Full text : Europäischer Geschichtskalender. Neue Folge. Achtundzwanzigster Jahrgang. 1912. (53)

300  Die  ãlerreiqisq  ·aigetisqt  Menarqit.  (August  24.  -  September  24.

24.  August.  (Hietzing  bei  Wien.)  Der  Direktor  des  Burgtheaters
  Alfred  Frhr.  v.  Berger  f,  59  Jahre  alt.

7.—8.  September.  (Buchlau  bei  Wien.)  Besuch  des  deutschen
Reichskanzlers  beim  Grafen  Berchtold.

Es  wird  darüber  solgendes  amtliche  Communiqus  verösfsentlicht:
Der  zweilägige  Vesuch  des  Reichskanzlers  Dr.  v.  Beihmann-Hollweg  beim

Gelegenheit  gegeben.  Dabei  wurden  alle  augenblicklich  schwebenden  Fragen
der  allgemeinen  äußeren  Polin#k,  insbesondere  diejenigen  des  nahen  Ostens
beivrochen  und  die  beiderseirige  volle  Uebereinstimmung  Über  alle  Punkie
ernemt  festgestellt.

9.  September.  (Taus  bei  Prag.)  Der  bedeutendste  Dichter  der
Tschechen,  Jaroslav  Brchlieky  (Pseudonym  für  Profeffor  Dr.  Emil
Frido),  f.  59  Jahre  alt.

1°0.  September.  (Wien.)  Der  päpstliche  Legat  Kardinal  Wilhelm
  van  Rossum  trifft  zum  eucharistischen  Kongreß  ein  und  nimmt
als  Gast  des  Kaisers  in  der  Hofburg  Wohnung.

11.  September.  Die  auf  drei  Tage  angesetzten  Kaisermandver
in  Ungarn  werden  schon  am  zweiten  Tage  abgebrochen,  weil  eine
Partei  vollständig  geschlagen  war.

17.  September.  (Ungarn.)  Miederzusammentritt  des  Abgeordnetenhauses
  unter  großen  Tumulten.

17.  September.  (Lemberg.)  Der  Kanzleisekretär  des  rusfischen
Konsulats  Wjerchowzow  wurde  abberufen,  weil  er  in  die  Spionageaffäre
  Lesjuk  verwickelt  ist.

17.  September.  (Visegrad  in  Ungarn.)  Arthur  Görgey,  der
Feldherr  der  Magyaren,  der  am  13.  August  1849  bei  Vilagos  vor
den  Russen  die  Waffen  streckte.  f  im  95.  Lebensjahre.

24.  September.  Antwort  des  Kaisers  auf  die  Huldigungsansprachen
  der  Präsidenten  der  beiden  eben  zusammengetretenen
Delegationen:

Befriedigung  nehme  ich  die  Versicherung  Ihrer  treuen  Ergebeuheit
  rlewet  und  jage  Ihnen  hierfür  meinen  wärmsten  Dank.  Unlere
Besiehungen  zu  allen  Mächien  tragen  forldauernd  einen  durchweg  freundichaftlichen
  Charakler.  Gestützt  auf  unser  enges  und  durch  viele  Jahre  bewährtes

  Bündnis  mit  dem  Deutschen  Reich  und  mit  Italien  wird  unsere
auewärtige  Politik  nach  wie  vor  von  dem  Bestreben  geleitet,  bei  Wahrun
der  Imeressen  der  Monarchie  zur  Erhaltung  des  Friedens  beizutragen.
Mit  aufrichtiger  Sympathie  verjolgen  wir  die  Bemühungen  Fualieniscber
und  türliicher  Staaremänner,  im  Wege  einer  direkten  unverbindliche
sprache  eine  für  beide  Teile  ehrenvolle  Friedensbasis  zu  finden.  Pngesi
der  ungeklärten  Lage  im  nahen  Oriem  hat  meine  Regierung  einen  Gedankenaustauich
  unter  den  Mächten  angeregt,  der  den  einmütigen  Wunsch