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Tragödie wird in England wiederholt. Auch an einem
Tage, in einer gewissen Stunde werden fast alle Ritter (einige
waren entflohen) gefangen genommen. Nun sollte die Untersuchung
anfangen, es sollten, an zwei Orten in Frankreich
zwei Untersuchungen angestellt werden.
Man muß, um sie richtig anzusehen, für die ganze
Untersuchung sich folgende Hauptpunkte merken:
1) Die ganze Untersuchung war völlig verkehrt,
verkehrter als jede andere in einem solchen Falle gewöhnliche
Untersuchung. — Bei jeder andern gebraucht man
alle Mirtel, sey es auch, nach damaliger barbarischer Sitte,
Tortur, das Geständniß der Verbrechen herauszubringen, um
auf das Geständniß Todes= oder andere Strafurtheile zu gründen;
hier aber werden alle nur ersinuliche Mittel und besonders
die härteste Tortur gebraucht, zwar auch um Geständnisse
des Verbrechens herauszubringen; wer aber gestand, bekam
Freiheir, sogar Gnadengehalt, und nur der, der nicht gestand,
ward zum Tode verurtheilt. Auf Jeden operirten also
immer zwei Momente, um zum Lügner zu werden; nämlich
er mußte sterben, wenn er nicht log, und die Tortur
dauerte so lange fort, bis er log. Man muß
hier mit Recht aus dem Widerruf der Ritter nach überstandener
Tortur schließen: Einem, der darauf bestand, daß der
Orden unschuldig sep, kann man glauben; die äußersie Marter
und der Tod waren ihm gewiß.
2) Die Ingquisition war so tumultuarisch
als moͤglich. — Ueberhaupt war zwar damals Eriminal-Jurisdiktion
nicht so cultivirt, wie im achtzehnten Jahrhundert;
man muß also Vieles abrechnen, was uns tumultuarisch
zu seyn scheint; aber doch sehr tumultuarisch war's, daß die
Untersuchung durch lauter Feinde der Tempelherrn geführt
wurde. Keinem Ritter wurde das Protokoll vorgelesen;.