Full text : Illustrierte Geschichte der Sächsischen Lande und ihrer Herrscher. II. Band, 2. Abteilung. Das Albertinische Sachsen von 1815-1904. (4)

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Triasidee  ab,  als  im  Kriegsfalle  diejenige  der  beiden  Großmächte
über  das  Verhältnis  des  Führers  der  Bundesarmee  zu  ihrem
Generalkommando  zu  befinden  haben  sollte,  die  in  voller  Kriegs—
stärke  aufträte,  im  Falle  der  Teilnahme  beider  Großmächte  diese
das  Verhältnis  unter  sich  auszumachen  hätten.  Es  waren  das
Bestimmungen,  die  wesentlich  auf  den  Vermittlungsvorschlag  des
Königs  von  Sachsen  zurückgingen.  —  Welche  Behandlung  hierbei
die  seit  Jahr  und  Tag  anhängige  Frage  über  die  Einführung
gezogener  Stahlkanonen  bei  der  Bundesartillerie  erfuhr,  braucht
nicht  erörtert  zu  werden.  Bei  der  Wichtigkeit  des  Gegenstandes
und  dem  Interesse  des  Kronprinzen  Albert  für  die  Artillerie,
trat  wenigstens  König  Johann  dieser  Frage  näher  und  erbat
sich  von  dem  Prinzregenten  ein  Modell,  das  auch  alsbald  in
Dresden  einging  und  mit  dessen  Konstruktion  im  alten  Zeug—
hause  unter  der  Leitung  von  Unteroffizieren  der  preußischen  Feuerwerkerschule
  die  Prinzen  und  die  Offiziere  aller  Waffengattungen
sich  vertraut  machten.  Bis  zum  November  hatte  die  sächsische
Regierung  sich  mit  dreißig  der  neuen  Geschütze  versehen,  woraufhin
  der  Prinzregent  an  König  Johann  scherzend  schrieb:  „Wie
freue  ich  mich,  daß  Dir  mein  „Unionsgeschütz“  so  gefallen  hat.“

Das  Jahr  1860  sollte  nicht  zu  Ende  gehen,  ohne  der  königlichen
  Familie  eine  recht  ernsthafte  Heimsuchung  zu  bringen,  indem
  fast  sämtliche  Mitglieder  nacheinander  von  den  Masern  befallen
  wurden.  Die  Kronprinzessin  Carola,  die  von  Anfang  an
einen  großen  Teil  ihrer  Zeit  der  Armen=  und  Krankenpflege  gewidmet
  hatte,  brachte  von  dieser  hilfreichen  Tätigkeit  den  Ansteckungsstoff
  mit  nach  ihrem  Dresdener  Heim  und  erkrankte  am
26.  Nov.;  der  Kronprinz  folgte;  dann  ergriff  die  Krankheit  die
Königin  Amalie,  den  König,  die  Prinzessinnen  Sidonie  und  Sophie,
die  kleine  Erzherzogin  Marie  Antoinette,  das  Töchterchen  der
1859  verstorbenen  Prinzessin  Anna,  und  endlich  auch  die  Königin-Witwe
  Marie.  Glücklicherweise  hinterließ  die  tückische  Krankheit
keine  bösen  Folgen.  Immerhin  mußten  die  üblichen  Festlichkeiten
zu  Weihnachten  und  Neujahr  unterbleiben,  und  der  sächsische  Hof
konnte  auch  nicht  in  Berlin  vertreten  sein,  um  der  Leichenfeier
des  am  2.  Jan.  1861  von  seinen  langjährigen  Leiden  erlösten