find:  20389690  Nussen,
14  230  Offizierch,  363  0607  Franzosen  (6309
Offitierch,  45  Z41  Engländer  (1706  Ofsiziere),
98  017  Jtaliener  (2234  Offüiere.,  42  437  Belgier
  (658  Offizierc),  79  033  Rumanen  (1536
Offitiere),  154  630  Serben  (869  Offiziere  und
5607  Montenegriner  (31  Offiziere,.

Ene  seziale  Bilanz  des  Eitleges.

Der  Wunsch,  nach  einem  wohltätigen  Frieden,
so  versichert  der  Papst  in  seiner  lezten  Friedenskundgebung,
  „iift  allgemein“.  Eine  erschütternde
  Sprache  reden  ja  die  Tatsachen  der  drei
entschlichen  Kriegsjahre,  Tatsachen,  die  Genosie
Parrus  in  seiner  soeben  ersch  ienenen  Broschure
eb  bst  sozial:  Bilanz  des  Krieges“,  zusammenge.
"u

 

Wenn  sich  die  ersten  drei  Kriegsjahre  vollenden
  werden,  dürften  sich  di:  Kosten  des  Krie.
gen  tolqeuderma  geltalc  —

 

 

Krieganleillen  300  Milliarden  Mark,  Tol#-l.
  1d  Verwundete  21  Millionen  Manner.  Tote
tein  7  Millionen,  Jnvalide  5  Mill.,  Tote  u.
uvalide  12  Millionen,  Verluste  durch  Geburieneudgang
  9  Millionen.

 

Die  Goldgewinnung  der  Welt  seit  5  Jab—
Dan  beziffert  sich  aui  elwa  600  Milliarden  Murk,
#  nock  nicht  einmal  ein  Fünftel  der  Kriegeanleiden!!
  Wollte  nlau  die  350  Milliarden
Ktiegotosten  in  zmanzigmarkücken  auszahlen.
so  lonnte  man  dar  on  einen  neunfachemn  Gurtei
um  den  Acquator  legen.  Die  gesamie  Staats
ichuld  Europas  betrug  vor  dem  Kriege  101
Milliarden  Mark.  Nach  drei  Kriegejahren  wiro
zie  auf  450  Milliarden  Mark  gestiegen  sein.
Wollte  man  die  jieben  Millionen  Getoteien
zu  einem  Leichenzug  sormen,  wird  er  von  Paris

  

li:  Wladiwostot  reicken.  Die  gesamir  englische
  Landeleflotte  vor  dem  Kriege  hatte  einen

Wert  von  hoch'tens  drei  Milliarden  Mark,  alio
neniger  wie  die  Jinsendeckung  der  Kriegs-An
leihe,  die  England  jett  schon  zu  zahlen  hat.  Die
geamte  deutsche  Warenausfuhr  nach  den  englischen
  Kolonien  betrug  rund  450  Millionen
Mark  fahrlich.  GOelingt  es  England  wirtlich,
fie  restlov  zu  vernichten,  braucht  es  200  Jahre.
um  sie  dem  Betrag  seiner  u  slosten  gleich
zustellen.

Deutschland  hätte  für  sene.  Kriegekosten
sämtliche  Baumwollfelder  und  Kupferbergwerie
der  Vereiniglen  Staaten  und  ihre  gesamte  Pe
troleumindustrie  aufkaufen  lönnen.  Frankreich
hat  schon  jeht  über  die  doppelte  Anzahl  Männer
  orloren,  als  die  gesamte  männliche  Bevöllerung
  Eisaß-Lothringens  beträgt.  Rußland  hät
e  sich  für  die  Kriegskosten  ein  Eisenbahnnet

m——————sNs..—.—....——

 

miate  mit  dem  Gelbe  er  Kriegsausgaben  in

ein  hochtultivierte,  Treibbeaus,  in  cinen  para—

biesischen  Garten  rerwandell  worden.
—

Um  den  Frieden.

