Full text : Europäischer Geschichtskalender. Fünfter Jahrgang. 1864. (5)

22  Allgemeine  Chronik.

bury  vorgeschlagenes  Mißtrauensvotum  mit  177  gegen  168  Stimmen  angenommen.
    

5.  Juli.  (Frankreich).  Der  Kaiser  beglückwünscht  den  General  Deligny  für  die
Unterdrückung  der  Insurrection  in  Algier.

„  „  (Deutsch-dänischer  Krieg.  —  Schleswig).  Der  Augustenburger  wird
auch  auf  der  Insel  Alsen  von  der  Bevölkerung  als  Landesherr  proclamirt.

„—12.  Juli.  (Belgien).  Die  Secession  der  Clericalen  verhindert  wiederholt  die

Abhaltung  einer  Sitzung  der  Repräsentantenkammer.  Durch  den  Tod  eines
Mitgliedes  ihrer  Partei  verliert  die  liberale  Partei  definitiv  die  bisherige
absolute  Majorität  der  Stimmen.

7.  Juli.  (Deutschland.  —  Bundestag).  Die  Bundesversammlung  fordert

den  Großh.  v.  Oldenburg  auf,  die  Eingabe  der  Rechtsbegründung  seiner  Ansprüche
  auf  Schleswig-Holstein  zu  beschleunigen.

„  „  (Preußen).  Beginn  des  großen  Polenprocesses  vor  dem  Staatsgerichtshof
in  Berlin.

8.  „  (Dänemark).  Das  Ministerium  Monrad  gibt  in  Folge  einer  directen
Aufsorderung  des  Königs  seine  Entlassung  ein.  Hr.  Bluhme  und  Graf  Mollke,
frühere  Gesammtstaatsmänner,  erhalten  den  Auftrag,  ein  neues  Cabinet  zu
bilden.

10.  „  (Deutsch-dänischer  Krieg).  Die  Alliirten  setzen  über  den  Lymsjord  und
besetzen  ganz  Jütland.

11.  „(Schweden).  In  Folge  der  nunmehrigen  Haltung  Englands  gegenüber
dem  deutsch-dänischen  Kriege  beschließt  die  schwedische  Regierung,  die  zusammen
gezogenen  Streitkräfte  zu  Wasser  und  zu  Lande  wieder  aufzulösen.

12.  „  (Deutsch-dänischer  Krieg).  Dänemark  sucht  bei  Oesterreich  und  Preußen
directe  um  Waffenruhe  und  Einleitung  von  Friedensunterhandlungen  nach.

„  „  (Deutschland.  —  Zollverein).  Die  Vorschläge  Hessen-Darmstadts  auf
der  Münchener  Sonderconferenz  werden  von  Oesterreich  angenommen.  Feststellung
  einer  Punctation.  Schluß  der  Conferenz.

13.  „  (Deutsch  dänischer  Krieg).  Die  Alliirten  besetzen  Sylt  und  die  übrigen
Westsee-Inseln  Schleswigs.  Der  dänische  Capitän  Hammer  ergibt  sich  in
Folge  davon  mit  seiner  Flotille.

„  „  (Belgien).  Auflösung  der  Kammern  und  Anordnung  von  Neuwahlen.

15.  „  (Deutschland.  —  Bayern).  Die  Fabrik=  und  Handelsräthe  der  bedeutendsten
  Städte  des  Landes  sprechen  sich  nach  und  nach  übereinstimmend
aufs  dringendste  für  den  Eintritt  in  den  neuen  Zollverein  auf  Grundlage
des  Handelsvertrages  mit  Frankreich  aus.

15/16.  Juli.  (Deutsch--dänischer  Krieg).  Die  Alliirten  bewilligen  Dänemark  eine
Waffenruhe  vom  20.  bis  zum  31.  Juli  und  erklären  sich  bereit,  mit  demselben
  Unterhandlungen  zum  Abschluß  eines  Friedens  einzuleiten.

19.  Juli.  (Deutschland.  —  Oldenburg).  Eine  Landesversammlung  der  schleswig-holstein'schen
  Ausschüsse  erklärt  sich  gegen  die  vom  Großherzog  erhobenen
Ansprüche  auf  die  Herzogthümer.

„  „  (Deutschland.  —  Baden).  Hirtenbrief  des  Erzbischofs  von  Freiburg  gegen
das  Gesetz  vom  28.  Juni  bezüglich  der  Ortsschulbehörden.

„  „  (Ver.  Staaten).  Der  Unionsgeneral  Sherman  ist  von  Tenessee  aus  bis
vor  Atlanta  in  Georgien  vorgerückt.

„  „  (China).  Nanking  wird  von  den  Kaiserlichen  wieder  genommen.

21.  „  (Deutschland.  —  Bundestag).  Der  Forderung  Oesterreichs  und
Preußens  entsprechend  wird  von  der  Bundesversammlung  auch  der  Erbprinz
von  Augustenburg  aufgefordert,  die  Rechtsbegründung  seiner  Ansprüche  auf
Schleswig-Holstein  einzugeben.

„  „  (Deutschland.  —  Holstein).  Der  Obercommandant  der  Alliirten  in
Schleswig  zeigt  dem  Bundesgeneral  Hacke  an,  er  habe  Befehl,  sich  zum  Herrn
von  Rendsburg  zu  machen.  Hacke  erwidert,  da  er  augenblicklich  nur  über