Aus diesem Gefuͤhl heraus ist wohl auch die kuͤrzlich ver—
kuͤndete Monroedoktrin fuͤr die Suͤdsee zu erklaͤren.
In der Inselwelt der Suͤdsee besitzen England, Frankreich,
Holland, Nordamerika und wir Kolonien. Sie ist dazu be—
stimmt, auch weiter Kolonialgebiet zu bleiben. Im Kampf
um den Stillen Ozean, den viele voraussehen zu sollen glauben,
ist ihnen eine wichtige Rolle vorbehalten. —
Wie die Suͤdsee so ist Afrika trotz seiner Nachbarschaft mit
Europa erst in den letzten Jahrzehnten von den Kolonialmaͤchten
in Besitz genommen worden, nachdem zuvor nur an einzelnen
Punkten der Kuͤste Festsetzungen europaͤischer Staaten stattgefunden
hatten. Nordafrika diesseits der großen Wuͤste ist in
die Haͤnde der Mittelmeerstaaten gefallen. Im Nordosten ist
Agypten und der Nordsudan unter englischen Einfluß geraten,
Abessinien ein selbständiges Reich geblieben, die Somaliküste
zwischen Italien, Frankreich und England aufgeteilt. Südafrika
bis zum Sambesi ist seit der Unterdrückung der Burenstaaten
zum größten Teil britisch; nur Deutsch-Südwest und
Portugiesisch-Mosambik gehorchen anderen Herren. Das dazwischenliegende
Mittelafrika, die afrikanischen Tropen, wird,
von der kleinen Negerrepublik Liberia abgesehen, in buntem
Wechsel der Flaggen, in Einheiten, die zwischen den Exrtremen
von fast unübersehbaren Großkolonien und unzweckmäßigen
Zwerggebilden sich bewegen, durch sechs europäische Kolonialstaaten
verwaltet. Frankreich, das sich im Nordwesten einen
großen zusammenhängenden Besitz zu verschaffen verstanden
hat und dazu ein gutes Stück des zentralen Westens sowie Madagaskar
sein eigen nennt, verfügt über den ausgedehntesten
Anteil. England hat in Ost und West besonders wertvolle
6