Die  Kriegeziclc.

Aus  Bunvertalelreiten  wird  der  „Germania"“
mitgeleill,  dai  im  gegenwartigen  Augendlicke
es  dert  deutichen  Interesse  nicht  dienlich  sein
würde,  wenn  im  Neichrlag  eine  Ausfprache  uber
die  bentichen  Krieqsziele  ailfinden  mürden.  Das
joll  wohl  heißen,  daßh  der  Reich'lanzler  in  seiner
noch  zu  ermartenden  bleie  Jrage  sticht  beeuhten
  wird.

!0.  n
ibe

Rusenul.  uum  l  Liihringen.
Der  Ret  der  Arnerter  #u
heinohe  einlimmigq  und  ent
der  in  Petereburn  weilendzialdemokte
  orunter

ud  TZoldaten  heichloß
gen  den  Proteiten
franzo'“  iischen  So
der  fen  kuzosurt

    
  

        

Munilionem  Tho  51702  deen  ci,  eindce  m
s#dertm  enu  Fhtreich  n  rsrs-t-B  die  Au'pru
che  aui  Ci  un  Lorhrt  ##en  aurulgene.  Der  Na
der  Arbeiter  und  Som  ien  in  uich  reifer  lle
leiirgenn  und  iu  ch  EELIIII
rer  Zotialdemoltcatie  recchicotiet  iiiit
ler  Lane:  zr  ##u  drr  Aulen  gelommen,  dan  die

  
 

*  hedemende
Weilirie  Er  beschlot
#dern  G%  an  caten  in  fragen,
einn  wirtiich  gewünll  2cl.  seinen  Sland
zect  rick  à  usrechtzuerhalten.  Zur
n  “  Nut  der  Arbeiter  und  Zol.

*r  a#n  lohringr
jur

che  g.  T—  e
5“5
:  füan:o:

  

  

punit  in
Antwori  vr

 

 

daten  ein  Steiben,  Wotin  gegen  den  Stand
pumt  des  Urben  rerrat  Proleniert  wurde  und
uin  der  fantorische  Gesandie  sich  energisch
gegen  die  Aufgabe  dieses  Kriegerieles  wehrt.
Aui  diese  Antmort  lun  fsoil  der  Nai  der  Ar
beiter  und  Soldalen  jerpt  d#ur  eimreten  wollen,
  daim  Cahh  Lollingen  in  reier  unabhan.

  

giger  lüal  uerde.

·r  "  "
Allgemeines  vom  ces.

Der  Reich  lun:  im  Grosen

Laupizunriier.

lei

—

Der  Reickelnier  Dr.  v.  Bethmann  Hollwen
und  der  Sthatsfeltetar  der  Juneru  Dr.  Helfse:
rich  haben  sich  am  10.  Mai  abend?  in?d  Große
Lauplauariter  begeben.

Ddie  Not  in  Frankreich.

Der  Mangel  an  Lchenemittein  macht  sich  in
Krankreich  in  steigendem  Mane  bemertbat.  Nicht
nur  die  Einführung  der  Zucker  und  Brotkarie
uird  druckend  empiunden,  jondern  es  prag!
sich  in  rielen  Briefen,  welche  die  Gefangenen
ron  ihren  Angchörigen  erhalten,  auch  die  Angst
vor  der  drohenden  Lungersno#  aus.  Alle  Preise
find  auf  schwindelnde  Höhe  gestiegen,  und  das
meie  laimm  zn  n  selbit  um  Geld  nicht  mehr  haden.
  Da  die  Einfuhrung  dar  Karten  zu  spät  erioigte,
  wird  der  Inhaber  einet  solchen  oft  zurudgewiesen,
  weil  krine  Vorrate,  mehr  da  sind.

Die  Stimmung  im  englischen  Heere.

Seit  Beginn  der  Arras-Ofsensive  passierten
————————————————